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31.05.2002 - 

Sparc-Betriebssystem durch Addons aufgewertet

Solaris 9 integriert früher separate Programme

MÜNCHEN (ls) - Sun Microsystems hat das Betriebssystem Solaris 9 für Sparc-Rechner freigegeben. Es bringt früher separat zu lizenzierende Programme gleich mit und soll vor allem die Kosten des operativen DV-Betriebs senken.

Bei der Entwicklung von Solaris 8 hatte Sun noch primär Ansprüche für den Betrieb in großen Umgebungen und aus der zunehmenden Internet-Verbreitung zu erfüllen versucht. Für die neue Version standen Anforderungen des operativen Betriebs im Vordergrund. Und die lassen sich laut Sun in einer Maxime zusammenfassen: Kosten senken! Zwei Faktoren hat der Anbieter des Unix-Klassikers dabei vor allem im Auge gehabt: den Preis der notwendigen Software und die Kosten der Administration.

Entsprechend ist das auffälligste Merkmal von Solaris 9, dass im Paket ohne Aufpreis zahlreiche Programme enthalten sind, die früher separat in Lizenz zu nehmen waren. Unter über 300 Erweiterungen und Verbesserungen fällt insbesondere die Integration der Sun-One-Elemente Application Server 7.0 und des 200000 User identifizierenden Directory Server sowie der Java-Standardplattform J2SE 1.4 auf. Zum 64-Bit-Betriebssystem gehört jetzt auch die Firewall "Sun Screen Secure Net 3.2".

Mit der Integration der Sun-One-Elemente aus der Iplanet-Allianz mit AOL und Netscape versucht Sun, dem eigenen Application-Server - ähnlich der erfolgreichen Bundling-Strategie von IBM bei "Websphere" - größere Marktanteile zu verschaffen. Leid tragender könnte Bea sein, dessen "Weblogic"-Server in Konkurrenz zu Iplanet stand und auf Solaris-Maschinen sehr verbreitet ist. Bea-Product-Marketing-Manager Eric Stahl gibt sich gleichwohl gegenüber der neuen Wettbewerbssituation betont gelassen: "Unsere Kunden treffen ihre Entscheidung nicht wegen einer kostenlosen Softwarebeigabe."

Sun verwahrt sich gegen einen Vergleich seines Produkt-Bundlings mit der Politik von Microsoft. "Wir integrieren, aber wir halten Solaris für die Kunden offen", erklärt Thomas Heinze, Produkt-Manager Software. Die Kunden könnten "bei der Installation definieren, was sie haben möchten". Durch die Integration der Web-orientierten Anwendungen erhielten Solaris-Anwender "zum Nulltarif nicht nur ein Betriebssystem, sondern eine komplette Systemumgebung mit allen Komponenten für die Erstellung von Applikationen".

Mit dem Kostenargument wirbt Sun auch in Sachen Administration. Solaris 9 verfügt über einen "Volume Manager", der über eine Management-Konsole die Partitionierung von Platten oder ihre Kombination zu einer virtuellen optimiert. Der erstmals vollständig integrierte "Ressource Manager" sorgt für die Zuweisung, das Monitoring und die Kontrolle der Systemressourcen. Flexible "Container" sichern Jobs exklusive Nutzungsrechten an Ressourcen. Java-Anwendungen, Data-Warehouse- und Datenbankoperationen sollen, wie Sun ohne Angabe von Vergleichwerten verlauten lässt, "erheblich schneller ablaufen".

Von den Verbesserungen an Solaris werden, wie Sun-Manager Heinze zugesteht, vor allen Dingen Großanwender mit hohen operativen Kosten profitieren. Das eigene Unix-Derivat habe gegenüber IBMs AIX und HP-UX einen deutlichen Vorsprung gewonnen. Gleichzeitig glaubt Heinze, Solaris werde im Lowend-Segment keine Anteile an Linux verlieren.