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02.08.1991 - 

Mini-Marktführer hat Konsolidierungsschwierigkeiten noch nicht überwunden

Sonderbelastung drückt Ergebnis von Digital in den roten Bereich

MAYNARD (CW) - Die Digital Equipment Corp. hat trotz einer Umsatzsteigerung von 17 Prozent im vierten Quartal beim Ergebnis gepatzt: Der Verlust in Höhe von 871 Millionen Dollar ist nach Angaben des Unternehmens entstanden, weil man Rückstellungen in Höhe von insgesamt 1,1 Milliarden Dollar für die Finanzierung anstehender Umstrukturierungsmaßnahmen und eines gravierenden Arbeitsplatz-Abbaus ausgewiesen hat.

Die Belastung schlägt auch auf das Ergebnis des gesamten Jahres durch: Der VAX-Hersteller wies für 1990/91 ein Minus von 617 Millionen Dollar aus.

Zwar machte DEC keine genauen Angaben über die Größe des Personalabbaus, Vertreter des Unternehmens gaben aber zu, daß wahrscheinlich bereits im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres etwa 2000 Mitarbeiter gehen müssen. Insider sprechen von weitaus höheren Zahlen. Sie wollen wissen, daß DEC im angelaufenen Geschäftsjahr nochmals 9000 bis 10 000 Arbeitsplätze abbauen und bis 1993 insgesamt 16000 Stellen gestrichen haben will. Das wäre der zweite große Stellenabbau innerhalb von vier Jahren: Zwischen 1988 und dem Fiskaljahr 1990/91 hatte DEC seine Mannschaftsstärke bereits um 9000 Leute reduziert. Ende Juni dieses Jahres beschäftigte DEC weltweit noch rund 121 000 Mitarbeiter.

Die Rückstellungen sind allerdings nicht nur für die Finanzierung der Entlassungen vorgesehen, sondern auch für diverse andere Umstrukturierungsmaßnahmen. So wird beispielsweise das Werk in Irland geschlossen, und verschiedene Produktionsstandorte in den USA werden zusammengelegt oder modernisiert.

Außerdem spielt in dieser Kostenrechnung sicher auch die geplante Übernahme der Information Systems Division von Philips (siehe CW Nr. 30 vom 26. Juli 1991, Seite 1: "DEC will Informations Systems vom Philips-Konzern übernehmen") eine Rolle.

Trotz der roten Zahlen verzeichnete Digital in den beiden letzten aufeinanderfolgenden Quartalen zunehmende Umsätze. Im vierten Quartal konnte man mit 3,94 (Vorjahr: 3,37) Milliarden Dollar 17 Prozent mehr verbuchen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dazu trugen vor allem die guten Workstation- und VAX-4000-Verkäufe bei.

Außerdem schlug die Neu-Erwerbung Mannesmann-Kienzle mit 140 Millionen Dollar Umsatz positiv zu Buche. Der Anteil des Hardware-Umsatzes erhöhte sich von 2,06 auf 2,34 Milliarden, während Services von 1,3 auf 1,6 Milliarden Dollar stiegen. Durch die milliardenhohe Rückstellung rutschte das Ergebnis jedoch mit insgesamt 871 Millionen Dollar tief in die rote Zone.

Das Resultat des gesamten Jahres nimmt sich gegenüber den noch vor zwei Jahren hervorragenden Ergebnissen ebenfalls sehr bescheiden aus und bedeutet gegenüber dem schwachen Vorjahr eine nochmalige Verschlechterung: Inklusive der außerordentlichen Belastung mußte Digital einen Verlust von 617 Millionen Dollar hinnehmen.

Allerdings verzeichnete das Unternehmen bei 13,91 (12,95) Milliarden Dollar Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Wachstum von sieben Prozent Digital-Präsident Kenneth H. Olsen verwies zwar auf die Profitabilität des operativen Geschäftes - schließlich hätte der Jahresgewinn ohne die außerordentliche Belastung 483 Millionen Dollar betragen - , zeigte sich mit dem Gesamtergebnis jedoch unzufrieden.