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13.12.2004

Software-Chaos in Bayerns Behörden

Rechnungsprüfern zufolge verschwendet der Freistaat Millionen.

In den verschiedenen bayerischen Behörden sind dem jüngsten Jahresbericht des bayerischen Rechnungshofes zufolge allein 16 Personalverwaltungssysteme (PSV) im Einsatz, um die Daten der 338 000 Staatsbediensteten zu verarbeiten. Die Verwaltung könnte rund 250 Vollzeitkräfte einsparen oder mit anderen Aufgaben betreuen, wenn ein einheitliches IT-Verfahren eingesetzt würde.

Ein solches gibt es mit dem dialogorientierten Personal- und Stellenverwaltungssystem (Diapers) seit vielen Jahren. Nachdem der Koordinierungsausschuss für Informations- und Kommunikationstechnik bereits Mitte der 70er Jahre ein einheitliches System angemahnt hatte, entwickelte das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung seit 1980 Diapers. Trotz der frei verfügbaren Lösung hätten zahlreiche Ressorts unter Berufung auf "bereichsspezifische Besonderheiten" eigene Software programmiert, monieren die Prüfer: "Diese Verfahren, die einen hohen Entwicklungs- und Wartungsaufwand verursachen, sind untereinander weder fachlich noch technisch kompatibel."

In ihren Stellungnahmen geben die meisten Ressorts den Rechnungsprüfern in weiten Teilen Recht. So betonen die Verantwortlichen im Staatsministerium des Inneren die Notwendigkeit, die vorhandenen Lösungen zu einem einheitlichen System zu konsolidieren. Diapers besitze dafür die besten Voraussetzungen. Es sei kurzsichtig, Diapers zu nutzen, argumentiert dagegen das Staatsministerium für Finanzen. Das System bediene nur die Bereiche Personal- und Stellenverwaltung. Um strategische Informationen für die Personalsteuerung zu erhalten, müssten Schnittstellen programmiert und gepflegt werden - und genau damit hat das Finanzministerium offenbar Probleme.

So hat der IT-Koordinierungsausschuss die IT-Abteilung des Finanzministeriums bereits im Jahr 2001 aufgefordert, eine Schnittstelle für den Datenaustausch zwischen Personalverwaltung und Bezügeabrechnung zu entwickeln. Ergebnisse liegen bislang nicht vor. (ba)