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02.04.1993 - 

Trotz deutlich geringerer Ertragserwartungen in den 90er Jahren

Software- und Servicefirmen weiterhin fuer Anleger attraktiv

Das Londoner Marktforschungsunternehmen Datamonitor hat das Wachstum von europaeischen Software- und Serviceanbietern in den Jahren 1987 bis 1991 beobachtet. Die Analysten stellen ein jaehrliches Umsatzwachstum in diesem Segment von rund 100 Millionen Dollar fest, von 300 auf fast 700 Millionen Dollar. Dies bedeutet, dass das prozentuale Umsatzwachstum alljaehrlich gesunken ist, naemlich von 30 Prozent im Jahre 1988 auf knapp ueber 15 Prozent 1991.

Ein besonders gutes Ergebnis erreichten die Anbieter von Standardsoftware. Ihre jaehrliche Wachstumsrate lag auch 1991 noch ueber 20 Prozent. Aehnlich hohe Wachstumsraten liessen sich ebenfalls bei Anbietern von Systemintegration und Facilities Management feststellen. Allerdings weisen die Analysten hier darauf hin, dass bei prozentualen Angaben das insgesamt niedrigere Umsatzvolumen zu beruecksichtigen sei. Unterdurchschnittlich sei das Wachstum in den Subsegmenten Auftragsprogrammierung und RZ-Leistungen ausgefallen. Seit Anfang der 90er Jahre liegen die prozentualen Wachstumsraten hier mit sinkender Tendenz im einstelligen Bereich.

Die Detailanalyse der einzelnen Unternehmen nach Umsaetzen und prozentualer Hoehe der Profite zeigt fuer das Jahr 1991, dass nach Steuern Anbieter standardisierter Produkte eine besonders hohe Profitabilitaet aufweisen. Hier fuehren die Unternehmen Macro-4, BMC, Novell, Microsoft, Microfocus und SAP (siehe Grafik).

Geld weit besser angelegt als bei Hardwareherstellern

Im Schnitt verzeichnen diese Unternehmen einen Gewinn von mehr als 20 Prozent des Umsatzes. Im Vergleich liegt die durchschnittliche Netto-Profitrate bei Firmen fuer Auftragsprogrammierung nur bei vier Prozent.

Diese Profitmargen sind allerdings nicht stabil. Anteilseigner und langfristige Kapitalanleger konnten bis in die 90er Jahre hinein mit Gewinnen von ueber 20 Prozent auf ihre Investitionen rechnen. Allerdings erwarten die Datamonitor-Analysten aufgrund des verschaerften Wettbewerbs Druck auf die Kapitalgewinne. Trotzdem zeige ein Blick auf die juengsten Ergebnisse bei IBM und japanischen Unternehmen, dass im Software- und Servicebereich das Geld weit besser angelegt sei als bei Hardwareherstellern.

Einen Trost halten die Briten fuer Anleger im Hardwaresegment jedoch bereit: Die Unternehmen - IBM und ICL sind zwei Beispiele - haben ihr Portfolio in vielversprechende Wachstumssegmente wie Outsourcing und Facilities Management erweitert. Auch versuchen zunehmend urspruengliche Beratungsunternehmen, in diesem Bereich mitzumischen. Das zusammen uebt weiteren Druck auf die Profitmargen klassischer Anbieter im Software- und Servicesegment aus.

Deswegen sind nach Erwartung der Analysten insgesamt die Kapitalertrags-Erwartungen deutlich niedriger anzusetzen als Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre. So konnten Investoren 1989 noch auf einen durchschnittlichen Kapitalertrag von 30 Prozent setzen - wer gut streute, lag immer richtig. 1991 war diese Investorenmarge bereits auf 20 Prozent gesunken. Auch wenn das Marktsegment Software und Services fuer Investoren weiterhin attraktiver sein duerfte als andere Industrien, brauchen Anleger, so die Warnung der Londoner Marktforscher, in Zukunft mehr Fingerspitzengefuehl.

Abb: Der heisseste Tip ist wieder einmal Microsoft. Quelle: Datamonitor