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Illegale Kopien für 50 Millionen Dollar beschlagnahmt


19.01.1990 - 

Software-Piraten-Nest in Hongkong ausgehoben

MÜNCHEN (CW) - Der bislang vermutlich schwerste Schlag gegen Software-Piraten gelang Ende letzten Jahres in Hongkong. Nach Angaben der Zoll- und Steuerfahnder der britischen Kronkolonie wurden knapp 110 000 Software-Handbücher beschlagnahmt, bei denen es sich höchstwahrscheinlich um Raubkopien handelt.

Bei der Razzia wurden neben den Handbüchern auch Computer, Druckvorlagen und eine große Zahl illegal kopierter Disketten sichergestellt. 15 Verdächtige wurden verhaftet. Die Fahnder vermuten, daß das Syndikat etwa zwei Drittel des illegalen Softwaremarktes von Hongkong versorgte. Der Vertrieb erfolgte über vier Läden in der Golden Shopping Arcade und per Versandhandel.

Vertreter der Zollbehörden schätzen den Schwarzmarktwert des beschlagnahmten Materials auf etwa drei Millionen Dollar. Da der Preis von Raubkopien in Hongkong nur etwa sieben Prozent des regulären Preises beträgt, entspricht das einem legalen Wert von 30 bis 50 Millionen Dollar.

Ein großer Teil der beschlagnahmten Handbücher und Disketten waren Raubkopien von Firmen, die in der Business Software Association (BSA) zusammengeschlossen sind. Die BSA mit Sitz in Washington, USA, ist eine Organisation zum Schutz der Urheberrechte von Softwarefirmen. Zu ihren Mitgliedern zählen Microsoft, Lotus, Ashton-Tate, Word Perfect, Autodesk und Aldus.

Douglas E. Phillips, Präsident der BSA, sieht in dem Vorgehen der Zollbehörden von Hongkong "ein leuchtendes Beispiel für behördliche Maßnahmen in aller Welt, dem andere Länder folgen sollten". Hongkong, bislang eine Hochburg der Rauhkopierer, sei nunmehr führend bei der Durchsetzung der Copyright-Bestimmungen.

Auch in der Bundesrepublik, meint Christian Wedell, Geschäftsführer der Microsoft GmbH, sei Software-Piraterie ein ernstes Problem. Er schätzt, daß dem Markt hierzulande durch Raubkopien und illegal erworbene Software-Produkte jährlich mehrere hundert Millionen Mark verlorengehen.