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10.08.1990 - 

CPUs und besseres OSSMP katapultieren über 200 MIPS

Solbourne reklamiert für sich den schnellsten Sparc-Server

LONGMONT/MÜNCHEN (CW) - Bislang galten die 800er-Rechner von Solbourne als bestes Pferd im Stall: Mit der neuen Serie "5E/900 Enterprise Server" jedoch, die mit mehreren CPUs bestückt werden kann, und einem verbesserten ,"OS/SMP"-Betriebsystem, das symmetrisches Multiprocessing unterstützt, geht die Post nun theoretisch mit über 200 MIPS ab.

Drei Charakteristika kennzeichnen die neuen Systeme von Solbourne aus Longmont, Colorado: Maximal acht gegenüber bisher vier CPUs (Serie 5/ 800) können auf Prozessor-Erweiterungskarten dem System je nach Rechenleistungsbedarf zugeordnet werden. Das Betriebssystem "OS/SMP in der Version 4.0D - bei dem es sich um eine Variante von Suns "Sun-Os" handelt - funktioniert nicht mehr nach dem konventionellen Master-Slave-Verfahren, sondern ist in der Lage, bis zu acht CPUs über eine symmetrische Multiprocessing-Funktion zu bedienen. Alle Sun-Applikationen können auf dem Solbourne-Rechner eingesetzt werden.

Die nach der Dual-Bus-Technologie ausgelegte Hardware-Architektur reserviert auf den VME-Kanälen die Verbindung zu den IPI-Peripherien und eröffnet dem Anwender die Option auf eine maximale Speicherkapazität bis zu 27,5 GB.

Aufmerksam dürfte die Konkurrenz vernehmen, wie Barrie Murray-Upton, Vizepräsident Europa von Solbourne Computer, den neuen Leistungsträger am Markt plaziert wissen will: "Beim Einsatz moderner Techniken wie etwa relationaler Datenbanken zur Lösung kaufmännischer oder unternehmerischer Probleme könnte ein 5E/900-Rechner sogar Mainframes übertreffen, allerdings mit Investitionskosten, die nur bei zehn bis 20 Prozent derselben liegen." Murray-Upton setzt hier jedoch ein vollkonfiguriertes System voraus .

Product Manager Craig Mueller sieht Einsatzgebiete vor allem für Datenbanken, CAD und

Software-Engineering, bei wissenschaftlichen Modellbildungs- und Simulationsanwendungen und als LAN-Server. Vor allem den Digital-Server "Decsystem 5800" macht er als Mitstreiter um Marktanteile aus während die Server des eigentlichen Sparc-Entwicklers Sun mehrere CPUs nicht unterstützen und als Konkurrent somit wegfielen.

Hans-Georg Raschka von der Ractech GmbH, die neben der Workstation 2000 GmbH die Solbourne-Rechner in der Bundesrepublik vertreibt, sieht vor allem die IBM-Server Modell 930 aus der RISC-System-6000-Familie als direkte Konkurrenz an. Das System arbeitet mit der in 32-Bit-Technologie ausgelegten 40-Megahertz-Version der "CY7C601"-Prozessoren der Cypress Semiconductor Corp., die wiederum auf Suns Sparc-Chips zurückgreifen. Der Geschwindigkeitsgewinn gegenüber den in den bisherigen Top-Modellen Anwendung findenden CPUs beträgt etwa 15 Prozent, was sich nach Unternehmensangaben in einer Leistung von 31 MIPS beziehungsweise einem Specmark von 19 pro Prozessor niederschlagen soll.

Bei Solbourne erwartet man, daß auf einem maximal konfigurierten System ein Spec-Thruput - also Gesamtsystem-Durchsatz - von 120 zu erzielen ist (Vgl. zu diesen beiden Werten den Überblicksartikel in CW Nr. 24 vom 15. Juni 1990, Seite 23 "Workstations der IBM ..."). Damit würden die Silicon-Graphics-Computer 4D/340S und die baugleichen Cyber-Rechner 910B-634 mit allerdings lediglich je vier CPUs und einem Spec-Thruput von 67,6 von der Spitzenposition verdrängt.

Mit dem neuen OS/SMP kein Worten mehr für CPU

Keine eindeutigen Aussagen wollte Solbourne zur Anzahl der unterstützten Workstations pro CPU machen. Die eingeführten Server-Modelle der Serie 5 - basierend auf einer 33-Megahertz-Sparc-CPU - brachten es auf etwa 20 bis 30 Arbeitsstationen, die mit Rechenleistung versorgt werden können. Das Unternehmen gab lediglich an, daß diese Zahl sicherlich von dem neuen Rechner übertroffen würde.

Die bisherigen Betriebssystem-Versionen des an Sun-Os angelehnten OS/SMP wurden lediglich einem traditionellen Multiprocessing gerecht. Das heißt, daß die verschiedenen CPUs in einem Master-Slave-Verhältnis zueinanderstehen, bei dem ein "Sklaven"-Prozessor nur dann auf den Kernel des Betriebssystems zugreifen kann, wenn der Master ihm das gestattet.

In der mit den 5E/900-Servern von Solbourne vorgestellten 4.0D-Version erhält jede CPU unter OS/SMP nach dem symmetrischen Verfahren direkten Zugang zum Betriebssystem-Kern, ohne in einer Schlange auf den Zugriff warten zu müssen. Vorteil für den Anwender: Die Applikationen lassen sich schneller verarbeiten.

Der proprietäre 64-Bit-K-Bus verbindet die maximal acht CPUs miteinander. Elf Erweiterungssteckplätze für CPU-Karten kann der Anwender nutzen, den Datentransfer auf diesem Kanal gibt Solbourne mit 128 MB pro Sekunde an.

Zum ehrgeizigen Ziel, Mainframes auch in deren Domäne - bei kommerziellen Anwendungen - das Wasser abzugraben, paßt, daß man über die sieben Slots des zweiten, nach VME-Standard ausgelegten 32-Bit-Busses (25 MB pro Sekunde) und via Disk-Controller mit IPI-Schnittstelle bis zu 32 Peripherie-Einheiten anschließen kann. Diese reichen mit einer Gesamtkapazität von bis zu 27,5 GB in Großrechnerdimensionen, wobei jeder IPI-Controller 16 Laufwerke mit je 860 MB Kapazität zu unterstützen vermag.

Basisversionen gibt es für 260 000 Mark

Auch der Arbeitsspeicher läßt sich, ausgehend von seiner Grundausstattung von 32 MB, über Zusatz-Speichermodule erheblich erweitern. Eine Ein-Prozessor-Version könnte es - neun 128-MB-Module vorausgesetzt - auf eine 1,15-GB-RAM-Konfiguration bringen.

Zum Standard-Angebot der 5E/900-Rechner gehören ein Ethernet-Controller, zwei RS-423-A-Schnittstellen (RS-232-kompatibel), eine externe SCSI-Schnittstelle, "Sunview", X 11, X-Window und X-Window-Manager von Solbourne sowie ein C-Compiler.

Die 5E/900-Rechner sind ab September verfügbar. Für eine Basisversion müssen etwa 260 700 Mark, für ein durchschnittliches System zirka 400 000 Mark veranschlagt werden.