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24.06.1994

Softwarevertrieb ohne Handicap

Der Software-Vertriebsmann ist tot, es lebe der Objekt-Broker! Ade, ihr Mahagoni-Schreibtische, ihr Image-traechtigen Dienstautos, ihr dunkelblauen Zweireiher?

In der (zumindest fuer die Anbieter) guten alten Zeit der Softwarebranche waren die Produkte umfangreich, teuer und schwer zu installieren. Der Verkaeufer pflegte engen persoenlichen Kontakt zum Anwender, so dass die Lizenzgebuehr fuer das naechste Release auch schon mal auf dem Green ausgehandelt wurde.

Damals richteten DV-Abteilung oder Anbieter die Programme auf jedem Rechner separat ein - ein Luxus, den sich ein Anwenderunternehmen mit Hunderten von PCs kaum noch leisten kann. Unterschiedliche Modelle fuer eine elektronische Inhouse- Distribution versprechen Abhilfe und bereiten den Boden fuer eine weitergehende Anonymisierung des Softwarevertriebs.

In Zukunft werden wir, so die Vorstellung von OMG-Chef Chris Stone, nicht mehr monolithische Programmbloecke aus einer Hand kaufen, sondern kleine Software-Objekte mit genormten Schnittstellen aus unterschiedlichsten Quellen beziehen. Als Marktplatz fungiert das Internet, als Verkaeufer eine "Treuhand". Was es ueber die jeweiligen Hersteller zu erfahren gibt, erschoepft sich im Funktionsumfang des Produkts und dem fuer die Nutzung verlangten Preis. Mit anderen Worten: Wir werden Software bei Leuten einkaufen, deren Handicap wir nicht einmal kennen!

Nur keine Bange, noch herrscht Schonfrist fuer die smarten Herren in Dunkelblau. Software aus dem Internet oder von der Multivendor- CD erreicht bislang hauptsaechlich die Freaks in Universitaeten und Hobbykellern.

Wie Susanne Mueller-Zantop nachweist (vgl. Seite 36), wirft das Modell des Online-Vertriebs aber zunehmend kuerzere Schatten. Einige kleine Software-Unternehmen haben diesen Weg als kostenguenstige Alternative zur eigenen Vertriebsmannschaft bereits entdeckt.

Allerdings gibt es "den" Softwaremarkt wohl nicht. Im Klartext: Bis wir R/3-Module von Compuserve herunterladen koennen, wird sicher noch viel Wasser den Neckar hinunterfliessen. Wie die SAP- Software, so sind die meisten der in den Unternehmen eingesetzten Softwareprodukte heute noch derart komplex und beratungsintensiv, dass sie wohl aus dem Zukunftsszenario der Object Management Group herausfallen. Gute Nachrichten fuer BMW, Mercedes und Hugo Boss!