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03.02.1978

Softwareproduzent nutzt Vorteil komprimierter Entscheidungstabellen:Die ET-Verdichtung reduziert das Coding

In der Diskussion um die Entscheidungstabellen-Technik wird von einigen Experten die Meinung vertreten, die Verdichtung von Entscheidungstabellen habe fast nur Nachteile: Mit zunehmender Komprimierung gehe die Nachprüfbarkeit verloren, der Änderungsdienst sei aufwendiger, es würden häufiger gedankliche Fehler gemacht.

Diese Nachteile können durch einen "intelligenten" Vorübersetzer (Makroprozessor, Precompiler) ausgeglichen werden, der alle Kontrollen durchführt (maschinelle Kontrolle ist ohnehin sicherer als manuelle). Weiterer Vorteil der Komprimierung: Ein großer Teil des Tabellen-Codings kann eingespart werden.

Die Gegner verdichteter Entscheidungstabellen räumen immerhin ein, daß die Maschinenlaufzeit verkürzt wird. Dem ist entgegenzuhalten, daß dieser "Vorteil" in der Praxis vernachlässigt werden kann, da für die Auswahl der Regel nur ein Bruchteil derjenigen Maschinenlaufzeit erforderlich ist, die für das Ermitteln der Bedingungswerte und die Ausführung der Aktionen benötigt wird. Relevant ist vielmehr der erheblich verringerte Speicherbedarf.

Daß "Entflechtung" ein besserer Weg sei als Verdichtung, wie in der ET-Diskussion ferner behauptet wird, trifft allenfalls auf die Überschaubarkeit zu. Insidern dürfte dagegen klar sein; daß Overhead und Redundanz hinsichtlich des Speicherbedarfs mit wachsender Größe und Komplexität einer EntscheidungstabelIe abnehmen. Folglich erkauft sich der Anwender die Überschaubarkeit mit erhöhtem Speicherbedarf (größere Partition, häufigeres Paging, höhere Kosten). Diese Überlegungen haben im Hause GfS (Gesellschaft für Systementwicklung, München/Köln) schon vor längerer Zeit Konsequenzen geführt: Vor der Freigabe eines Programms mit verdichteten Entscheidungstabellen wird nunmehr der Overhead gegenüber einer herkömmlichen Struktur anhand einer Formel ermittelt. Ergibt sich ein positiver Wert, so wird vor der Implementierung die Entscheidungstabelle grundsätzlich durch eine If- oder Case-Struktur ersetzt. Die Vorteile für den Anwender sind Speicherplatz- und Laufzeit-Einsparungen bei unverminderter Wartungsfreundlichkeit.

Falk J. Lucius ist Mitarbeiter der GfS Gesellschaft für Systementwicklung mbH, München/Köln.