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20.10.1995

Sourcecode wird Big Blue zur Verfuegung gestellt Novell ueberlaesst Entwicklung von Netware for SAA der IBM

FRAMINGHAM (IDG) - Novell setzt seine Schlankheitskur fort. Nun ist offiziell, was Insider schon seit laengerem vermuteten: Auf ihrem Weg zu einer schlankeren Produktlinie gibt die Networking- Company die Zukunft ihres Mainframe-Gateways in fremde Haende. IBM uebernimmt kuenftig die Verwantworung fuer die Weiterentwicklung von "Netware for SAA".

Branchenkenner sehen den juengsten Deal als einen weiteren Schritt auf dem Weg zu der, von CEO Bob Frankenberg propagierten, neuen Novell, die ihre Ressourcen auf die Entwicklung von Netware Services konzentriert. Im Gegensatz zu Unixware, behaelt Novell alle Rechte an Netware for SAA, waehrend IBM das Copyright an kuenftigen Entwicklungen erhaelt.

So betont Thomas Steding, Vice President und General Manager von Novells Network Infrastructure Division, "wir haben Netware for SAA nicht an IBM verkauft". Vielmehr stelle Novell IBM den Source Code zur Verfuegung, damit Big Blue entsprechende Erweiterungen entwickeln koenne. Im Gegenzug will Novell das Core Development fuer das Produkt einstellen und nur noch an der Integration von Netware Services wie den NDS arbeiten.

IBM dagegen will die Software um WAN-Connectivity-Features wie APPN, High Performance Routing, sowie die Unterstuetzung fuer Frame Relay und ATM erweitern. Allerdings betont Lois Dimpfel, Vice President fuer den Bereich Networking Software Products bei IBM, dass Big Blue den eigenen OS/2-Host-Gateway "Communications Manager" ebenfalls weiter entwickeln und vermarkten wird. Ihren Worten zufolge konkurriert IBM auch kuenftig mit Netware im Bereich der Netzwerk-Betriebssysteme und deshalb bleibe der Communication Manager die Loesung fuer OS/2.

Eigenes OS/2-Gateway bleibt im Programm

Waehrend sich beide Unternehmen in Zweckoptimismus ueben, beurteilen Haendler und Anwender den juengsten Deal eher zurueckhaltend. So glaubt Joe Mohen, Chief Technology Officer bei der Proginet Corp. in Garden City, dass es seitens der IBM sehr grosser Anstrengungen bedarf, um den Entwicklungsrueckstand von Netware for SAA gegenueber Microsofts SNA-Server aufzuholen. Proginet erwirtschaftete bis vor kurzem einen Grossteil seines Umsatzes mit Produkten, die auf Netware for SAA aufsetzen. Doch, so Mohens Kritik, Netware for SAA sei von Novell etwas vernachlaessigt worden. Deshalb unterstuetze sein Haus diese Plattform in neuen Produkten nicht mehr. Ganz oben auf Mohens Wunschliste in Sachen Netware for SAA befindet sich die Unterstuetzung fuer 32-Bit-Clients fuer NT und Windows 95.

Ferner muss Novell wohl noch viel Ueberzeugungsarbeit leisten, bis die Anwender wieder davon ueberzeugt sind, dass Netware for SAA nicht in eine Sackgasse fuehrt. So spricht Chuck Black, Senior Programmer und Analyst fuer das Corporate Information Center des US Department of Defense, offen aus, was viele amerikanische User denken, "es ist offensichtlich, dass Novell Netware for SAA nicht mehr weiter untertstuetzen will".