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05.02.1993 - 

Sparmassnahmen schliessen auch Entlassungen ein

Softwarehaus Ploenzke mit Overhead-Problemen

Im traurigen Monat November war?s, genauer gesagt: am 17.November 1992. An diesem Tag teilten die Vorstandsmitglieder Klaus Ploenzke und Christian Stolorz ihrer Belegschaft mit, dass es um das Unternehmen nicht allzu rosig bestellt sei.

"Wir werden 1992 nach heutiger Schaetzung gerade unser Vorjahresergebnis erreichen und haben an Produktivitaet im operativen Geschaeft deutlich nachgelassen." - So der Wortlaut eines der CW zugespielten Briefs, den der Ploenzke-Vorstands an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilen liess.

Im vergangenen Jahr hatte die Unternehmensgruppe Pro-Kopf- Einnahmen von weniger als 150 000 Mark und eine Umsatzrendite von kaum mehr als drei Prozent vorzuweisen. Mit solchen Kennzahlen ist tatsaechlich wenig Staat zu machen. Wohl aus diesem Grund hat sich der Ploenzke-Vorstand die Vermehrung des Eigenkapitals und die Verbesserung der Geschaeftsergebnisse auf die Fahnen geschrieben.

Mittel zum Zweck ist ein ganzes Buendel von Sparmassnahmen, das dabei helfen soll, den Overhead zu reduzieren.

Unter anderem stellt das Unternehmen den "nicht direkt geschaeftsrelevanten Sachaufwand" zur Disposition. "Entscheiden Sie bei jeder Geldausgabe, als wenn es Ihre eigene waere", empfiehlt das Mangement der Belegschaft. Gezielt investieren will der Ploenzke-Vorstand hingegen in den Ausbau seiner "Isotec"-Methode, insbesondere in die Unterstuetzung der Geschaeftsprozess-Analyse sowie die Qualitaetssicherung nach dem ISO-9000-Standard.

Den Rotstift setzen Ploenzke und Co. auch bei den Personalkosten an: Die "branchenuebliche Fluktuation von sechs bis sieben Prozent" (Erben) wird bis auf weiteres nicht mehr durch Neueinstellungen aufgefangen. Wie der Pressesprecher bestaetigt, sind ausserdem einige Mitarbeiter aus eigenem Antrieb gegangen. Von Mitte November bis Mitte Dezember 1992 sei in einigen Geschaeftsstellen eine "uebertriebene Irritation" aufgetreten, die "den einen oder anderen" bewogen habe, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzusehen.

Consulting-Bereich um ein Viertel gestutzt

Ueberdies erhielten Anfang Dezember des vergangenen Jahres 48 Ploenzke-Mitarbeiter einen blauen Brief. Drei Viertel der Entlassenen waren in der auf das Projektgeschaeft spezialisierten Ploenzke Informatik GmbH taetig - und dort insbesondere im Bereich Industrie.

Die anderen zwoelf gehoerten zur Beratungstochter Ploenzke Consult. Die nach Ploenzke-Angaben als Tueroeffner fuer groessere Projekte konzipierte Management-Beratung hat die in sie gesetzten Erwartungen offenbar nicht erfuellt, weshalb die vormals 64koepfige Belegschaft mittlerweile um ein Viertel gestutzt wurde. Geschaeftsfuehrer Jens-Marten Lohse uebernahm die Verantwortung fuer den Misserfolg und verliess die Ploenzke-Gruppe Ende des vergangenen Jahres.

Aenderungskuendigungen mit gekuerzten Bezuegen

Ein Teil der gekuendigten Belegschaftsmitglieder (zehn Personen) hat inzwischen eine Aenderungskuendigung akzeptiert und bleibt im Unternehmen - wenn auch mit deutlich gekuerzten Bezuegen. Laut Erben sind weitere Entlassungen zwar nicht auszuschliessen, aber derzeit keineswegs beabsichtigt.

Schliesslich will Ploenzke auch den Overhead im eigenen Rechenzentrum beseitigen: Die parallel zu dem fuer einen IBM- Partner ogligatorischen 3090-Mainframe betriebene Siemens-Nixdorf- Anlage wurde abgeschaltet, da seit der Einfuehrung der SAP-Software keine Anwendungen mehr darauf liefen.