Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

29.08.1980 - 

Der Konkurrent aus Japan läßt auf sich warten:

Software schützt den Rechnermarkt

MÜNCHEN (gr) - Ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen einem japanischen Automobil und einem Computer: Beim Auto scheint das Serviceproblem weitgehend gelöst. Auf dem Computersektor jedoch steckt die japanische Durchdringung des bundesdeutschen Marktes erst in den Säuglingsschuhen. Der Marktanteil ist verschwindend. Die Ursache dieser Erscheinung liegt nach Ansicht von Fachleuten in der Software.

Die "große japanische-Computerinvasion" läßt in der Bundesrepublik auf sich warten. Nur wenige der dortigen Rechnerhersteller sind in der Bundesrepublik mit einer Niederlassung direkt vertreten, erklärt Hisajoshi Hashimoto, Direktor der Büromaschinenabteilung im japanischen Trade Center, Düsseldorf. Während die Nippon Electric Company in der Bundesrepublik wenig erfolgreich operiere, kämpften Toshiba und Sharp mutig um einen größeren Marktanteil. Die Toshiba Deutschland GmbH, Neuss, vertreibt eigenen Angaben zufolge in der Bundesrepublik bisher nur Tisch- und Taschenrechner. Ab 1981 jedoch beabsichtigt sie, ihr Vertriebsprogramm nach oben auszuweiten.

Bei der Sharp Electronics (Europe) GmbH, Hamburg, stellt der Personalcomputer MZ 80 K seit Herbst 1978 die Obergrenze im Vertrieb dar. Für die Erstellung der Software des Stand-alone-Systems gibt das Unternehmen nach Angaben des kommissarischen Vertriebsleiters Günther Strohbach nur Empfehlungen, die Leistungen bestimmter Software-Häuser in Anspruch zu nehmen. Erst ab September soll für ein erweitertes System bestimmte Standardsoftware angeboten werden. Die Sharp plane jedoch ebenfalls, ihr Programm nach oben auszubauen.

Doch ist dieser japanische Hersteller seit 1968 auf dem deutschen Markt tätig, so daß ihm die deutsche Geschäfts- und Computermentalität keine Unbekannte mehr sein dürfte.

Bis '85 kein Invasionsboom

Während der kommenden fünf Jahre, so Strohbach, dürften die USA und die europäischen Rechnerhersteller auf dem heimischen Spielfeld zweifellos ihre starke Position behalten. Ungleich dem Automarkt versuchten die Japaner nicht, über den Preis ihren Marktanteil zu vergrößern. Die niedrigeren Lohnkosten in Fernost kämen auch den US-Herstellern beispielsweise zugute, die dort ihre Rechner fertigen ließen. Der Preis für die 7800-Serie, die Siemens unter eigenem Namen für seinen Kooperationspartner Fujitsu vertreibt, liegt nach Siemens-Angaben auf dem Weltmarkt-Preisniveau.

Software als Hemmschwelle

Taschenrechner und Halbleiter lassen sich ohne Software verkaufen. Auf dem deutschen Markt sind die Japaner hier auch ein bedeutender Faktor. Auf dem Computersektor aber scheint sich die unzureichende Software als Hemmschwelle zu erweisen. Nach Ansicht eines Siemens-Sprechers ist hier der Unterschied zur Entwicklung auf dem Automarkt zu suchen. Auch in Japan kostet die Software viel Geld. Es komme nicht auf die Menge der Software-Hersteller, sondern ihre Qualifikation an. Und hier wie dort seien gute Leute knapp. Ein Sprecher der Nixdorf AG, die selbst eine Einbahn-Kooperation in Richtung Japan aufzuweisen hat, gibt als weiteren Punkt zu bedenken: Um anwenderorientierte Software anzubieten, müsse die Mentalität des Empfängerlandes bekannt sein. Und daran scheint es bei den Japanern (noch) zu hapern. Erforderlich seien hier wie auf dem Dienstleistungssektor hohe Investitionen. Mitte der 80er Jahre jedoch so fürchtet Jürgen Nickel, Vertriebsleiter der Nixdorf AG, Paderborn könnten sich die Japaner das branchen- und landesspezifische Wissen auch für den deutschen Markt angeeignet haben und verstärkten Druck auf den europäischen Markt ausüben.