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05.08.1977

Software-Wartung

Immer häufiger werden die Programmier-Abteilungen, in denen über die Hälfte der verfügbaren Manpower nicht für Software-Neuentwicklung, sondern für die Wartung bestehender Programme aufgewendet werden. Auf dem Wege zur "totalen Computerisierung wird mehr und mehr der Punkt überschnitten, an dem bereits mehr fertiggestellt wurde, als noch zu erreichen gilt. Auch durfte die durchschnittliche Lebensdauer der Programme immer länger werden. Vormals war sie angeblich im Mittelwert nur vier Jahre, heute soll sie doppelt 80 lang sein. Zunehmend wird es unmöglich festzustellen, ab wann ein Programm so verändert ist, daß es zu einem neuen Programm wurde.

Kein Zweifel, der Software-Wartungsaufwand steigt allenthalben überproportional. Amerikanische Untersuchungen belegen, daß Im Vergleich zum Zeitaufwand für die Erstellung eines Programmes über die Lebenszeit dieser Anwendung etwa der vierfache Manpower-Bedarf für die Programm-Wartung anfällt.

Deshalb hört man vielfach den Einwand, die ganze Diskussion um die moderne Software-Technologie, also um modulares Design, strukturierte Programmierung und computerunterstützte Software-Entwicklungs Verfahren, ziele am Kernproblem vorbei. Dieser Kritik ähnlich ist der Einwand, die neuen Verfahren seien sicherlich ganz hervorragend, wenn man auf der "grünen Wiese" starten könne, indes . . . usw.

Statt praxisfremd, besonders wichtig

Aus der Tatsache, daß Software-Wartung immer wichtiger wird, läßt sich aber nicht herleiten, daß moderne Verfahren für die Software-Entwicklung und Software-Tools für computerunterstützte Programm-Entwicklung eigentlich praxisfremd seien. Zu fragen ist doch, ob die Programmwartung auch derart aufwendig wäre, wenn die zu wartenden Programme nach anderen Software-Entwicklungs-Methoden erstellt worden wären. Ein entscheidender Vorteil der HlPO-Methode, der Entscheidungstabellen-Generatoren, der Nasi-Shneidermann-Diagramme, der Normierten Programmierung, der Generatoren für Detailbeschreibungen und Testdaten, der Blbliotheksverwaltungs-Programme ist die projektbegleitende oder automatisch generierte Dokumentation, deren Nutzen sich erst In der Wartungs-Phase zeigt, dann aber nachweislich zu großen Manpower-Einsparungen führt. Das heißt aber, gerade weil das Wartungs-Problem immer gewichtiger wird, ist der Einsatz neuer Design- und Programmiermethoden oder automatischer ,Software-Tools geboten.

Achtung: Killerphrase!

Es gibt aber auch noch einen weiteren Grund: Was wird eigentlich gewartet? Seltenster Anlaß dürften Änderungen von Gesetzen und Vereinbarungen sein (obwohl dies Immer wieder als wichtigster Grund herausgestellt wird). Schon häufiger geht es um Änderungswünsche der Fachabteilungen für verbesserte Verfahren (die den Leuten am besten schon froher eingefallen waren). In beiden Fällen hilft eine ausreichende Dokumentation. Meist aber geht es um Beseitigung von Fehlern, die bei der Programm-Entwicklung gemacht wurden. Nun ist empirisch nachgewiesen worden, daß die Systematik neuer Software-Entwicklungsmethoden die Zahl möglicher Fehler sowohl in der Design-Phase wie in der Codier-Phase stark vermindert. Genau das muß das Ziel sein, wenn es darum geht, das Software-Wartungs Problem in den Griff zu bekommen.

Fazit: Das Argument "Die neue Software-Technologie bringt nicht, worauf es ankommt" ist eine "Killerphrase , eine Ausrede also nach der Art: "Da kann ja jeder kommen" , " bei uns herrschen aber ganz andere Bedingungen" , "das haben wir immer so gemacht".