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Ausbildung zum Navision-Berater angestoßen

Softwarehaus unterstützt Vertriebspartner bei der Personalsuche

25.02.2000
Mehr als 500 Mitarbeiter könnten die deutschen Vertriebspartner des dänischen Softwarehauses Navision sofort in Deutschland einstellen, wenn entsprechend qualifizierte Fachkräfte zu finden wären. Nun bildet die Softwarefirma mit dem Arbeitsamt und dem Siemens Business Service als Bildungsträger Organisationsberater und -entwickler selbst aus.

"Die Bedarf von etwa 500 Mitarbeitern ist das Ergebnis einer Umfrage unter unseren 116 Vertriebspartnern in Deutschland und bezieht sich nicht etwa auf deren gesamten Personalbedarf, sondern ausschließlich auf das Navision-Umfeld", erklärt Oliver Kiel, in der Deutschland-Zentrale des Softwareanbieters in Hamburg für Personalentwicklung und Training zuständig. Aber trotz des hohen Personalbedarfs war bei den Arbeitsämtern einige Überzeugungsarbeit zu leisten, bevor sie die sechsmonatigen Schulungen in Hamburg, Kiel und Mannheim finanzierten.

"Wir suchen den engen Kontakt mit den regionalen Arbeitsämtern und allen Beteiligten", erläutert Caren Jörgensen, Projektleiterin für diese Maßnahme bei Navision. Bei regelmäßigen, von Navision initiierten Arbeitsmarktgesprächen sitzen alle Ausbildungspartner zusammen und stimmen ihre Vorstellungen ab. Hier sind die Arbeitsämter, Siemens als Schulungsträger, die Vertriebspartner sowie Personalexperten von Navision vertreten. Der gemeinsame Dialog mündete in ein Ausbildungskonzept, das die Erfordernisse aller Teilnehmer berücksichtigt.

"Schon beim Auswahlverfahren sind Arbeitsamt, Bildungsträger und potenzielle Arbeitgeber beteiligt. Geeigneten Bewerbern bieten wir mit kurzen Ausbildungszeiten und praxisorientierten Inhalten dann eine gute Vorbereitung und eine sichere Berufsperspektive bei dem branchenüblich guten Gehalt", so Jörgensen. Die Hürden für den Einstieg sind aber nicht niedrig: Beim Bewerbungsgespräch vor dem Gremium muss der Kandidat nicht nur Eignung und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen glaubhaft vermitteln, sondern auch durch seine Persönlichkeit überzeugen und einen IT-Eignungstest bestehen.

Am besten geeignet sind nach Jörgensens Überzeugung Betriebswirtschaftler, denen im Seminar dann die entsprechenden IT-Qualifikationen vermittelt werden. Aber auch Absolventen anderer Disziplinen oder Studienabbrecher kommen in Frage: "Für ihre Tätigkeit brauchen die künftigen Berater betriebswirtschaftliches Know-how, IT-Kompetenz und im besten Fall Branchenwissen. All das bringt natürlich keiner mit, sonst bräuchte er keine Ausbildung mehr." Qualifikationen in wenigstens einem dieser Felder sind indes unabdingbar, so dass Geisteswissenschaftler in der Regel nur geringe Chancen haben. "Aber auch da sind wir flexibel und sehen uns den einzelnen Bewerber an: Wer schon mal programmiert hat oder durch eine vorherige Lehre oder Tätigkeit betriebswirtschaftliche oder Branchenkenntnisse mitbringt, kann durchaus geeignet sein. Erfahrungen mit Office-Programmen sind als IT-Voraussetzung allerdings zuwenig", stellt die Projektleiterin klar.

In jedem Fall aber müssen weitere Fähigkeiten hinzukommen: Die oft genannten Soft Skills wie soziale Kompetenz, kommunikative Fähigkeiten, Leistungswille und Engagement gelten auch bei den Vertriebspartnern von Navision als unverzichtbar. Wer das Auswahlverfahren absolviert hat, erhält eine sechsmonatige Ausbildung, in der neben den Navision-Produkten auch die Grundlagen der Betriebswirtschaft, des Programmierens und der Datenverarbeitung auf dem Programm stehen. Dreh- und Angelpunkt der Schulung bilden die integrierte Navision-Entwicklungsumgebung C/Side und die 4GL-Programmiersprache.

"Die vergleichsweise kurze Ausbildungszeit ist deshalb möglich, weil wir qualifizierte und motivierte Teilnehmer auswählen und unsere Software einfach programmier- und konfigurierbar ist", erklärt Kiel. Nach seinen Worten ist die Business-Software durch die leichte Anpassung an verschiedene Branchenerfordernisse und die gute Skalierbarkeit für mittelständische Unternehmen mit einer Umsatzspanne von etwa zehn bis 450 Millionen Mark geeignet. In Deutschland, dem vor den USA größten nationalen Auslandsmarkt, kann das dänische Softwarehaus, das etwa 80 Prozent seines Umsatzes im Ausland macht, mehr als 4000 Installationen vorweisen. Mit weltweit mehr als 34000 installierten Systemen gehört das Softwarehaus auch international zu den namhaften Anbietern von ERP-Systemen (ERP = Enterprise Resource Planning).

Die Hamburger Navision-Zentrale sieht ihr Engagement bei der Personalakquise und -ausbildung hauptsächlich als Unterstützung ihrer 116 deutschen Partner, die exklusiv das ERP-System vertreiben. "Das sind im Normalfall kleine und mittlere Systemhäuser, die mit der Projektarbeit voll ausgelastet sind und weder über die personellen noch die zeitlichen Ressourcen verfügen, um sich gezielt um Personalsuche und -ausbildung zu kümmern", stellt Kiel fest. Die Zusammenarbeit geht über die Arbeitsamt-Schulungen weit hinaus: Sei es der Austausch von Praktikanten oder Trainees zwischen Navision-Zentrale und Vertriebspartnern oder ein gemeinsamer Pool für Diplomarbeiten, sei es das Recruitment an regionalen Hochschulen oder die Fortbildung in den Navision-Schulungszentren in Hamburg und Nürnberg.

Künftig noch größerer Bedarf an Beratern?

"Wir hoffen, dass wir noch möglichst viele Seminare mit den Arbeitsämtern umsetzen werden", sagt Personalexperte Kiel. Denn nicht nur die jetzt offenen Stellen in den Bereichen Entwicklung, Support, Vertrieb und Projektleitung müssen besetzt werden: Nach seiner Einschätzung wird sich das starke Wachstum der letzten Jahre auch in Zukunft fortsetzen und der Bedarf an Navision-Beratern weiter zunehmen. Der Kurs der Navision-Aktien, der sich nach der Notierung an der Kopenhagener Börse im März 1999 vervierfachte, deutet darauf hin, dass zumindest an der Börse seine optimistische Prognose geteilt wird.