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20.08.1993

Software-Konzept auf Middleware-Basis DEC setzt auf Fremdprodukte anstatt auf Eigenentwicklung

MAYNARD (IDG) - Fuer die Software-Entwickler von Digital Equipment beginnt ein neues Zeitalter. Kuenftig sollen sie keine Anwendungen mehr erstellen, sondern nur noch die Produkte von Drittanbietern in die DEC-Umgebungen einbinden. Als Architekturrahmen sind dafuer Middleware-Techniken vorgesehen.

Als erste Folge dieser Plaene hat DEC nach Informationen der CW- Schwesterpublikation "Computerworld" die Software-Engineering- Gruppe neu strukturiert. Nun arbeiten die Mitarbeiter an einer Middleware-Architektur, die es erlauben soll, beliebige Anwendungen in eine heterogene Client-Server-Umgebung einzubinden.

Als Middleware wird diese Architekur nicht nur wegen ihrer heterogenen Ausrichtung bezeichnet, sondern auch weil die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Anwendungen vor den spaeteren Kunden verborgen werden soll. Das geschieht mit Hilfe einer Schnittstelle zwischen den Applikationen und einer standardisierten Benutzerumgebung, die fuer eine einheitliche Handhabung von Datenzugriffen und fuer die transparente Kommunikation zwischen verschiedenen Anwendungen sorgt.

Neal Hill, Senior Analyst der Forrester Research Inc., Cambridge, Massachusetts, begruesst generell die DEC-Entscheidung, sich von der Applikationsentwicklung zurueckzuziehen, da dadurch unnoetige Konkurrenz mit den unabhaengigen Anbietern von DEC-Software vermieden werde. Unklar ist allerdings noch, welche existierenden DEC-Anwendungen jetzt moeglicherweise ausgemustert werden.

Obwohl die Restrukturierungsplaene bereits im Juli dieses Jahres bekannt wurden, gab DEC gegenueber "Computerworld" keine Auskunft darueber, ob das Rahmenwerk nur fuer die hauseigenen Betriebssysteme OSF/1 und Open VMS oder auch fuer Microsofts Windows NT eingesetzt werden soll.

Hill vermutet, dass Digital Equipment mit Hilfe der neuen Architektur eine dominante Position im Middleware-Geschaeft fuer Windows NT aufbauen will.

Angesichts des noch unerprobten Micrososoft-Betriebssystems beurteilt Hill die Vorgehensweise von DEC als ausgesprochen riskant. Nach seiner Einschaetzung ist NT die Technik, mit der das Unternehmen "langfristig Erfolg haben oder zugrunde gehen wird".

Auf ein weiteres Problem macht George Raid, MIS Director bei Sanford, Bernstein & Co., New York, aufmerksam. Nach seiner Ansicht wird DEC grossen Aufwand treiben muessen, um zu erklaeren, was die neue Architektur ueberhaupt ist. Bisher, so Raid habe ihm noch niemand verstaendlich machen koennen, was hinter dem Begriff Middleware stecke.