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06.05.1983 - 

Moderne SW-Werkzeuge müssen beinahe alles können:

Software-Tools: Wie Schweizer Offiziersmesser

Die Software-Produktion erweist sich zunehmend als Engpaß und Kostenfaktor im DV-Bereich. So rührte denn auch ein Großteil der Softwarehäuser auf der diesjährigen Hannover-Messe die Werbetrommel mit Schlagworten wie "Automatisierung der Programmierung", "Softwareengineering" und "Programmierung durch den Endbenutzer". Fortschritte in der "Weichware-Technologie" wurden in der Vereinigung von Anwendung und Software-Entwicklungswerkzeugen mit gleichartigen Benutzeroberflächen und Betriebscharakteristika sichtbar.

Der Anwender mußte Zeit und Geduld aufbringen, wollte er aus dem verwirrenden Angebot gleichartig anmutender Werkzeuge Unterschiede hinsichtlich des Leistungsumfanges und der Anwendungsschwerpunkte herausfiltern, denn die Vierfarb-Prospekte glichen sich in ihren Aussagen wie ein Ei dem anderen.

Als "echte" Programmierhilfen waren immerhin Pakete zu klassifizieren, die überwiegend auf Dateiebene arbeiten und mit kommunikationsfördernden Mitteln, etwa Gebrauchsanweisungen auf der Ebene der Benutzersprachen, die strukturierte Darstellung unterstützen. Verfügbar sind derartige Tools inzwischen für fast alle gängigen Programmiersprachen. Dennoch, so das Urteil von Fachleuten: Der Kreativität des Benutzers könnte hier ein Riegel vorgeschoben werden.

Von komplexen Lösungen, wie etwa der Kombination mehrerer Programmierhilfen unter einheitlicher Verwaltung, war bei den Softwarehäusern in Hannover sehr häufig die Rede. Von Dateiaufbereitern über Maskengeneratoren und Testhilfen bis zu Textverarbeitungsmodulen hatten die Programmierschmieden alles zu einem Paket "verschnürt", was zur Software-Entwicklung notwendig und hilfreich erscheint. Begriffe wie "Pseudo-Code", "Entscheidungstabellen-Analysator" und "interaktive Testhilfe" tauchten so oder in ähnlicher Form bei allen Anbietern solch Instrumentariums für methodische Programmentwürfe auf. Dem Anwender hier den "Dschungel der Meta-Syntax" zu ersparen und ihm eine einheitliche Benutzeroberfläche anzubieten, schien oberstes Gebot. So waren denn auch die" Kommunikationskürzel" für die Mensch-Maschine-Schnittstelle entsprechend einfallsreich; sie reichten von einer Art "Babysprache" bis zu einem "Mischmasch" aus Syntaxanweisungen und geometrischen Symbolen. Auch die Möglichkeit des Screen-Splitting" wurde gezielt eingesetzt. Diese Funktion soll nach Angaben von Soft-Gurus dazu beitragen, die Software-Produktion überschaubarer und transparenter zu gestalten, insbesondere bei Programmänderungen oder gleichzeitigem Bearbeiten mehrerer Dateien.

Als dritte Variante präsentierten sich dem Messebesucher Werkzeugpakete mit Schwerpunkt auf der Darstellung von Softwaresystemen durch Baumstrukturen. In erster Linie dienen sie der Unterstützung des Projektmanagements. Weitgehend unabhängig von der Zielsprache und der Zielmaschine sollen die Tools dem Projektleiter bei der Planung der Systemkonzeption, bei Problemanalysen und bei Systementwürfen helfen, Projektstandards einzuhalten und Entwurfsziele frühzeitig festzulegen.

Die Softwareprodukte dieser Kategorie werden vornehmlich interaktiv eingesetzt, bieten darüber hinaus aber auch einen weiteren Vorteil: Quasi als Abfallprodukt werden Daten strukturiert, Systemanforderungen beschrieben und Programme automatisch dokumentiert.

Alles in allem wurden dem "CeBIT-Bummler" in Hannover im Bereich der Software-Produktionswerkzeuge hinreichend durchgängige Konzepte und Methoden angeboten, die zur effizienteren Abwicklung eines Gesamtprojektes beitragen können. Dennoch: Dem Benutzer wird durch die Vielfalt des in den letzten Jahren immens gewachsenen Angebotes die Entscheidung zunehmend erschwert.

*Wolfgang Merkert ist Mitglied der Redaktion.