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18.02.1977 - 

Rationellere Software-Produktion:

Software nach Maß oder Standardpakete

Von Chr. Heitz*

STUTTGART - Was, womit, wie, wann produzieren: An diesen (...) orientiert Professor Dr. HANS Jochen Schneider vom Institut für Angewandte Informatik und Software der TU Berlin die Forderungen, die an Software-Entwicklungen zu stellen sind. Schneider, wissenschaftlicher Berater des Münchener Software-Hauses Actis, beschäftigte sich bei der Eröffnung einer Stuttgarter Actis-Dependance mit dem Dauerbrenner: "Software nach Maß oder Standardpakete."

Des Professors Situationsanalyse meißelt drei, mit der Größe des Anwenders zusammenhängende Trends heraus:

- Großanwender befassen sich gegenwärtig mit der Implementierung großer dezentralisierter Systeme im Rechnerverbund. Dabei stehen Entwicklung und Einsatz anwendungsbezogener Software-technologischer Instrumente und die Verbesserung der Funktionssicherheit bei komplexen Systemen im Vordergrund.

- Bei mittleren Anwendern geht es um die Implementierung umfangreicher, weitgehend integrierter und zentralisierter Anwendungssysteme. "Wegen der unzureichenden Transparenz", so Schneider, von Leistungsund Flexibilitäts-Kriterien bei organisatorischen Veränderungen steht der mittlere Anwender der am Markt vorhandenen Standardsoftware skeptisch gegenüber.

- Kleinere Anwender setzen aus Termingründen Standardsoftware ein - beginnen aber mit der Entwicklung maßgeschneiderter Software.

Aus diesen Grundströmungen kanalisiert Schneider: "Softwarehäuser können nur sehr schwer existieren."

Programme sind so teuer, daß sie nur von Großanwendern finanziert werden können; weshalb Großanwender ihre Programme zu 90 Prozent selbst entwickeln. Wenngleich sich die Entwicklungskosten von Standardsoftware auf mehrere Anwender verteilen, so bleibt für das Softwarehaus das Problem der Vor- und Zwischenfinanzierung und das Risiko, das Endprodukt nicht oft genug verkaufen zu können.

Der TU-Professor sieht zwischen industrieller Fertigung und Software-Produktion eine Parallelität: Die Einzelfertigung ist teuer, wird jedoch gefordert. Die Sorten-Fertigung (Standard-Pakete) hat - siehe Kasten - Nachteile, aber den Vorzug, ökonomischer zu entstehen. Als Optimum sieht Schneider eine Kombination der Vorzüge unter dem Terminus "Maß-Produktion" an. Danach setzt sich ein Softwarepaket bis zu 90 Prozent aus modular aufgebauten, flexibel kombinierbaren Standard-Softwarekernen zusammen. Der Rest wird maßgeschneidert produziert.

* Chr. Heiz ist freier DV-Fachjournalist