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09.03.2007

Softwaretests sollten unabhängig sein

Anwender sehen den Nutzen der Testverfahren, verpflichten aber kaum externe Dienstleister.

Unter Projektverantwortlichen ist die Erkenntnis gereift, dass Tests ein wichtiger Bestandteil der Softwareentwicklung sind. Geld hat man dafür zwar auch schon in der Vergangenheit ausgegeben, doch wohin und wofür es geflossen ist, war häufig nicht ganz klar. Mittlerweile räumen immer mehr Unternehmen der Prüfroutine auch einen eigenen Budgetposten ein, um Transparenz zu schaffen. Das zeigte eine Umfrage der Marktforscher von Pierre Audoin Consultants (PAC) unter 100 IT-Leitern in Anwenderunternehmen mit einem Jahresumsatz von 500 Millionen Euro und mehr. Immerhin 36 Prozent der Befragten gaben an, dem Testing immer ein eigenes Budget einzuräumen, weitere 25 Prozent tun dies zumindest manchmal.

Qualität in der Softwareentwicklung

Vom 25. bis zum 27 April treffen sich mehr als 800 Teilnehmer zur jährlichen Software & Systems Quality Conferences in Düsseldorf. Die internationale Veranstaltung hat sich in ihrem zwölften Jahr zur größten europäischen Plattform für den Erfahrungsaustausch im Sofware-Qualitäts-Management und –Testing entwickelt. 15 Fachvorträge, zwei vertiefende Workshops und rund 100 Präsentationen sollen Einblick in aktuelle und erprobte Verfahren sowie in neue Entwicklungen geben. Weitere Informationen unter www.sqs-conferences.com, Tel. 02203/ 91 54-81, team@sqs@sqs-conferences.com.

Wenngleich die abschließende Qualitätsprüfung nicht immer ein extra ausgewiesener Kostenfaktor in der Projektplanung ist, so wissen doch die meisten IT-Manager ihre Wichtigkeit einzuschätzen. 81 Prozent stufen Tests als wesentliche Investition ins Produkt ein, 70 Prozent sehen sie sogar als Garanten für die Wirtschaftlichkeit der Softwareproduktion. "Früher war Testing ein notwendiges Übel", schildert Rudolf van Megen, CEO der SQS AG und Auftraggeber der Studie. "Das hat sich mittlerweile geändert."

Möglicherweise sind der gestiegene Stellenwert des Testings und der verbreitete Tool-Einsatz in der Softwareentwicklung auch Grund dafür, dass nicht mehr ganz so viele Projekte scheitern. 35 Prozent der im Jahr 2006 begonnenen Entwicklungsprojekte wurden erfolgreich abgeschlossen, das heißt die neuen Anwendungen konnten zeit- und budgetgerecht in Betrieb genommen werden. Das berichtet das Branchenmagazin "SD Times" unter Berufung auf den Chaos-Report der Standish Group. "Dies bedeutet eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem ersten, wegweisenden Bericht der Standish Group im Jahr 1994, als lediglich 16,2 Prozent der Vorhaben erfolgreich verliefen", schreibt das Magazin.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass immer noch nahezu zwei Drittel der Projekte aus dem Ruder laufen. Verhindern ließe sich das, indem Testing-Experten schon frühzeitig in die Entwicklungsprojekte eingebunden und beispielsweise Prüfverfahren für das erstellte Fachkonzept integriert werden. Obwohl zwei Drittel der IT-Leiter es für wichtig erachten, dass Entwicklungs- und Testteam unabhängig voneinander arbeiten, sind nur sehr wenige der Befragten bereit, das Testing einem externen Spezialisten zu übertragen. Wenn externe Anbieter beauftragt werden, sind es in der Regel die Häuser, die auch die Entwickler stellen.

Lediglich ein einziges befragtes Unternehmen gab an, sämtliche Testroutinen einem Spezialisten übertragen zu haben. 42 Prozent arbeiten mit gemischten Teams, der Rest betraut mit der Aufgabe ausschließlich eigene Mitarbeiter. Noch zurückhaltender sind die Unternehmen gegenüber Testangeboten, in denen ein Großteil der Arbeiten in Niedriglohnländer verlagert wird. Auf die Frage, welchen Anteil an Testaktivitäten die IT-Manager möglicherweise offshore vergeben würden, antworteten 81 Prozent mit "nichts". "Viele fangen zunächst einmal mit der Offshore-Auslagerung der Softwareentwicklung an, dort lassen sich auch größere Effekte erzielen", interpretiert van Megen. In Fällen, in denen Experten aus Niedriglohnländern in die Testroutinen involviert werden, schalten die IT-Leiter immer hiesige Anbieter als Brückenkopf zwischen. "Direktes Offshoring gibt es in Deutschland überhaupt nicht", berichtet PAC-Consultant Stephan Kaiser.

Selbst wenn sie wollten, wären viele Unternehmen gar nicht in der Lage, Aufgaben an Offshore-Provider zu vergeben. Nahezu 70 Prozent der Unternehmen verfolgen keinen einheitlichen Testansatz, mehr als die Hälfte hat keine Strategie. Prozessstandards wie die unter indischen Anbietern etablierte Capability Maturity Model Integration (CMMI) gibt es in deutschen Unternehmen selten oder nicht in der von externen Dienstleistern betriebenen Intensität.

Die Befragung dokumentiert zudem eine große Unsicherheit über die Prüfverfahren. Viele IT-Manager wissen nicht, ob zu wenig oder zu viele Tests betrieben wurden. Zudem sind Testteams häufig entweder überlastet oder zu wenig ausgelastet und die Budgets zu üppig oder zu knapp bemessen. SQS-Chef van Megen empfiehlt, 15 bis 25 Prozent vom gesamten Projektbudget dem Testen zu opfern.

PAC erwartet höhere Ausgaben für die externe Qualitätssicherung. Die Umfrage zeigt, dass 23 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen zum Teil kräftig steigern wollen, weil der Qualitätsdruck steigt und das Personal mit anderen Aufgaben ausgelastet ist. Lediglich fünf Prozent gaben an, das Budget zu senken. Konkrete Wachtumszahlen konnten die Marktforscher nicht nennen. Sie schätzen das europäische Gesamtvolumen für unabhängige externe Testdienstleistungen auf rund eine Milliarde Euro pro Jahr. (jha)