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24.09.1976

Sogenannte Chefzahlen

Sind 17 im Verhältnis zu 72 nun mehr als 38 bezogen auf 156? Und wieviel Prozent real sind 37 Prozent, wenn ein Trend von 12,4 Prozent berücksichtigt werden muß. Gewiß, das ließe sich rechnerisch ermitteln - sogar mit EDV. Um so bedauerlicher - ja geradezu unglaublich ist, daß vielfach - ja geradezu meistens - dem Top-Management überlassen wird, sich dergleichen Information mühsam aus EDV-Listen über Umsatzziffern, Verkaufsstatistiken, Kostenstellenberichte herauszusuchen. Das Management zahlt Unsummen für die gewiß nicht billige Datenverarbeitung. Als Ergebnis liefert die EDV benutzerunfreundliche Listen, deren Zahlen wohl sehr aussagekräftig sein mögen, die aber diese Management-Informationen nur ungenügend "verkaufen". Die Beschreibung eines Tatbestandes genügt eben nicht, um sich schnell davon auch ein Bild machen zu können.

Die Annahme, es genüge den Fachabteilungen, wenn die EDV Lesbares produziert, ist ein Ärgernis. Diese Arroganz der Datenverarbeiter hat zu dem weitverbreiteten Vorurteil geführt, daß die EDV nur Zahlenfriedhöfe produziere.

Kurven, Diagramme, Torten

Kurven, Diagramme, Statistik-Torten wären zu fordern, dazu Landkarten und Organigramme, ergänzt durch Zahlen oder weitere Bildelemente, schraffiert, gepunktet, gerastert. Man wundert sich, daß das Top-Management nicht schon öfter mit der Faust auf den Tisch haut und durchsetzt, daß statt Papierbergen übersichtliche Informationen von der EDV-Abteilung geliefert werden. Denn hier geht es ja nicht um ästhetische Spielereien, sondern um ein besseres Verständnis, um tiefergreifende Interpretation höchst wichtiger und komplexen Tatbestände. Ohne dergleichen Hilfe lassen sich aus simplen Listen nicht die Informationen entnehmen, die wirklich drinstecken und für das Unternehmen überaus wichtig sind. Das bekannte dreidimensionale Gebirge, zumindest mit dritter Dimension auf der Ebene gezeichneten zeigt in bezug auf drei Einflußfaktoren Zusammenhänge auf, die sonst verborgen bleiben, weil das menschliche Gehirn nicht so viel Zahlen miteinander assoziieren kann.

Wenn zumindest die Listen entsprechend aufbereitet wären: Gut gegliedert; mit verständlichen, nicht abgekürzten Überschriften; mit Trennlinien und Unterstreichungen mit Zahlenreihen verknüpfenden Prozentzahlen; mit Platz zwischen den Buchstaben und Zahlen, um darin mit Kreisen, Pfeilen und Bemerkungen zu arbeiten.

Indes, was sogenannte Management-Informationssysteme oder -teilsysteme an sogenannten Chefzahlen liefern, gleicht vielfach einem Maschinen-Dump - das, obwohl doch so viel Mühe und Geld darauf verwendet wurde, diese Zahlen "präsentieren" zu können.

Von der Zahl zur Grafik

Benutzerfreundliche EDV liefert zumindest bessere Listen. Der Aufwand dürfte sich lohnen, hier auf der Ausgabenseite - natürlich zusammen mit den Fachabteilungen - einiges neu zu programmieren. Als Vorstufe zur grafischen DV wären dann Standard-Programme einzusetzen, die auf den Schnelldruckern Zahlenrelationen zu Primitiv-Kurven und -Diagrammen ausdrucken - nicht das Optimum, aber schon ein beachtlicher Schritt weiter. Danach wäre zu fragen, ob sich die Zusatzkosten für Plotter oder Zeichenmaschine lohnen, oder ob es auch hier einen rasanten Hardware-Preisverfall und neue Techniken (Elektrostaten) gibt.

Ansonsten wäre wohl auch seitens der EDV-Abteilung zu fordern, daß einem "Vorstandsbüro für audiovisuelle Präsentation" oder so etwas ähnlichem die Aufgabe übertragen wird, die grün-weiß gestreiften EDV-Unterlagen in akzeptable Grafiken umzusetzen - damit aus den sogenannten Chefzahlen wirklich Entscheidungshilfen werden.