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07.03.2006

"Solaris und HP-UX sollten verschmelzen!"

Der Chef von Sun Microsystems wirbt für ein gemeinsames Unix-Derivat.

Viele Branchenbeobachter reagierten mit Achselzucken, als der Sun-Manager vergangene Woche eine E-Mail an Hewlett-Packards CEO Mark Hurd öffentlich machte: Scott McNealy, bekannt für markige Spitzen gegen die Konkurrenz, fordert darin nicht weniger als eine Verschmelzung der Betriebssystem-Plattformen der Erzrivalen.

Mit dem Auslaufen der PA-Risc-basierenden Server zwinge Hewlett-Packard Kunden und Partner, die weiter mit HP-UX arbeiten wollten, auf den Itanium-Prozessor zu wechseln, so der Sun-Chef. Tatsächlich läuft das HP-eigene Unix nicht auf den noch immer weit verbreiteten "Proliant"-Servern mit x86-Prozessoren. Suns Solaris 10 hingegen unterstützt die älteren 32-Bit-CPUs.

"Wir schlagen vor, dass Sun und HP sich darauf einigen, HP-UX mit Suns führendem Unix, Solaris 10, zu verschmelzen", schreibt McNealy und beruft sich auf das Unix-Erbe der IT-Konzerne: "HP und Sun teilen eine gemeinsame Geschichte der Innovation. Beide haben im Lauf der Jahre großartige Produkte geliefert."

Nicht wenige Kenner der IT-Szene vermuteten hinter dem Vorstoß nur einen weiteren PR-Gag McNealys, gerade rechtzeitig platziert, um eine kurz bevorstehende Server-Ankündigung HPs zu torpedieren. Doch nur wenige Tage später legte Suns Softwarechef John Loiacono nach: "Es ist mir ernst", erklärte er in einem Interview. "Wohin kann sich HP-UX noch entwickeln? Es läuft nicht auf x86-Hardware." Auch Loiacano lobte die HP-Plattform: Sie enthalte eine Reihe guter Technologien, die sich nach einer Verschmelzung weiternutzen ließen. Viele HP-UX-Nutzer erhielten damit wieder eine Roadmap, aufgrund derer sie Investitionen planen könnten.

IBM unterstützt Solaris

IBM habe sich bereit erklärt, Solaris auf seinen erfolgreichen Blade-Servern zu unterstützt, ergänzte Loiacono. Auch mit HP verhandele Sun darüber, ob Solaris 10 auf den Intel-basierenden "Proliant-DL"-Servern eingesetzt werde. Schon seit einiger Zeit umwerben Suns Marketing-Strategen Anwender, die einen Umstieg von 32-Bit- auf 64-Bit-Itanium-Maschinen scheuen. Ein Wechsel auf Solaris wäre für sie ein gangbarer Weg.

McNealy geht in seiner Mail einen Schritt weiter: Zwischen den Zeilen steht, dass HP-UX in Solaris aufgehen soll. Unmöglich erscheint dieses Szenario nicht: Nachdem HP Compaq übernommen hatte, war auch dessen Unix-Variante "Tru64" im HP-System aufgegangen. Der Sun-Chef nutzt zudem die Gelegenheit, auf die eigenen Erfolge zu verweisen: Solaris 10 sei im vergangenen Jahr vier Millionen Mal aus dem Web geladen worden; das sei mehr als sämtliche verbreitete HP-UX-Lizenzen.

"Wir hoffen, dass HP mit uns zusammenarbeiten und Solaris 10 annehmen wird", schreibt der Sun-Boss weiter. Er würde es begrüßen, wenn beide Unternehmen darüber diskutierten, wie sie gemeinsam den Kundenanforderungen entsprechen könnten: "Wir sind bereit zu helfen." HP hatte auf das Angebot nur eine knappe Antwort parat: "No comment." (wh)