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18.01.1980

Software-"PCMs" Renker und Wilken zielen auf IBM-Anwender:VBOMP und HL 1 nutzen Schwächen des Marktführers

AACHEN - VBOMP ist eine Alternative zu DL/1 - dies war der Tenor des Referats, das Ernst F. Wilken vor den in Aachen versammelten Gründern des Anwender-Klubs COURSE hielt (CW-Nr. 48 vom 30.11.1979, Seite 1). Wilken, 1976 von IBM weggegangen, "weil es da fachlich nicht mehr viel zu holen gab" (Eigenaussage), referierte über Datenbank-Konzepte für DOS/VSE und stellte in diesem Zusammenhang den IBM-Systemen DBOMP, DL/1 und VSAM das von ihm entwickelte VBOMP gegenüber. Für den Vertrieb von VBOMP habe er mit dem Softwarehaus Hübner & Mergard (H & M) GmbH in Rödermark eine entsprechende Vereinbarung getroffen, teilte Wilken mit. Die Zahl der VBOMP-Anwender bezifferte der DB-Designer mit 48 (November '79), die VBOMP-Preise mit 940 Mark Monatsmiete beziehungsweise 51000 Mark für den Kauf.

Stationen aus Wilkens Kreuzzug gegen IBMs DB-Systeme (wörtliche Zitate):

- VSAM ist zuweilen wirklich grausam.

- Alle DL/1-Datenbanken, die ich kenne, haben ein ganz schlechtes sequentielles Verhalten.

- Wer DL/1 installieren will, sollte nicht unter zwei MB Hauptspeicher gehen.

- IBM hat zur Zeit andere Sorgen als DL/1. Was da stattfindet, ist allenfalls Maintenance. Aber das kann auch anders werden.

- DBOMP besteht zu 50 Prozent aus Abfragen: Welcher Plattentyp bin ich denn gerade?

Dem stehe als VBOMP - Durchbruch - so Wilken - die "logische Recovery" gegenüber, die die große Zahl der sonst notwendigen Updates bei der Einfügung von Sätzen entscheidend reduziere. VBOMP bedeute verlängerte Zeiträume zwischen Datenbank-Reorganisationen und biete dem Anwender die jederzeitige Rückkehr-Garantie zur Original-IBM-Software. In einem kürzlich herausgegebenen H & M-Pressetext heißt es: Während unter DBOMP jede Kettadresse sich erst nach dem physischen Speichervorgang aus der tatsächlichen Plattenadresse ergab (und in die Kettdatei eingetragen werden konnte), schreibt VBOMP die Daten sequentiell, aber zügig auf die Platten und errechnet ihre Adresse erst bei der späteren Verarbeitung. H & M berichtet von einem Anwender, bei dem nicht die Umstellung von einer /370-135 auf eine 3031 die mit DL/1-Bridge gefahrene Auftragserfassung beschleunigt habe, sondern erst der Übergang auf VBOMP.

Benutzerfreundlich durch Normieren

Von Heinz-Peter Maassen, Systemprogrammierer und Software-Entwickler bei Renker, ließen sich die Anwender über Bildschirm-Design und Programmstruktur für Dialogprogramme unterrichten. Als Gründe für den zunehmenden Einsatz von Bildschirmen nannte Maassen verbesserte Fehlerkontrolle bei der Datenerfassung, beschleunigte Datenverfügbarkeit, Datenänderungen und Batch-Programme sowie vereinfachte Programmschreibung.

Die verschiedenen Typen von Bildschirm-Programmen, wie etwa Satz-Einzelanzeige, sequentielle Anzeige und Massen-Datenerfassung, seien zu normieren, forderte Maassen, und unter Berücksichtigung der Programmgrößen benutzerfreundlich abzustimmen. Gegenstand einer Normierung sollten nach Maassens Auffassung vor allem die Kopfzeile, eine Fehlerzeile, die Cursor-Positionierung, ferner die Formate sowie die Programm-Funktionstasten sein.

Im Zeitalter der TP- und Remote-Anwendungen haben die alten Batch-Programmiersprachen ausgedient; und an den heutigen Compilern ist ärgerlich, daß sie alt sind mit Anbauten. Diese Ansichten vertrat Renker-Geschäftsführer Günther Lattwein und suchte sie zu belegen mit den Umstellungsschwächen und anderen Schwerfälligkeiten von CICS/RPG, wie etwa der CHAIN-Anweisung Nachdrücklich prangerte er den "CICS-Formalismus" - die in allen Programmen identische Transaction Work Area (TWA) - an und verwies im Gegenzug auf Renkers HL 1, wo jedes Programm eine eigene TWA und eine eigene Bezugszahlenleiste habe. Die richtige Organisation vorausgesetzt (Stichworte: katalogisierte Bausteine; Modulen-Liste), könne HL 1 die Wartung der Programme wirksam verbessern, da Änderungen mit Geltung für alle Programme nur einmal vorzunehmen seien.

Anders als üblicherweise, hob Lattwein hervor, seien bei HL 1-Programmen im Hauptspeicher immer nur Teilkomplexe eines Gesamtprogramms aktiv. Ähnlich wie Wilken, der Datenbanken als "keine Sache von Ewigkeit" bezeichnet hatte, wies Lattwein mit Nachdruck darauf hin, Umorganisationen innerhalb eines Betriebs seien ebenso unbeliebt wie unumgänglich. In solchen Fällen aber sei die Unterprogramm-Lösung, wie Cobol-, PL/I- oder RPG-Programme sie immer noch anböten, wegen des enormen Umstellungsaufwands eben doch keine Lösung. Es gelte, eine modular strukturierte Betriebsorganisation aufzubauen.

Lattwein resümierte: "HL 1 ist eine Erweiterung des CPG-Methodenbank-Konzepts auf den Anwender hin. Anwendungsprogrammierer brauchen von CICS keine Ahnung zu haben." Zum Thema Schnittstellen zwischen HL 1 und TP-Monitoren sagte Lattwein, ein Interface zu CICS sei vorhanden und eines zu SHADOW in Vorbereitung; für ein TCSS-Interface sei augenblicklich kein Bedarf erkennbar. Im nächsten Release wird HL 1 nach Lattweins Ankündigung noch nicht RPG-kompatibel sein. Vorgesehen ist aber ein Master-Terminal für den direkten Bildschirm-Entwurf, der dann in einen CPG-Modul übergeführt wird.