Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

16.01.2004 - 

Erste Eindrücke vom Windows Small Business Server 2003

Sorglospaket für kleinere Betriebe

Knapp ein dreiviertel Jahr nach der Vorstellung des Server-Betriebssystems "Windows Server 2003" hat Microsoft eine Small-Business-Variante nachgereicht. Sie soll als Rundum-sorglos-Paket die IT-Anforderungen von Unternehmen mit bis zu 75 Clients abdecken. Die deutsche Version ist in diesen Tagen verfügbar.Von Eric Tierling*

Es ist schon Tradition: Hersteller von Server-Betriebssystemen bringen zunächst eine aktualisierte Version ihrer Plattform auf den Markt und lassen dieser einige Monate später eine eigens für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) konzipierte Ausführung folgen. Mit dem "Windows Small Business Server 2003" schickt Microsoft nun seine neue Lösung für diese Zielgruppe ins Rennen, für die der Hersteller neben einem günstigen Preis eine durchgängige Integration zur leichten Inbetriebnahme und Verwaltung auch ohne spezielles Expertenwissen verspricht.

Günstig im Vergleich zu Einzelkomponenten

Die 2003er Ausgabe seines Small-Business-Servers offeriert Microsoft in zwei Ausführungen: Die kleinere Standard-Edition beinhaltet Windows Server 2003, Windows Sharepoint Services 2.0, Exchange Server 2003 inklusive Outlook 2003, während in der Premium-Edition zusätzlich ISA Server 2000, SQL Server 2000 und Frontpage 2003 enthalten sind. Wer die in der umfangreicheren Ausführung enthaltenen Komponenten nicht benötigt, kann somit zur Standard-Variante greifen, die mit rund 600 Dollar erheblich preisgünstiger als die 1500 Dollar teure Premium-Edition ist - deutsche Listenpreise nennt Microsoft nicht. In beiden Ausführungen enthalten sind Lizenzen für fünf Clients, weitere Lizenzen zum Ausbau auf maximal 75 Clients kosten jeweils 99 Dollar. Ein besonderes Angebot gibt es für alle Microsoft-Kunden und -Partner, die den Small Business Server 2003 bis zum 5. Februar installiert haben: Sie erhalten zusätzlich fünf kostenlose CALs (Client Access License).

Trotz der recht niedrigen Anschaffungskosten, die deutlich unter dem Gesamtpreis für die einzelnen Produkte liegen, bekommt der Kunde mit dem Server-Paket einiges geboten. So deckt schon die herkömmliche Standard-Variante mit File-, Print-, Fax-, E-Mail-, Web-, Collaboration- und Internet-Access-Server einen Großteil dessen ab, was viele KMUs brauchen. Da aktuelle Software wie Windows Server 2003 und Exchange Server 2003 enthalten sind, gelangen Anwender in den Genuss von Funktionen etwa für Schattenkopien zur raschen Wiederherstellung gelöschter Dateien oder für den umfassenden Mobilzugriff auf das E-Mail-Postfach.

Gerade in kleineren Unternehmen fehlt es häufig an eigenem IT-Personal, das genügend Kenntnisse besitzt, um das große Feature-Spektrum heutiger Server-Software sinnvoll auszunutzen - ganz abgesehen davon, dass es selbst für erfahrene Computerspezialisten ohne entsprechendes Know-how kein triviales Unterfangen ist, die in der Microsoft-Welt eng miteinander verzahnten Netzwerkdienste DHCP, DNS, Active Directory, Gruppenrichtlinien & Co. passend zu konfigurieren. In besonderem Maße entscheidet daher die Art und Weise der Abstrahierung komplexer Vorgänge darüber, wie gut sich das Produkt in der Praxis auch von unerfahrenen Administratoren einsetzen lässt.

Seiner neuen KMU-Lösung spendiert Microsoft deshalb eine Reihe zusätzlicher, hoch integrierter Tools, die die Einrichtung und Verwaltung des Systems leicht gestalten. Diese Verbesserungen treten bereits während der Installation in Erscheinung: So übernimmt ein einziger Assistent das Setup des Server-PCs. Im Zuge dessen werden nur einige wenige Informationen wie der Name der Domäne abgefragt und alle zum Paket gehörenden beziehungsweise gewünschten Komponenten von den CDs aufgespielt. Automatisch ablaufende Installations-Skripte sorgen daraufhin für die Grundkonfiguration. Als Folge daraus sind Windows Server 2003 mitsamt Active Directory, Web-Server und Sharepoint Services sowie Exchange Server 2003 vollständig eingerichtet und betriebsbereit.

Schneller und fehlerfreier geht es nicht. Eine manuelle Installation der Einzelprodukte dauert demgegenüber nicht nur erheblich länger, sondern bietet darüber hinaus so manche Stolperfalle, was die richtige, aufeinander abgestimmte Konfiguration betrifft. Microsoft zufolge soll die Inbetriebnahme bei Verwendung von Server-Hardware, auf der ein OEM-Hersteller die CD-Inhalte von Windows Small Business Server 2003 vorinstalliert hat, noch zügiger ablaufen und das System dann in weniger als 30 Minuten einsatzbereit sein.

Hoher Integrationsgrad

Im Anschluss an das Basis-Setup nimmt der Administrator eine Aufgabenliste in Empfang, über die sich nacheinander die noch ausstehenden Netzwerk- und Verwaltungsaufgaben erledigen lassen. Neben wichtigen, aber sonst gerne vergessenen Topics wie der Konfiguration einer regelmäßigen Datensicherung gehört hierzu insbesondere die Einrichtung der Internet-Connectivity. Mit Hilfe eines Assistenten lassen sich Einstellungen für den Internet-Zugang des Netzwerks per Modem, Breitbandverbindung oder separaten Hardware-Router vornehmen, die vom Internet aus nutzbaren Web-Funktionen des Small-Business-Servers (Sharepoint, Outlook etc.) festlegen sowie die Internet-Anbindung von Exchange Server für unterschiedliche Sende- und Abrufverfahren flexibel konfigurieren. Verfügen Benutzer schon über POP-3-fähige E-Mail-Konten bei anderen Providern, kann Exchange Server diese mit dem eingebauten Sammeldienst abrufen und den jeweiligen Anwendern einheitlich zur Verfügung stellen.

Welche Gedanken sich Microsoft beim Small Business Server über eine durchgängige Integration der einzelnen Komponenten und ihrer Funktionen gemacht hat, ist an zahlreichen weiteren Stellen erkennbar: Beispielsweise lassen sich neue Benutzer unter Assistentenanleitung in nur einem Durchgang einschließlich persönlichem Verzeichnis, Exchange-Postfach sowie Sharepoint-Konto fix und fertig einrichten. Wer als Administrator diese Vorgänge mit den dafür eigentlich vorgesehenen Verwaltungs-Tools der jeweiligen Komponenten - diese lassen sich zum Fein-Tuning der Einstellungen zusätzlich nutzen - komplett "zu Fuß" erledigen muss, lernt die KMU-Lösung schnell zu schätzen.

Voraussetzungen für den Client

Obgleich sich einige der von Small Business Server angebotenen Möglichkeiten etwa beim Web-Access auch mit älteren Windows-98/ME- sowie Nicht-Microsoft-Clients verwenden lassen, steht der volle Funktionsumfang nur auf Arbeitsplatz-PCs zur Verfügung, auf denen Windows 2000/XP Professional den Ton angibt. Vorhandene Computer, die lediglich mit der Home Edition von Windows XP ausgestattet sind (gerade kleinere Unternehmen greifen beim Kauf neuer PCs gerne zur preiswerteren Heim-Variante des XP-Betriebssystems, die jedoch keine Domäneneinbindung zulässt), müssen also zuvor auf die Professional-Ausführung umgestellt werden.

Die Einbindung von Arbeitsplatzcomputern in das Unternehmensnetz gestaltet sich sehr einfach: Durch den Besuch einer speziellen, vom Small-Business-Server bereitgestellten Website wird ein entsprechender Assistent gestartet. Nach wenigen Mausklicks, zwei Neustarts sowie der einmaligen Anmeldung als Administrator ist der Computer zusammen mit den festgelegten Anwendungen und Einstellungen passend konfiguriert. Meldet sich jetzt ein Benutzer bei diesem Computer an, findet er sich nach dem Start des E-Mail-Programms automatisch in seinem Exchange-Postfach wieder, ohne dass es hierzu einer gesonderten Einrichtung bedarf.

Analog dazu nimmt den Benutzer beim Öffnen des Internet Explorer die von den Sharepoint Services bereitgestellte Firmen-Website in Empfang, für deren Verwendung keine weitere Konfiguration erforderlich ist. Diese zentrale Anlaufstelle zur Zusammenarbeit mit Kollegen gestattet nicht nur die Bereitstellung gemeinsam genutzter Dokumente und die Teilnahme an elektronischen Diskussionen: Genauso können eingehende Faxdokumente eingesehen, Helpdesk-Anfragen gestellt und der Urlaubskalender der Firma abgerufen werden, der sich auf Wunsch direkt mit dem persönlichen Postfach verknüpfen lässt. Anwender können die Site mit der Maus selbst modifizieren, ohne hierfür Programmierkenntnisse zu benötigen.

Die unternehmenseigene Website steht nicht nur Intranet-Benutzern, sondern ebenso Mitarbeitern zur Verfügung, die über das Internet in Kontakt mit ihrer Firma treten. So geht auch den auf Geschäftsreise befindlichen sowie von zu Hause aus arbeitenden Anwendern der Kontakt zur Firma nicht verloren, wobei die integrierten VPN-Mechanismen für die erforderliche Sicherheit sorgen.

Ein Mausklick auf einen Link im dafür vorgesehenen Bereich der Team-Website reicht aus, um zum Outlook-Web-Zugang des eigenen Exchange-Postfachs zu gelangen und so aus der Ferne die in der Firma eingegangenen E-Mails zu bearbeiten oder neue zu versenden. Da der hierfür verantwortliche Web-Access von Exchange Server 2003 alternativ zu dem an Outlook 2003 angelehnten Erscheinungsbild auch einen abgespeckten Modus bietet, behindert selbst eine langsame Internet-Verbindung den Remote-E-Mail-Zugriff nicht. In Verbindung mit dem in Exchange Server 2003 serienmäßig enthaltenen Outlook Mobile Access ist die Bearbeitung des Postfachs sogar mit WAP-fähigen Mobiltelefonen und Phone-Pocket-PCs wie dem MDA/XDA von T-Mobile und O2 möglich.

Administrationskonsole remote bedienbar

Besondere Aufmerksamkeit hat Microsoft der Systemverwaltung geschenkt. Neben einer Reihe von Assistenten, die in den einzelnen Komponenten normalerweise nicht enthalten sind, spielt bei Small Business Server zudem die Server-Verwaltungskonsole eine tragende Rolle. Diese vereint, säuberlich nach Funktionsgruppen getrennt, alle Administrationsaufgaben unter einem Dach. Von der Server-Verwaltungskonsole aus können zugehörige Assistenten, Tools oder Hilfedateien aufgerufen werden, ohne dass der Anwender sie erst aufwändig suchen muss. Allerdings erscheint die Fülle der in den einzelnen Konsolenbereichen enthaltenen Links fast schon zu groß.

Besonders hilfreich erweisen sich die im Small Business Server eingebauten Überwachungsroutinen. Über den Statusbericht, der Einträge zum Beispiel aus Ereignisprotokoll und Systemmonitor verdichtet, erfährt der Administrator jederzeit, wie es um den Server bestellt ist. Das System kann von sich aus einen Benutzer per E-Mail informieren, sobald ein kritischer Zustand eintritt oder definierte Grenzen überschritten werden. Eventuell anstehende Probleme lassen sich so frühzeitig erkennen und beseitigen.

Alle Verwaltungsfunktionen sind nicht nur lokal, sondern auch remote nutzbar. So erlaubt es der Remote-Desktop-Verwaltungsmodus, den Desktop des Servers am Wochenende oder aus dem Urlaub per Web-Browser via Internet fernzusteuern. Mit Hilfe des "Remote-Web-Arbeitsplatzes" können Fernverbindungen mit dem Small Business Server oder einem Arbeitsplatz-PC im Unternehmensnetz aufgebaut, die Firmen-Website verwaltet oder ein Statusbericht des Servers abgerufen werden. Gibt es im Unternehmen keinen IT-kundigen Mitarbeiter, kann ein externer Servicetechniker das System per Internet analysieren, so dass Anwender nicht warten müssen, bis ein Techniker vor Ort eintrifft und sich des Problems annimmt.

Fazit: Windows Small Business Server 2003 hinterlässt einen guten Eindruck. Dank der durchdachten Integration schafft Microsoft den Spagat, die umfangreiche Funktionalität der im Produkt enthaltenen Komponenten in eine leicht bedienbare Oberfläche zu verpacken. Kleinere Unternehmen, die ihre IT-Plattform mit aktuellen Funktionen für Intranet, Internet, Mobile-Computing und Remote-Verwaltung modernisieren möchten, steht mit Microsofts KMU-Produkt eine interessante Lösung zur Verfügung, die darüber hinaus mit einem attraktiven Preis aufwartet. (ue)

*Eric Tierling ist Fachjournalist und Autor von BetriebssystemBüchern in Leichlingen (eric@ito.de).

Nicht für Zweigstellen

Windows Small Business Server 2003 ist so konzipiert, dass Windows Server 2003, Exchange Server 2003 etc. gemeinsam auf einem einzigen Server-PC laufen, was aus Kosten- und Verwaltungssicht zweifellos Sinn hat. Bei einem stark beanspruchten System ermöglicht das gesonderte Migration-Pack, das Microsoft eigentlich zum Ausbau der IT-Umgebung auf mehr als 75 Clients anbietet, eine Aufsplittung auf mehrere Server-PCs.

Wichtig ist die Tatsache, dass Microsofts 2003er Small-Business-System den ersten Domänen-Controller einer neuen Active-Directory-Domäne stellt. Der Überlegung, den Small Business Server 2003 in kleineren Zweigstellen als preisgünstige Alternative zu Windows Server 2003, Exchange Server & Co. für ein in der Unternehmenszentrale bereits existierendes Active Directory einzusetzen, schiebt Microsoft also von vornherein einen Riegel vor - obgleich die Small-Business-Server-Domäne durchaus um zusätzliche Domänen-Controller und Mitglieds-Server erweitert werden kann.

Ebenso verweigert Microsoft seiner KMU-Lösung die Fähigkeit, explizite Vertrauensstellungen (Trusts) zu vorhandenen Windows-NT-Domänen zu unterhalten. Stattdessen ist ihre Ablösung sowie die Migration auf Small Business Server 2003 das Gebot der Stunde. Immerhin: Über das mitgelieferte Active-Directory-Migrationsprogramm "ADMT 2.0" geht dies schnell und zuverlässig von der Hand.

Small Business Server in zwei Varianten

Standard Edition

- Windows Server 2003

- Windows Sharepoint Services 2.0

- Exchange Server 2003/Outlook

- ISA Server 2000

- SQL Server 2000

- Frontpage 2003

Preis: 600 Dollar inklusive 5 CALs

99 Dollar pro weitere Lizenz

Premium Edition

- Windows Server 2003

- Windows Sharepoint Services 2.0

- Exchange Server 2003/Outlook

Preis: 1500 Dollar inklusive 5 CALs

99 Dollar pro weitere Lizenz