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16.02.1990 - 

Rücktrittsgerüchte um Gassee verstärken Unruhe

Soren Olsson zum neuen Apple-Europa-Chef ernannt

MENLO PARK/PARIS (IDG) - Während der bisherige Apple-Chef in Schweden, Soren Olsson, reibungslos die Nachfolge von Michael H. Spindler als Europa-Präsident antreten kann, läßt Chairman John Sculley das Management im amerikanischen Stammhaus im unklaren darüber, ob der langjährige Leiter Produktentwicklung, Jean-Louis Gassee, nun gehen muß oder nicht.

Durch die am Freitag letzter Woche verkündete Beförderung zum Europa-Präsidenten zeichnet Soren Olsson in Zukunft für das Apple-Marketing, den Verkauf und den Support in Europa, Afrika und im mittleren Osten verantwortlich. Er berichtet dann direkt an seinen Vorgänger Michael H. Spindler, der erst eine Woche zuvor zum neuen Amerika-Chef des Unternehmens aufgestiegen war.

In der für Apple sehr ereignisreichen vergangenen Woche hatte das "Wall Street Journal" außerdem gemeldet, daß der seit fünf Jahren amtierende Jean-Louis Gassee wahrscheinlich in den nächsten Wochen seinen Hut nehmen würde. Nicht ganz freiwillig: Es wird vermutet, Apple-Chairman John Sculley habe Druck auf den bisherigen Produktentwickler ausgeübt, seinen Rücktritt zu erklären.

In der Folge der Demission von Allan Z. Loren (siehe auch COMPUTERWOCHE vom 6. Februar 1990, Nr. 6, Seite 2) verteilte Sculley die Verantwortlichkeiten unter seinen Top-Managern neu. Er nahm Gassee, der wegen der schleppenden Verkäufe von Low-end-Maschinen in der letzten Zeit unter Beschuß geraten war, dessen Pfründe. Denn Spindler wurde unter anderem auch mit der Leitung der - bisher von Gassee geführten - Bereiche Produkt-Marketing und -Fertigung weltweit betraut.

Die Aufregung und Unentschlossenheit in Apples Chefetage hat die alte Frage über die Führungsfähigkeiten von John Sculley wieder aufgebracht: "Sculley flickt weiter an der Organisation und am Personalbestand. Ich vermisse allerdings eine Vision über die Entwicklung der Computerei im allgemeinen und von Apple im besonderen", faßt der Verleger der "Seybold Report on Desktop-Publishing", Jonathan Seybold, die Misere des PC-Herstellers zusammen.

Sculleys Strategie für den Low-end-Markt ist nicht ohne weiteres zu erkennen. Zwar sollen seiner Aussage zufolge weder die Produktion der Apple-II-Rechner noch die der preiswerten Macintosh-PCs eingestellt werden. Aber andererseits hatte er der amerikanischen Schwesterzeitung der COMPUTERWOCHE, "Infoworld", zufolge kürzlich erklärt, daß Apple im laufenden Fiskaljahr keine neue preiswerte Version des Macintosh auf den Markt bringen werde.

Um das Maß der Schwierigkeiten vollzumachen, wies das U.S. General Accounting Office die Air Force an, den für Apple bisher größten Regierungsauftrag wegen einer Beschwerde der Martin Marietta Corp. auszusetzen. Dieser bereits im August 1989 vergebene Kontrakt hat ein Volumen von 600 Millionen Dollar und umfaßt 10 000 Macintosh-Rechner. +