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15.06.1979

Software Partner eröffnet Hamburger Niederlassung:Herstellerunabhängige Cobol-Software

HAMBURG (CW) - Nicht immer muß der Einfluß eines mächtigen Auftraggebers auf ein sehr viel kleineres EDV-Haus nachteilig oder gar verhängnisvoll sein: Für die Software Partner GmbH aus Darmstadt wirkt die Kooperation mit dem benachbarten Pharmazie-Giganten Merck als Treibsatz für die Expansion des Hauses. Dies und die Tatsache, daß Software Partner dabei nie seine Autonomie außer acht gelassen und dementsprechend gezielt "diversifiziert" hat, belegten die Beiträge der Redner, die aus Anlaß der kürzlichen Hamburger Zweigstellen-Eröffnung von Software Partner das Wort ergriffen.

Joachim Szebel. verantwortlich für die weltweiten EDV-Aktivitäten im Merck-Konzern, legte dar, daß Merck sich aus Gründen der Vereinheitlichung, aber auch der Kontrolle der ausländischen Tochtergesellschaften zunächst für kommerzielle Standardsoftware entschieden und dann auf der Suche nach einem geeigneten Anbieter zur Software Partner GmbH gefunden hatte. Bedingung war, daß die zu erstellende Software der jeweiligen Landessprache gerecht werden sollte (Bildschirm-Maske, Dokumentation) und daß sie die oft sehr unterschiedlichen Fiskalsysteme der Länder, aber auch die verschiedenen Marktpolitiken der dortigen Töchter verkraften mußte. Ebenso waren gewisse unabänderliche strukturelle Eigenheiten einiger Auslandstöchter zu berücksichtigen.

Eine Software - viele Rechner

Die Kooperation klappte, und nach 16 Mannjahren und Zahlungen von "weit über eine Million Mark an Software Partner" (Szebel) war ein Programmpaket fertig, das nicht nur den gesamten Auftrags- und Beschaffungsbereich abdeckt, Zeitersparnisse in der Lagerabwicklung mit sich bringt und ein Statistiken-Package - gegliedert nach Entscheidungsebenen - vorhält, entstanden war auch eine hardwareunabhängige Software. Heute läuft dieses Cobol-Dialogpaket auf IBM /370-148, ICL 2904 und Univac 90/30, die Installation auf anderen Rechnern ist in der Planung.

Auf den Service kommt es an

Wichtigster Effekt ist für Merck, daß für bei unbefriedigender Wartung ohne weiteres ein Rechnerwechsel vollzogen werden kann, und Szebel weiß aus der Praxis zu berichten, daß große Herstellernamen nicht auch an jedem Fleck der Erde exzellenten Wartungsservice implizieren - eine Behauptung, die auf Merck-Erfahrungen in Amsterdam, Barcelona, Brüssel, Madrid, Paris und Rio de Janeiro basiert. Bei Software Partner erkannte man die Vermarktungschancen des vielseitigen Kommerz-Paketes und vereinbarte mit Merck vertraglich die Weiterverwertung des gewonnenen Know-how mit dem Ergebnis, daß dem Anwender heute die beiden Software-Pakete "SP/100" und "Ordis" (für Univac-Serie 90-Rechner) zur Verfügung stehen.

Zu Beginn der Veranstaltung in Hamburg hatten die Software Partner sich und ihr Haus vorgestellt. Geschäftsführer Prof. Klaus W. Wente macht dabei keinen Hehl aus der Tatsache, daß es auch für Software Partner eine schwierige Anfangsphase gegeben hatte, in der beispielsweise bei der Ausrichtung auf das Betriebssystem von Sems-Solar-Rechnern (für Realtime-DV) "viel Lehrgeld bezahlt" werden mußte. Danach berichteten zwei Anwender, zunächst Hans Otto Grelck, Mitglied der Geschäftsleitung der Firmengruppe Schmidt-Schneemilch, Hamburg.

Mixed-Software löst Spezialproblem

Durch den Erwerb eines ICL-Ten-Systems, schilderte Grelck, sei sein Haus auf Software Partner gestoßen, zu dessen Leistungsspektrum auch Schulungskurse für diesen ICL-Rechner gehören. Im Laufe der nun schon viele Jahre dauern den Zusammenarbeit hätten die Darmstädter dank stetiger Softwareverbesserung erreicht, daß das steigende Geschäftsvolumen der Hamburger Zwillingsfirma mit derselben EDV-Anlage bewältigt werden konnte - erweitert wurde nur der Plattenspeicher.

Besonders angetan zeigte Grelck sich davon, daß Software Partner ihn durch ein "Mixed-Software-Konzept" aus einer kniffligen Situation befreit hatte: Den Darmstädtern war es gelungen, das von dritter Seite erstellte, auf die besonderen Belange des Doppelunternehmens Schmidt-Schneemilch zugeschnittene Fibu-Paket in die übrige Software zu integrieren.

ÖIgeschäft geht glatt

Als "Minianwendung - vom Rechner her gesehen" bezeichnete Rainer Pfurr Leiter der Cobol-Dialogsysteme bei Software Partner, das Mineralölhandel-Spezialprogramm, zu dem Oswald Vocke von der Geschäftsführung der Hamburger Oil sich äußerte. Zunächst - so Vocke - sei man von Datev enttäuscht gewesen, danach habe man sich an Hewlett-Packard gewandt und sei dadurch auch mit Software Partner in Kontakt gekommen. "Nach etlichen Anläufen" (Vocke) - dazu gehörten im Ernstfall auch Blitz-Flugreisen der Darmstädter nach Hamburg - sei jetzt ein EDV-System zum Stehen gekommen von dessen vielen Vorzügen er einen am meisten schätze: die Bedienbarkeit durch EDV-Laien.