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16.07.1982 - 

Münchner Software Agentur wagt sich auf delikates Terrain:

"Solution hunting" im Anwendungsdickicht

MÜNCHEN - Auf die Pirsch nach speziellen und bereits realisierten Anwenderprogrammen begeben sich die Mitarbeiter der SAS Software Agentur GmbH aus München, um ihren Auftraggebern kostspielige Eigenentwicklungen zu ersparen beziehungsweise Doppelentwicklungen zu vermeiden. "Solution Hunting" heißt die neue Dienstleistung im internen Sprachgebrauch.

"Solution Hunting" erfordere Ausdauer und vor allem Neutralität meint Marga Lange, Geschäftsführerin der Münchner Agentur. Käufer und Verkäufer bleiben bis zum tatsächlichen Vertragsabschluß anonym. Erhält das Unternehmen einen Auftrag, so werden zuerst die Anforderungen an das Programm systematisch definiert. Hierbei erfolgt eine Neutralisierung eventueller Hinweise auf den Auftraggeber, die durch spezifische "exotische" Anforderungen auftreten können. Gemeinsam mit dem Auftraggeber wird abgesprochen, welche Unternehmen oder Zielgruppen nicht angesprochen werden dürfen. Erst dann beginnt die Suche nach dem Programm wobei vor allem (nicht mit Sperrvermerk versehene) Konkurrenten als potentielle Lieferanten der Software in Betracht gezogen werden. Zeige sich ein Unternehmen zum Verkauf eingesetzter Software bereit, erhält der Auftraggeber eine Kurzbeschreibung in neutraler Form, erläutert die Geschäftsführerin - auch dies ohne Hinweis auf den Lieferanten. Nach Prüfung der Beschreibung und eventuellem Einholen weiterer Informationen und gegebenenfalls einem "Restart" der Aktivitäten erfolge dann die Vertragsunterzeichnung Erst dann lernen sich die Partner kennen.

In der Prüfungsphase befindet sich der EDV-Leiter eines Münchner Unternehmens, daß ein Programm für die Berechnung von Zeitdaten auf dem Fertigungssektor sucht. Es erschien naheliegend, das andere Unternehmen das Problem bereits gelöst hätten, meint der DV-Leiter zu seiner Entscheidung für diese Dienstleistung.

Die Prüfung eines ersten Vorschlages der SAS sei negativ ausgefallen da das Programm nicht den gewünschten Anforderungen entsprach. Inzwischen liege nun eine weitere Beschreibung vor, die in Kürze einem Check unterzogen wird.

Er spare Entwicklungskosten und vermeide Kapazitätsengpässe, beschreibt der Münchner DV-Leiter aus seiner Sicht den Vorteil des Solution Hunting.

Neben diesen Kriterien ist für den DV-Chef einer Versicherung die gewährte Anonymität wichtige Entscheidungsgrundlage bei der Inanspruchnahme dieses Dienstes gewesen. Erst wenn die Auswahl der Software getroffen sei, könne die Geschäftsleitung intern entscheiden ob es opportun sei, eventuell mit der Konkurrenz in Vertragsbeziehungen zu treten.

Zusatzgeschäft

Sollten organisatorische Differenzen in den Belegflüssen auftreten oder Umstellungsprobleme auf Grund einer anderen Hardwarekonstellation, so ist der DV-Chef überzeugt, dennoch einen guten Weg zur Lösung seiner Probleme beschritten zu haben. Auch er rechnet nämlich mit einer Kosteneinsparung, selbst wenn Umstellungen anfallen. Auch der Lieferant habe bei diesem Geschäft Vorteile, meint Marga Lange. Denn er könne durch den Weiterverkauf von eigenentwickelter Software ein nicht geplantes Zusatzgeschäft machen. Allerdings erhält der Lieferant nicht den vollen Preis, der für die Software gezahlt wird. Von rund zehn Prozent Vermittlungsprovision, die dem Lieferanten angelastet werden, spricht die Geschäftsführerin. Der Auftraggeber wird nur mit einer geringeren "Kommunikationspauschale" belastet.