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22.10.1993 - 

Release-Management fuer die Erloes- und Leistungsrechnung

Software-Outsourcing: Lufthansa gibt Wartungsauftrag nach aussen

MUENCHEN (qua) - Um ihren Personalbedarf flexibler abdecken zu koennen und die Softwarekosten mittelfristig zu senken, hat die Erloes- und Leistungsrechnung der Lufthansa AG nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Wartung ihres neuen Abrechnungssystems extern vergeben. Vertragspartner ist die Hamburger PU-Holding, ein Gemein- schaftsunternehmen von Preussag und BHW.

Rund ein Viertel des auf knapp 34 Millionen Mark hochgerechneten Wartungsaufwands fuer die Verkehrsabrechnung will die Lufthansa in den kommenden drei Jahren einsparen. Jedenfalls haben sich die PU- Holding sowie deren Tochterunternehmen Partner Consult verpflichtet, gegen ein Entgelt von 25 Millionen Mark das Abrechnungssystem 36 Monate lang zu betreiben und zu pflegen sowie auf der Basis eines Software-Re-Engineerings dessen Dokumentation zu ueberarbeiten.

Insgesamt sind dafuer etwa 40 PU-Mitarbeiter abgestellt. Die Anwendung hat ihren Ursprung zum Teil in den Softwarelabors der niederlaendischen Fluggesellschaft KLM, mit der die Lufthansa - trotz erbitterter Gefechte auf der Marketing-Ebene - einen lebhaften Technologietransfer betreibt. Mit Hilfe externer Partner wurde dieser vor fuenf Jahren lizenzierte Softwarerohling jedoch zunaechst an die Beduerfnisse der deutschen Staatslinie angepasst. Dazu war es etwa notwendig, das System auf die Anforderungen des Lufthansa-Marketings und die deutschen Grundsaetze ordnungsgemaesser Buchhaltung (GOB) umzustellen.

Die PU-Holding trat bereits als einer der mit den Anpassungs- und Erweiterungsarbeiten betrauten Dienstleister in Erscheinung. Mittlerweile hat sich die Lufthansa von den anderen Partnern getrennt und der Preussag-Tochter die Gesamtverantwortung fuer die Anwendungssoft- ware uebertragen.

Kein Outsourcing im klassischen Sinne

Allerdings handelt es sich dabei nicht um ein Outsourcing im klassischen Sinne: Die Hardwareplattform des MVS- und OS/2- basierten Systems steht nicht bei der PU-Holding, sondern im Lufthansa-Rechenzentrum in Frankfurt beziehungsweise in Norderstedt und den Aussenstellen Berlin, New York und Toronto. So zeichnet das Serviceunternehmen denn auch nicht fuer den Betrieb des Rechenzentrums, sondern lediglich fuer die Job-Ablaufsteuerung der ihm anvertrauten Applikation verantwortlich.

Um die in Aussicht gestellten Kostensenkungen zu realisieren, hat der Dienstleister die Aufgabe uebernommen, das Abrechnungssystem weiterzuentwickeln: Geplant ist die Einfuehrung eines Change- oder Release-Managements. Aenderungen und Erweiterungen sollen nicht mehr auf Zuruf, sondern gebuendelt - in Form von Anwendungsversionen - ausgeliefert werden.

Walter Gehl, Leiter des Lufthansa-Bereichs Erloes- und Leistungsrechnung, verspricht sich von der Kooperation mit der PU- Holding vor allem drei Vorteile: Indem er die Wartung des Softwaresystems extern vergibt, kann er zum einen flexibler auf die durch den Lufthansa-weiten Einstellungsstop bedingte Begrenzung der Personalressourcen reagieren. Zum anderen staerkt die Beschraenkung auf ein einziges Partnerunternehmen seine Verhandlungsposition gegenueber dem Dienstleister. Last, but not least laesst sich, so Gehl, auf diesem Wege das "Willy-mach-mal- Prinzip" eliminieren. Im Klartext: Zwischen Serviceanbieter und Anwenderbetrieb bestehe eine klare Auftraggeber-Auftragnehmer- Beziehung, die innerhalb ein- und desselben Unternehmens nicht in gleicher Weise herzustellen sei.