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30.09.1988

Software-Entwicklungsmodell half bei Umstellung auf DV:Projektarbeit verbessert Kommunikation

Mit DEVAS will die TK vor allem folgende Ziele erreichen:

- Abbau von schematischen Routinearbeiten

- Verbesserte Aktualität von Daten

- Weniger Papier in der Verwaltung

- Mehr Service im "ganzen Land"

- Zahlenmaterial als Entscheidungshilfe

- Eine karteilose Verwaltung

- Verbesserung der Mitglieder- und Arbeitgeberbetreuung

- Erleichterung der Dispositionsaufgabe der Leistungskräfte bei verbessertem und kontinuierlichem Arbeitsfluß

- Schnellere Bereitstellung von Informationen in und aus dem gesamten TK-Gebiet

- Verbesserung der Ergonomie

- Verbesserung der Kassensicherheit

HAMBURG (pi) - Ihr Grundkonzept änderte die Techniker-Krankenkasse, Hamburg, während der Einführung des selbst entwickelten DV-Systems: Die Realisierung sollte

zunächst in mehreren Phasen verlaufen und endete mit der Aufteilung in Projektgruppen. Das Umdenken zahlte sich jedenfalls aus EDV und Fachabteilungen fanden zueinander.

Die 1884 gegründete größte berufsspezifische Krankenkasse ist bundesweit mit 96 Geschäfts- und zehn Abrechnungsstellen vertreten. Ihre Mitglieder sind Architekten, Ingenieure, Naturwissenschaftler, Meister und Techniker, technische Zeichner und Laboranten sowie Studenten und Auszubildende in technischen Berufen.

Mit dem Ziel, die Leistungsstärke der Techniker-Krankenkasse zu verbessern und ihren heute über 2,8 Millionen Versicherten einen qualitativ hochwertigen bundesweiten Service zu bieten, beschloß der Vorstand der TK, das Daten-Erfassungs-, Verarbeitungs- und Auskunftssystem (DEVAS) zu entwickeln.

Das Projekt DEVAS wurde in die fünf Bereiche Bestandsführung/Meldewesen (Arbeitgeber und Mitglieder), Beitragswesen (Arbeitgeber und Mitglieder), Rechnungswesen/ Verwaltung, Leistungswesen und Kommunikation/Information untergliedert.

Die Realisierung erfolgte in mehreren Schritten: Von 1978 bis 1980 wurde das DEVAS-Interimssystem (IS) entwickelt. In dieser Phase wurde ein bundesweites Datenfernverarbeitungs-Netz aufgebaut, das die heute fast hundert Geschäftsstellen an die zentrale Datenverarbeitung anschloß; damit wurde die Datenerfassung und Abfrage für Mitglieder- und Arbeitgeberdaten ermöglicht. In zwei weiteren Stufen sollten das Mitglieder- und Beitragswesen sowie das Rechnungswesen und die Verwaltung umgestellt und in das Datenverarbeitungssystem übernommen werden.

Bereits 1983 zeichneten sich Kapazitäts-Engpässe für das installierte System IBM 3033 ab. Daraufhin wurde in einer ersten Stufe der Hauptspeicher von acht auf sechzehn Megabyte verdoppelt und in einer zweiten Stufe eine Leistungs-Erweiterung durch Installation des Rechners IBM 3083 vorgenommen.

Die technische Installation war inzwischen so weit ausbaut, daß Ende 1984 für DEVAS 743 Datensichtgeräte und 117 Drucker in den Dienststellen installiert waren. Andererseits wurde deutlich, daß die ursprünglichen Stufenpläne unzureichend waren und eine grundlegende Neuplanung notwendig wurde. Die verschiedenen Bereiche des DEVAS-Projektes konnten nach dem Stand der Dinge nicht einzeln behandelt werden, sondern mußten als integriertes System gesehen werden, das eine parallele Bearbeitung erforderte.

Auf der Suche nach einem effizienten systematischen Software-Entwicklungsmodell fiel im Sommer 1985 die Wahl auf das Dialog-Vorgehens- und Methodensystem Guide der GMO (Gesellschaft für Management und Organisation Aktiengesellschaft), Hamburg. Für DEVAS wurden spezielle Projektgruppen gebildet, in denen die Beitrags-, Leistungs-, Finanz- und DV-Abteilung sowie Anwender und Spezialisten vertreten waren.

Das Vorgehens- und Methodensystem wurde 1985 zuerst im Leistungswesen und danach im Bereich Kommunikation und Information in der Verwaltung sowie im Beitragswesen implementiert. Die Einführung wurde in Form von umfangreichen Mitarbeiterschulungen in den TK-Fachabteilungen und Projektgruppen vorgenommen.

Die enge Kooperation zwischen EDV und Fachabteilung verbesserte die Kommunikation. Die Fachabteilungen lernten ihre Probleme EDV-verständlich aufzubereiten. Ihr Selbstbewußtsein in Fragen der Informationsverarbeitung stieg, sie begannen Verantwortung für die fachlichen Spezifikationen zu übernehmen und identifizierten sich mit den informationstechnischen Anforderungen. Zur Qualitätssicherung der Projekte wurden regelmäßig Tests durchgeführt, Inspektionssitzungen abgehalten und Zwischenberichte erstellt. Nach Guide wurde mit einer gemeinsamen Datenbasis für alle Einzelprojekte von DEVAS begonnen.

Diese einheitliche Dokumentation der Systementwicklung in Form einer gemeinsamen Datenbasis ist für die TK eine wichtige Voraussetzung, um schnell auf Veränderungen reagieren zu können, die sich zum Beispiel aus Gesetzesänderungen im Rahmen der Gesundheitsreform ergeben. So werden beispielsweise am 1. Oktober 1988 zweitausend Mitarbeiter bei der TK mit dem neuen Leistungswesen (Wegfall der alten Leistungskarten) konfrontiert. Ohne eine gemeinsame Datenbasis wäre die Krankenkasse den zukünftigen Anforderungen sicherlich kaum gewachsen.

Inzwischen betreibt die TK ein TP-Netz mit etwa 2500 Bildschirmgeräten im Online-Betrieb. Als System sind eine 3090-180 sowie eine 3090-30E unter dem Betriebssystem MVS/ XA eingesetzt.