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26.04.2002 - 

Hersteller fordern einheitliche EU-Gesetzgebung

Softwarepiraterie bremst Marktwachstum

26.04.2002
MÜNCHEN (sp) - Der westeuropäische Softwaremarkt soll in den kommenden drei Jahren auf 109,3 Milliarden Euro wachsen. Damit sich diese Prognose erfüllt, müssen jedoch die Gesetze zu Softwarepiraterie und Copyright in den einzelnen Ländern vereinheitlicht werden, fordert die Industrievereinigung Business Software Alliance (BSA).

In ihrem Bericht mit dem Titel "The Thriving European Software Industry", den die BSA vergangene Woche in Brüssel vorgestellt hat, geben sich die Softwarehersteller zuversichtlich: Trotz Wirtschaftsflaute und der globalen Auswirkungen des 11. September verzeichne die Branche überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten. Robert Holleyman, President und CEO (Chief Executive Officer) der BSA, beruft sich dabei auf Zahlen von IDC, nach denen der westeuropäische Markt für via CD-Rom vertriebene Software von 62,3 Milliarden im vergangenen Jahr auf 109,3 Milliarden Euro 2005 zulegen wird. Das entspräche einem Plus von jährlich 14 Prozent. Der Gesamtwirtschaft in Europa sagt der internationale Währungsfond dagegen nur eine Steigerung von 1,2 Prozent in diesem Jahr und von 1,3 Prozent 2003 voraus.

Treibende Kräfte im Softwaremarkt sind nach Ansicht der BSA vor allem Anwendungen im Bereich Customer-Relationship-Management (CRM), da sich damit die Kosten für Vertrieb und Kundenpflege senken sowie neue Marktpotenziale erschließen ließen. Auch Supply-Chain-Management-Software werde in den kommenden Jahren einen besonderen Stellenwert einnehmen.

Oberste Priorität hat zudem das Thema Sicherheit. "Programme, die den Schutz der Privatsphäre erhöhen, sowie völlig neue Services, die wiederum neue Anwendungen voraussetzen, werden den Markt weiter ankurbeln", sind die Autoren des Berichts überzeugt.

Voraussetzung sei allerdings die Eindämmung der Softwarepiraterie, die laut BSA eine der größten Barrieren für das Wachstum vor allem der kleineren Anbieter darstellt. Neben der nach wie vor gängigen Praxis, mit Hilfe von Raubkopien Kosten zu sparen, ist die illegale Nutzung in Unternehmen häufig auch auf Informationslücken zurückzuführen. "Wenn Sie sich anschauen, wie schnell einige Firmen gewachsen sind, ist es kein Wunder, dass der Überblick darüber verloren geht, wie viele Versionen einer bestimmten Software gerade installiert sind", so Doug Gregory, Vice President Government Programmes bei IBM. Neben einer mangelhaften Kooperation zwischen Politikern und Industrie werde die wirksame Bekämpfung von Softwarepiraterie in Europa durch die uneinheitliche Gesetzgebung behindert. Auch hinsichtlich der Strafmaßnahmen herrschten Unterschiede. In Italien oder Spanien zum Beispiel gibt es keine Abschreckung etwa in Form eines Bußgelds. Wer in diesen Ländern beim Einsatz von Raubkopien erwischt wird, muss dem jeweiligen Hersteller lediglich den Schaden in Höhe des Kaufpreises erstatten.

Die BSA fordert zudem ein strikteres Vorgehen gegen Copyright-Verletzungen in Form von illegal aus dem Internet geladenen Programmen. "Software kann als Paradebeispiel für geistiges Eigentum gelten", heißt es in dem Bericht. Mit dem WCT (Wipo Copyright Treaty) sei zwar ein international geltendes Gesetz verabschiedet worden, das die Copyrights im Bereich der digitalen Medien und des Internet festschreibt. Welche Maßnahmen daraus abgeleitet werden, bleibt jedoch jedem Land selbst überlassen.