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15.02.1991 - 

Ziele konnten aus eigener Kraft nicht erreicht werden

Software Partner läßt sich von der Steria-Gruppe vereinnahmen

MÜNCHEN (qua) - Nach Cap Gemini Sogeti und der Sema-Groupe kauft sich jetzt ein dritter französisches Software- und Servicekonzern in den deutschen Markt ein: Mit umgerechnet vier Millionen Mark sicherte sich die Steria SA, Paris, 80 Prozent der Darmstädter Software Partner GmbH (SP), die daraufhin mit der deutschen Steria-Niederlassung fusionierte.

Im April, so Udo Philipp, bis dato Geschäftsführer der zehnköpfigen Steria GmbH, Frankfurt, wird die Verschmelzung mit dem hessischen Softwarebetrieb offiziell abgeschlossen

sein. Das neue Unternehmen firmiert bereits als Steria Software Partner GmbH; es beschäftigt 90 Mitarbeiter und verfügt über ein Stammkapital von rund fünf Millionen Mark.

Während SP sein Angebot vorwiegend an die Fertigungsbranche richtete, operierte Steria hierzulande fast ausschließlich im Banking-Bereich. Wegen der räumlichen Anbindung an die vorwiegend im Raum Frankfurt konzentrierte Kundschaft bleibt die deutsche Steria-Niederlassung denn auch als eigenes Profit-Center erhalten. Udo Philipp wird allerdings nach Darmstadt übersiedeln, um von dort aus gemeinsam mit Harald Kremser, bislang Geschäftsführer der Software Partner GmbH, das neue Unternehmen zu leiten.

Bereits im Herbst vorletzten Jahres hatte Kremser gegenüber der COMPUTERWOCHE geäußert, daß lebensnotwendige Investitionen für kleine und mittlere Softwarebetriebe kaum noch finanzierbar seien (CW Nr. 48 vom 24. November 1989, Seite 1: "Deutscher Softwarebranche fehlt unternehmerisches Denken"). Wie der Software-Unternehmer jetzt einräumte, hätte auch die Software Partner GmbH ihre Ziele nicht aus eigener Kraft erreichen können: "Wir wollen mit unseren Produkten im europäischen Ausland aktiv werden und hätten das aus Kapitalgründen allein nicht geschafft."

Kremser hatte deutsches Unternehmen bevorzugt

Der Impuls für die Fusion ging laut Kremser von den Darmstädtern aus; etwa anderthalb Jahre sei er auf der Suche nach einem passenden Partner gewesen. Enttäuscht äußerte sich der frischgebackene Steria-Geschäftsführer über die mangelnde Resonanz bei der deutschen Software-Industrie: "Ich sage ganz offen, ich hätte einem deutschen Unternehmen wahrscheinlich den Vorrang gegeben."

Nach Kremsers Ansicht sprechen jedoch eine ganze Reihe von Punkten für die Steria SA: Das französische Unternehmen, das bereits über Niederlassungen in Spanien und Belgien verfügt, biete breite Möglichkeiten, die SP-Produkte aus einer bestehenden Organisation heraus europaweit zu vertreiben. "Wir haben jemanden gesucht, der uns den europäischen Markt erschließt, ohne daß wir investieren müssen."

"Hohe Priorität" räumte Kremser nach eigener Darstellung auch der Tatsache ein, daß Steria über eine ähnliche Unternehmenskultur verfüge wie SP. Das mit einem Jahresumsatz von umgerechnet 330 Millionen Mark den größten deutschen Softwarehäusern ebenbürtige Unternehmen ist mehrheitlich im Besitz seiner rund 2000 Mitarbeiter.

In bezug auf die Ziele der deutschen Tochter hält sich Kremser noch bedeckt: "Bei einem Eigenkapital von fünf Millionen Mark zu einer Bilanzsumme von acht Millionen Mark ist noch einiges an Spielraum offen."

Die Dezentralisierung, mit der die Software Partner GmbH in Deutschland bereits begonnen habe, werde auf jeden Fall fortgesetzt; ob die Gründung eigener Niederlassungen oder die Suche nach weiteren Partnern der bessere Weg dorthin sei, will der Unternehmenssprecher jedoch "der Zukunft überlassen."