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27.10.1995

Software fuer 30000 AS/400-Installationen in Deutschland Die IBM wird MAS Open nicht vor Ende 1997 ausliefern koennen

MUENCHEN (gfh) - Der objektorientierte Nachfolger der AS/ 400- Standardsoftware "MAS90" wird sich um ein Jahr verspaeten. Erste Produkte fuer "MAS Open" waren fuer Ende 1996 angekuendigt. Nun rechnet Peter Kirn, Vorsitzender der IBM Anwendungssysteme GmbH, mit den ersten Modulen nicht vor Ende 1997.

Als Grund fuer die Verzoegerung nennt Kirn Probleme bei der Anpassung an die sich ebenfalls staendig veraendernden Betriebssystem-Techniken bei der IBM. Das betrifft insbesondere die objektorientierten Eigenschaften von OS/400, AIX und OS/2, die aus den Taligent-Labors uebernommen werden sollen. Um hier nicht mehr laenger warten zu muessen, hat sich das Unternehmen nun entschlossen, MAS Open zwar fuer diese Techniken vorzubereiten, im wesentlichen aber ein Produkt auf Basis des jetzigen Technikstands fertigzustellen. Von Taligents Anwendungsumgebung "Common Point" wird MAS Open daher in der ersten Version vor allem bei der grafischen und Multimedia-faehigen Benutzeroberflaeche profitieren.

Ein Problem sieht Kirn in der Verspaetung nicht, die Kunden koennten ja das auf der Systems fuer November dieses Jahres angekuendigte Release 1.7 von MAS90 erwerben. Unter den rund 100 Veraenderungen hebt das Unternehmen die Optimierung des Produkts durch einen Generator fuer die Variantenfertigung hervor. Ausserdem werde es im kommenden Jahr eine Nachfolgeversion geben, bei der neben der Mehrsprachigkeit Funktionen fuer den Umstieg auf MAS Open im Vordergrund stuenden.

Von Bedeutung ist laut Kirn auch die Entscheidung, das bislang rein deutsche Mittelstandspaket MAS Open weltweit anzubieten. Hier arbeite man eng mit den AS/400-Laboratorien in Rochester zusammen. So werde der als "Application Program Driver" (APD) bezeichnete Kernel von MAS Open weltweit mit dem OS/400-Betriebssystem ausgeliefert. Der inzwischen fertiggestellte APD stellt eine Art Abstraction Layer dar, der die Anwendung von den speziellen Betriebssystem-Eigenschaften abschottet. Auf diese Weise laesst sich MAS Open plattformunabhaengig entwickeln. Diese Eigenschaft und der weltweite Vertrieb eroeffne auch den deutschen Partnern bislang ungeahnte Perspektiven. Bis es jedoch soweit sei, muesse die IBM diesen Unternehmen helfen, ihre Produkte auf eine objektorientierte Grundlage zu stellen. Den prozedural erstellten AS/400-Anwendungen gibt Kirn nur noch eine Lebensdauer von etwa fuenf Jahren.

Konkurrenz zu SAPs R/3

Die Verspaetung hat aber auch andere Konsequenzen. So verzoegert sich der Zeitpunkt, an dem MAS Open in direkte Konkurrenz zu dem ebenfalls von IBM vermarkteten SAP-Standardpaket R/3 tritt. Obwohl die SAP nun zusaetzliche Zeit gewinnt, um mit ihrer Software den angepeilten Mittelstand zu erreichen, rechnen sich die IBM- Softwerker gute Chancen aus, weil fuer die SAP das Geschaeft mit mittelstaendischen Unternehmen noch Neuland sei. Die IBM kann dagegen allein im AS/400-Bereich auf ueber 30000 Installationen in Deutschland verweisen. Allerdings laeuft MAS90 nur auf rund 5500 dieser Midrange-Rechner, fuer deren neueste Ausgabe es auch R/3 gibt.

In Muenchen demonstrierten die MAS-Open- und die R/3-Fraktion der IBM jedoch Einigkeit. So durfte Dieter Zimmermann, IBMs Leiter fuer AS/400-Marketing, auf der MAS90-Pressekonferenz fuer R/3 werben.