Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

11.06.1999 - 

Kolumne

"Software aus der Steckdose"

Anwender nutzen die Funktionen von Fertigsoftware in der Regel zu weniger als 20 Prozent aus. Zahlen müssen sie aber das ganze Paket. Das gilt heute für Office-Programme und für kommerzielle Standardsoftware gleichermaßen. Glauben wir allerdings den Voraussagen der Marktauguren, kann sich das mit dem Auftreten sogenannter Application-Service-Provider (ASPs) schon sehr bald ändern. Dann mietet der Anwender beim ASP nur noch die Bestandteile einer Applikation, die er braucht, und diese wiederum nur für eine gewisse Zeitspanne und einen ausgewählten Personenkreis. Zur Verfügung gestellt wird ihm die Software via Internet, Stand- oder Wählleitung. Zu solchen Software-Outsourcern dürften sich nach Einschätzung der Branchenbeobachter in erster Linie Internet-Service-Provider entwickeln, die neben dem Zugangsgeschäft nach neuen lukrativen Tätigkeitsfeldern suchen.

Vom einfachen Herunterladen von Softwarekomponenten bis hin zur kompletten Auslagerung der Datenverarbeitung an solche ASPs sind diverse Dienstleistungsstufen vorstellbar. Besonderen Charme entwickelt die Idee in Zusammenhang mit hochkomplexer kommerzieller Standardsoftware. Ein Anwendungsunternehmen, so die Überlegung, mietet sich beispielsweise die eine oder andere Komponente von R/3 und kann direkt damit arbeiten - ohne Implementierung oder Parametrisierung und andere Kopfschmerz verursachende Einführungsschwierigkeiten. Um Software zu testen oder um zeitlich befristete, mit der heißen Nadel gestrickte Lösungen bereitzustellen, eignen sich solche Services.

Für den langfristigen Regelbetrieb taugen sie noch nicht. Ähnlich den Ready-to-run-Boxen, die SAP und Co. gemeinsam mit Hardwarelieferanten anbieten, offerieren ASPs auf diesem Weg lediglich Standardkonfigurationen. Die Anpassung an die Bedürfnisse des Softwaremieters lohnt sich nur bei einem entsprechend hohen Preis. Insofern gewinnt der Anwender mit einem Application Provider im günstigsten Fall eine bessere Planbarkeit seiner DV-Kosten, eine flexiblere und bessere Informationsverarbeitung bekommt er dadurch nicht.

Den ASPs und den mit ihnen kooperierenden Software-Unternehmen garantiert diese Variante des Outsourcings allerdings einen kontinuierlichen Umsatzfluß, der unabhängig von den Unwägbarkeiten des Lizenzgeschäfts läuft.