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05.10.1990 - 

Storeboard: Mangel an 386SX-Prozessoren

Sommerloch ficht PC-Händler kaum an - Zuwachs seit 1989

DALLAS (IDG) - PC-Fachhändler in USA sind im allgemeinen zufrieden: Trotz des "Sommerlochs" mit einem Rückgang der Verkaufszahlen im Juli gegenüber dem Vormonat um 3,7 Prozent - jetzt: 244 000 Einheiten - war das Geschäft nach Stückzahlen im bisherigen Jahresverlauf um fünf Prozent lebhafter als 1989.

Unbeschadet des Zuwachses im Jahresvergleich sind Erkenntnissen des Marktforschungs-Institutes Storeboard Inc. zufolge eine Reihe von Produkten aus den Regalen der befragten Fachhändler verschwunden: Die untere Leistungsklasse taucht jetzt eher im Massen- und Discounthandel auf; Kunden kompletter Systeme wenden sich zunehmend an Valueadded Reseller (VAR). Diese Vertriebskanäle gehen nicht in die Untersuchungen der texanischen PC-Auguren ein. Von angeschriebenen 4199 Händlern - Angehörigen von Handelsketten, Franchisenehmern und unabhängigen Verkaufsstellen - schickten 680, also 16 Prozent, die Fragebögen ausgefüllt zurück.

Die Ergebnisse nach Herstellern: Apple entwickelte sich antizyklisch; ein Rückgang verkaufter Computer im Juli gegenüber Juni um 7.8 Prozent summiert das bisherige Jahresergebnis lediglich auf einen Wert, der um gut zehn Prozent unter den abgesetzten Stückzahlen 1989 liegt. Storeboard verweist allerdings darauf, daß das Geschäft mit den Mac-Rechnern des Herstellers traditionell stärkeren saisonalen Schwankungen unterliegt als das der Konkurrenten; ab September bis zum Weihnachtsgeschäft sei mit einer Erholung zu rechnen.

Vielleicht jedoch, vermuten zurückhaltend die Texaner, könnten auch die Gerüchte, nach denen bald neue Billig-Macs zu erwarten seien, zusammen mit der Konkurrenz durch die IBM-kompatiblen PCs mit MS-Windows 3.0, zur Apple-Schwäche im Juli beigetragen haben. Die am besten verkauften Produkte aus dem Katalog des kalifornischen Herstellers waren die Mac IISEs mit einem knappen Drittel aller im Fachhandel verkauften Macintosh'. Den größten Sprung seit Juni machte der Mac Ilci mit 53,6 Prozent.

Compaq, in jüngster Zeit um ein Profil als PC-Generalanbieter bemüht, wuchs sowohl im Monats- (2,9) als auch im Jahresvergleich (13,1 Prozent). Dabei halten die 386SX-basierten Modelle mit 36 Prozent aller Compaqs, die über den Fachhandel zum Anwender gelangt sind, die Poleposition. Immerhin gut ein Viertel machen die Laptops des Houstoner Herstellers aus. Schwach blieben dagegen die Vekaufszahlen der 486er und der mit 33 Megahertz getakteten High-end-386er: Der Compaq Systempro verkaufte sich im Juli nur noch etwa 500mal; wie Storeboard herausfand, könnte das an denjenigen Kunden liegen, die lieber auf eine 486-Version des als Server positionierten Hochleistungs-Mikros warten.

Außerdem wird der Servermarkt noch immer von IBM, DEC und HP dominiert, stellt Storeboard fest. Compaq-Händler seien in vielen Fällen nicht ausreichend für den Support und die Lieferung entsprechender Netz- und Software-Dienstleistungen für diese komplexeren Produkte qualifiziert.

IBM liegt im amerikanischen PC-Fachhandel weiter vorn als je zuvor, wenn auch die Verkaufszahlen langsamer steigen als die von Verfolger Compaq: Der Marktanteil der Armonker in diesem Vertriebskanal ist mit über 38 Prozent so hoch wie seit Juni 1987 nicht mehr. Die beiden ersten Rangplätze unter den am häufigsten verkauften PCs belegen mit den PS/2-Modellen 55sx und 30/286 blaue Mikros; erstgenannter macht inzwischen ein Drittel aller IBM-PC-Verkäufe im Fachhandel aus.

Epsons Versuch, vom Image eines Low-end-Anbieters wegzukommen, hat geringere Stückzahlverkäufe zur Folge: Der Juli brachte einen Rückgang gegenüber dem Vormonat um 2,3 Prozent, während der Hersteller im bisherigen Jahr 2,9 Prozent weniger als 1989 verkaufte. Laptops, im Vergleich zum Vorjahr ein recht gutes Geschäft für den Hersteller, waren im Juli, wohl wegen einer Knappheit von 386SX-Chips, erheblich schwächer prätsent als im Juni. AST ist über den Höhepunkt der Verkaufskurve offenbar hinweg: Zwar verließen, seit Jahresanfang gerechnet, noch immer über 200 Prozent mehr Mikros des Anbieters die Läger der Fachhändler als im Vorjahr, gegenüber Juni mußte AST gleichwohl einen Rückgang der Verkäufe um gut 13 Prozent hinnehmen. Hintergrund laut Storeboard: Eine sinkende Zahl von Vertragshändlern wird mit steigenden Absatzvorgaben belastet, die diese - womöglich berechtigt - teilweise für unrealistisch halten.

Für NEC traut sich Storeboard diesmal nicht, als gültig bezeichnete Ergebnisse vorzulegen: Zu wenige NEC-Händler hätten die Fragebögen zurückgeschickt. Von denen, die das taten, klagten jedoch einige über schlechte Verfügbarkeit einiger Produkte, Schwächen des Herstellers auf der Service- und Supportseite und über die Preisgestaltung.

Toshiba rutschte im Monatsvergleich um über 13 Prozent ab und konnte auch das bisherige Jahresergebnis kaum besser gestalten als 1989. Allerdings, schränkt Storeboard ein, sei das Unternehmen in anderen, nicht untersuchten Vertriebskanälen stark. Überhaupt Laptops: Über eine Abschwächung der Verkaufszahlen seit Juni von 3,3 Prozent dürfte die Hersteller von Computern mit Klappbildschirmen die positive Entwicklung übers Jahr hinwegtrösten. Gut 22 Prozent mehr Laptops als von Januar bis Juli 1983 fand Storeboard heraus, gingen im gleichen Zeitraum 1990 durch die Tore der Fachhändler-Lagerräume.