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13.05.1983 - 

Nichtbindung an Leasingerlasse schafft Freiräume:

Software-Leaser gehen auf Kundenwünsche ein

MÜNCHEN (hh) - Weitgehend unbekannt ist die Finanzierung von Softwareprogrammen über Leasing. Nur zwei Unternehmen befassen sich zur Zeit in der Bundesrepublik mit dieser Spezialform. Software-Leasing bietet die gleichen Vorteile wie das bekannte Hardware-Leasing: volle Fremdfinanzierung, feste Monatsraten, Absetzbarkeit und Steuerersparnis. Dennoch haben sich in diesem jungen Markt inzwischen einige Besonderheiten herauskristallisiert.

Beim Software-Leasing werden verschiedene Rechtsvorschriften berührt. Hierunter fallen das Urheberrecht, das allgemeine Mietrecht nach BGB und HGB sowie auch das Lizenzrecht. Die Verträge, die ein Leasingnehmer abschließt, sind in der Regel von den beteiligten Leasinggebern unter Mitwirkung von Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten ausgearbeitet worden. Die Leasingerlasse, die für Mobilien und Immobilien zur Anwendung kommen, spielen beim Software-Leasing keine Rolle. Software als immaterielles Wirtschaftsgut ist in diesen Erlassen bislang nicht berücksichtigt - zum Nutzen der Anwender, wie Horst Kramer, Geschäftsführer der Leasetrend aus München meint.

Die Leasingerlasse nämlich schränkten die Handlungsspielräume der Leasinggeber ein. Diese Erlasse sprechen beispielsweise davon, daß die Laufzeit von Leasingverträgen zwischen 40 und 90 Prozent der normalen AfA-Zeit (Absetzungen für Abnutzung) betragen muß. Bei kündbaren Verträgen ad infinitum gilt nur die Untergrenze von 40 Prozent. Nicht an diese Erlasse gebunden, haben die Leasing-Geber bei der Softwarefinanzierung größere Möglichkeiten, in ihren Offerten auf Kundenwünsche einzugehen.

Diese Variationsmöglichkeiten in der Vertragslaufzeit schlagen in den Leasingraten zu Buche. So betragen die Leasingsätze bei der Datarent aus Grünwald bei 36 Monaten 3,71 Prozent, bei 48 Monaten 2,89 und bei 54 Monaten 2,62 Punkte. Der potentielle Kunde soll sich allerdings nicht dadurch schrecken lassen, daß keine eindeutigen Gesetze vorhanden sind. Ebensowenig nämlich ist ein Gerichtsurteil oder ein schwebender Prozeß zum Thema Software-Leasing bei den Insidern bekannt. Die Finanziers berichten, daß sogar ein großer Teil der Kunden aus dem staatlichen oder halbstaatlichen Bereich stamme.

Kommt es zum Vertragsabschluß, so erhält der Leasing-Nehmer dieser Finanzierungsform die Nutzungsrechte entweder für Standardprogramme oder individuell erstellte Software übertragen. Der Leasinggeber tritt als reiner Finanzier auf - das heißt, Gewährleistungsansprüche oder Wartungsverträge sind in der Regel mit dem Softwarelieferanten in einem Zusatzvertrag zu vereinbaren.

Die Auswahl erstklassiger Häuser als Software-Lieferanten zählt dann auch mit zu den Geschäftsgepflogenheiten der zwei deutschen Software-Leasingunternehmen.

Aber auch auf die Bonität der Kunden wird Wert gelegt - ebenso wie bei jeder Finanzierung durch Dritte. Die Leasinggeber bemühen sich jedoch auch um Zusatzleistungen. So fungieren sie sowohl als Vermittler bei der Suche nach einem Paket, als auch von Zeit zu Zeit als Schiedsrichter bei Streitigkeiten. Gegen eine Kündigung der Verträge übrigens haben beide Finanzierungsgesellschaften nichts einzuwenden. Über die Höhe der dan anfallenden Kosten allerdings schweigt man dezent.