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07.08.1981 - 

Minister von Bülow kann bei seinem Softlab-Besuch keinen warmen Geldregen versprechen.

Software-Defizit mindert Konkurrenzfähigkeit

MÜNCHEN (je) - Bundesforschungsminister Andreas von Bülow wird im Zuge der Innovationsförderung in der Informationstechnik seine Aufmerksamkeit zukünftig verstärkt der Software-Technologie zuwenden. Diese Zusicherung machte der Minister anläßlich eines Besuchs bei der Münchner Softlab GmbH.

Softlab-Geschäftsführer Dr. Klaus Neugebauer konnte den Minister trotz einer langen Liste von Zahlen, Indikatoren und Prognosen zu keiner konkreteren Zusage bewegen. Neugebauers Skizze des bereits bestehenden und sich noch vergrößernden Software-Engpasses (vgl. CW Nr. 12 vom 20. März 81) enthielt folgende Hauptaussagen:

- 1980 erwirtschafteten 3400 Softwareanbieter in der Bundesrepublik 3,2 Milliarden Mark Umsatz. 1800 davon waren Programmierbüros, 600 EDV-orientierte Unternehmensberater, 600 Rechenzentren, 200 Hardwarehersteller und 200 Softwarehäuser.

- Rund 200 der genannten Unternehmen beschäftigen über 50 Mitarbeiter.

- Die DV-Anwender produzierten Software im Wert von 8,5 Milliarden Mark.

- 25 000 Produkte aus den wichtigsten deutschen Industriezweigen - werden in den nächsten Jahren nur mit Hilfe der Mikroelektronik konkurrenzfähig hergestellt werden können.

- Die dazu erforderlichen Software-Entwicklungen kosten pro Produkt durchschnittlich zwei bis drei Millionen Mark.

- 1982 wird der rechnerische Bedarf an Systementwicklern in der Bundesrepublik 460 000 betragen; aber 140 000 dieser Arbeitsplätze werden wegen Personalmangel nicht zu besetzen sein.

- Die Nachfolgelasten eines Software-Systems in der Wartung betragen heute noch das Zwei- bis Vierfache der Entwicklungskosten.

- Die Automation aller Phasen der Software-Entwicklung ist ein Forschungsobjekt, das in den nächsten fünf Jahren einen Aufwand von 3000 bis 400 Millionen Mark erfordern würde. Der Mittelbedarf im Jahre 1982 liegt bei 40 Millionen Mark.

- Träger einer solchen Forschung kann die deutsche Industrie aus strukturellen Gründen nicht sein, und von den 200 Softwarehäusern kommen maximal zehn dafür in Betracht. Die Forschungspolitik der USA und Japans unterstützt auf diesem Gebiet ebenfalls die "innovativen Software-Unternehmen" (Softlab).

Der Minister erklärte, daß eine Breitenwirkung der DV-Anwendung und insbesondere der Mikroprozessor-Technik nur durch die Überwindung des Software-Engpasses zu erzielen sei. Dies wiederum sei auch eine Frage des funktionierenden Technologie-Transfers zum Anwender hin; (...) hier seien speziell die Softwarehäuser in die Pflicht genommen.