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22.10.1999 - 

McNealy: "Dienstleistung wird den Umsatz bringen"

"Software gehört auf Server wie Geld auf die Bank"

MÜNCHEN (CW) - Auf seiner Stipvisite in Frankfurt am Main prophezeite der Chef von Sun Microsystems, Scott McNealy, daß Software in einigen Jahren kostenlos via Internet zur Verfügung stehen werde. Geld werde dann hauptsächlich mit Services verdient.

Das Netz ist der Computer, alle Informationen sind auf Servern sicherer als auf PCs untergebracht, so das Credo von McNealy. Der Benutzer brauche am Ende nur noch einen Web-Browser, und den gebe es dann in jedem Gerät bis hinunter zum Telefon. Nach Meinung von McNealy wird der PC keineswegs verschwinden: "Das Auto hat das Pferd auch nicht verdrängt, es bietet nur die produktivere Art der Fortbewegung."

Allerdings muß sich der Sun-Gründer in seinen Argumentationen noch daran gewöhnen, daß er seit der Übernahme der Hamburger Firma Star Division nun selbst ein Pendant des von ihm oft geschmähten MS-Office-Pakets im Angebot hat. So versuchte er wieder einmal gegen den Lieblingsgegner Microsoft vorzugehen, indem er ausführte, daß das Wort "Attack" als Ascii-Datei gerade einmal 48 Bit, als HTML-Datei noch schlanke 256 Bit, aber als Word- oder Powerpoint-Datei 99112 und 258048 Bit benötige. Der Frage, ob das bei "Star Office" besser sei, wich er aus: Die ist kostenlos".

So richtig mag sich McNealy immer noch nicht zur Weiterentwicklung des Produkts verpflichten. Aktuell läuft Star Office auf Linux, OS/2, Solaris und Windows. Im März nächsten Jahres soll ein Web-Portal in Betrieb gehen, das die Star-Office-Leistung ohne vorherige Software-Installation bereitstellt. Auf die Zukunft der in Deutschland recht beliebten OS/2-Version angesprochen, meinte McNealy: "Star Office hat andere Probleme als die Frage, wie es mit der OS/2-Variante weitergeht. Wir veröffentlichen den Sourcecode, und ich erwarte zum Beispiel, daß jemand aus der Macintosh-Gemeinde die Software portiert." Welche Plattform für ihn die wichtigste sei, umschrieb er mit "Starportal".

Ob Microsoft seinem Beispiel folgen wird, bezweifelt McNealy: Immerhin erziele die Gates-Company 40 Prozent ihres Umsatzes über die Office-Produkte. Der Markt werde allerdings zeigen, ob weiterhin 900 Dollar für ein Produkt ausgegeben werden, wenn kostenlose Alternativen zur Verfügung stehen.

Der Manager verweist darauf, daß der ehemalige Star-Besitzer Marco Börries schon heute mehr Geschäft mit Wartungsverträgen als früher mit dem Verkauf von Star Office macht.

Suns volle Unterstützung findet auch die netzwerkorientierte Strategie Oracles für den Markt des Application-Service-Providing (ASP). Auf die Frage, ob jemand einem ASP all seine Daten anvertrauen werden wolle, meinte McNealy: "Wenn Sie wichtige Daten haben, dann speichern Sie die allemal besser auf einem Server als auf einem PC. Stopfen Sie Ihr Geld in die Matratze, oder bewahren Sie es im Safe einer Bank auf?.