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04.10.2005

Softwarehersteller tunen Oberflächen

Künftige Anwendergenerationen werden sich nicht mehr mit statischen und langweiligen User Interfaces zufrieden geben. Viele Anbieter arbeiten bereits an neuen Lösungen.

Hersteller von Business-Applikationen wie beispielsweise Oracle und SAP wollen die User Interfaces ihrer ERP-, CRM- und anderer Geschäftsanwendungen besser an die Belange der Anwender anpassen. Beispielsweise gab Oracle auf seiner Kunden- und Partnerveranstaltung Open World in San Francisco bekannt, neue Oberflächen für seine künftige Generation von Business-Applikationen entwickeln zu wollen. Im "Project Fusion" soll bis 2007 aus der eigenen E-Business-Suite sowie den zugekauften Anwendungen von Peoplesoft, J.D. Edwards und Siebel eine einheitliche Produktlinie entstehen.

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www.computerwoche.de/go/

*80900: Microsoft benennt Applikationen um;

*79770: Oracles "Project Fusion";

*74661: Projekt Mendocino.

Mit Fusion soll sich das Interface danach richten, welche Informationen der jeweilige Benutzer benötigt. Informationen und Daten seien der Ausgangspunkt für das Oberflächendesign, nicht die Transaktionen, erläuterte John Wookey, Senior Vice President von Oracle. Außerdem müssten sich die Benutzerschnittstellen flexibel gestalten lassen, damit möglichst viele Anwender damit zurechtkämen. Als Vorbild nannte Wookey die Gestaltung der Internet-Dienste Google und Yahoo, die so einfach seien, dass sie Millionen Menschen bedienen könnten.

Während sich Oracle als Datenbankspezialist auf die Informationen konzentriert, bleibt SAPs Terrain die Anwendung. Im Rahmen der Enterprise Services Architecture (ESA) arbeitet das deutsche Softwarehaus an einer stärkeren Modularisierung seiner Softwarearchitektur. Das Aufbrechen des bisherigen monolithischen Softwaregebildes macht den Einsatz flexibler User Interfaces möglich.

Auf seiner Kundenveranstaltung Sapphire in Kopenhagen im Frühjahr dieses Jahres verkündete SAP mit "Mendocino" ein Gemeinschaftsprojekt mit Microsoft. Das Vorhaben soll es Anwendern von Microsofts Office-Produkten erlauben, auf SAP-Backend-Systeme zuzugreifen, ohne dabei Desktop-Programme wie Word, Excel oder Outlook verlassen zu müssen.

Auch Microsoft will den Anwendern seiner Business-Applikationen künftig eine überarbeite Benutzerschnittstelle anbieten. Die kürzlich unter dem Markennamen "Dynamics" zusammengefassten Produkte aus dem eigenen Haus sowie von übernommenen Firmen wie Great Plains und Navision sollen sich stärker an einzelne Rollen im Unternehmen anpassen lassen. So könnte es künftig spezielle User Interfaces für Lohnbuchhalter oder Lagerverwalter geben.

Warum der Trend in Richtung neue, rollenbasierende Anwenderoberflächen geht, erklärt Michael Hallen, President und CEO des Softwareherstellers IFS: "Die Nintendo-Generation wird die nächste Manager-Generation sein." Diese Leute, die mit Computerspielen aufgewachsen seien, würden kaum starre und langweilige Programmoberflächen akzeptieren. Daher müssten die Anbieter neue Interfaces entwickeln. Auf diesem Feld werde die nächste große Konkurrenz um den Kunden ausgetragen, prophezeit der Chef des schwedischen ERP-Herstellers.

Die Softwarehersteller stehen unter Druck. Gerade die etablierten Branchengrößen, die ihre Märkte weitgehend erschlossen haben, sind angesichts gesättigter Benutzergruppen gezwungen, neue Anwendertypen anzulocken. Ein Weg dahin könnten einfache und flexible User Interfaces sein. (ba)