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28.05.1982 - 

Zehnte internationale Anwenderkonferenz der Software AG unter dem Motto: Great Expectations

Software der vierten Generation im Kommen

LAS VEGAS - Im Zeichen großer Erwartungen stand die zehnte internationale Anwenderkonferenz der Software AG, die Diesmal in Las Vegas, Nevada, stattfand. Woran sich die "Great Expectations" - so das Konferenzmotto - knüpften, ließ der Veranstalter weitgehend offen. Wie man im kleinen Kreis deutscher Anwender urteilte, waren es keine spektakulären Produktneuerungen, die solche Erwartungen auslösten, eher schon die Größe des Konvents (knapp 1 000 Teilnehmer) oder der Veranstaltungsort selbst.

Große Erwartungen skizzierte auch Festredner James Martin, der in einer Tour d'horizon durch die Datenverarbeitung der Gegenwart und Zukunft Themen wie die Philips-Bildplatte als Massenspeicher und "a like Natural" als Software der vierten Generation behandelte. Auf letzterem Gebiet sieht Software AG-Vorstandsvorsitzender Peter Schnell Chancen: Denn - so rechnete Martin vor - lege man das Ergebnis wissenschaftlicher Untersuchungen zugrunde, demzufolge der Bedarf an codierter Software von 1980 bis 1990 in den USA um das 93,1 fache steigen werde, so müßten aus den 300 000 US-amerikanischen Programmierern des Jahres 1980 ein Jahrzehnt später 27,9 Millionen geworden sein.

Weg von Cobol und PL/1

Nur erhebliche Produktivitätssteigerungen, meinte Martin, könnten hier Abhilfe schaffen; und diese seien erreichbar mit strukturfreien Datenbanken wie "Adabas" und durch eine radikale Umorientierung von konventionellen Sprachen wie Cobol und PL/ 1 hin zu Sprachen der vierten Generation.

Auf einem anderen Sektor der Datenverarbeitung, der seit längerem von sich reden macht, will Schnell dagegen einstweilen Zurückhaltung üben: Ein Aufspringen auf den Zug

"Mikrocomputer-Software" kommt für ihn erst dann in Betracht, wenn er sicher zu erkennen glaubt, wohin der Zug wirklich fährt. Zudem dürfen die Mikros seiner Auffassung nach ruhig noch etwas an Leistung zulegen.

Bis dahin bleiben das Datenbank-Managementsystem "Adabas", das Anwendungsentwicklungssystem der vierten Generation "Naturale" und der TP-Monitor "Com-plete" die zentralen Produkte der Darmstädter Software AG und der beiden Konzerngesellschaften Software AG of North America in Reston (Virginia) sowie Software AG of the Far East in Tokio. Einige Weiterentwicklungen an den wichtigsten Programmpaketen wurden auf der Konferenz in Las Vegas herausgestellt.

Logisch doppelte DB

So kündigte Schnell für Adabas das Konzept der totalen Datensicherheit unter dem Begriff "reflective data bases" an. Bei völliger Benutzertransparenz werde die Datenbank logisch doppelt geführt. Damit sei auch bei physischen Plattenfehlern der Datenbankbetrieb und die Datensicherheit gewährleistet. Schnell: "Adabas stößt damit in eine auf IBM-Hardware bisher unbekannte Dimension der automatisierten Datenintegrität vor."

Peter Pagè, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Darmstädter, stellte dem Relationenmodell von Edgar F. Codd das Gespann Adabas/ Natural gegenüber. Er verwies auf die nur scheinbare funktionale Identität der beiden Systeme und reklamierte für Adabas/Natural eine Überlegenheit vor allem in folgenden Punkten:

-Datenbankverteilung,

-interaktive, nichtprozedurale Anwendungsentwicklung mit impliziter Datenmanipulationslogik,

-Performance,

-sprachliche Klarheit,

-Benutzerfreundlichkeit.

Dies, so erklärte er, sei nicht zuletzt das Ergebnis der Weiterentwicklung des 1980 anläßlich der Benutzerkonferenz in Houston vorgestellten "Net-Work"-Konzepts. Hierzu präsentierte er die neuen Produkte Adabas/VM, Adabas/VTAM sowie CTCS (Channel-to-Channel-Software), die eine Datenbankverteilung in einem Netz beliebiger Rechner bei völliger Unabhängigkeit des Benutzers gestatten sollen.

Als wesentliche Erweiterungen an Natural selbst führte Pagè auf:

- Verbesserung der Performance durch einige interne Änderungen,

- das grafische Display "Natural Graphics", und hier speziell ein Interface zu den IBM-Produkten "Graphics Data Display Manager" (GDDM) und "Presentation Graphics Feature" (PGF). Dieses Interface wird in CICS-, TSO-, CMS- und Com-plete-Umgebungen unterstützt.

In Las Vegas wurde auch die DOS-Version des TP-Monitors Com-plete freigegeben. Sie hat, wie der Anbieter unterstrich, den gleichen Leistungsumfang wie die OS-Version und befindet sich in Deutschland bereits im praktischen Einsatz.