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26.01.1996 - 

Mannesmann und Vebacom wollen gemeinsame Netztochter gruenden

Spaltung des Telecom-Marktes in zwei Lager zeichnet sich ab

Man strebe eine wirkungsvolle Alternative zum Netzmonopol der Deutschen Telekom an, heisst es in Vebacom-Kreisen zu der selbst fuer Experten ueberraschenden Uebereinkunft mit Mannesmann Eurokom. Die bisher recht unterschiedliche Strategien verfolgenden Unternehmen haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das die Gruendung einer gemeinsamen Gesellschaft zur Bereitstellung eines bundesweiten Transportnetzes fuer Telecom-Dienste vorsieht.

Beide Unternehmen wollen an der neuen Company jeweils 50 Prozent der Anteile halten. Firmensitz des noch namenlosen Netzbetreibers wird Hannover sein - wie Insider vermuten, wohl aufgrund der Naehe zur Veba-Tochter Preussen Elektra, die ueber ein relativ umfangreiches eigenes TK-Netz verfuegt. Zudem duerfte Mannesmann rund 30000 Kilometer an Richtfunkstrecken sowie Vebacom sein noch in der Planungsphase befindliches Glasfasernetz einbringen.

Dessen Aufbau haengt allerdings von der Zustimmung der Deutsche- Bahn-Tochter DBKom ab, mit der der Duesseldorfer Mischkonzern im Oktober 1995 eine Grundsatzvereinbarung getroffen hat, wonach Vebacom seinen bundesweiten Glasfaserring entlang ausgewaehlter Bahntrassen verlegen darf.

Die Verhandlungen darueber sind jedoch mittlerweile ins Stokken geraten. Wichtigstes Indiz dafuer, dass die angestrebte Einigung ausbleiben koennte, ist die Tatsache, dass Vebacom nach noch inoffiziellen Meldungen die erste Runde des Ausschreibungsverfahrens um die Uebernahme des vakanten 49,9- Prozent-Anteils an DBKom nicht ueberstanden hat.

Dem Vernehmen nach noch gut im Rennen liegen indes Mannesmann Eurokom/CNI, Viag Interkom und Thyssen Telecom, waehrend RWE Telliance aehnlich wie Vebacom bei der den DBKom-Deal abwickelnden Consultants von Morgan Stanley keine Chance mehr zu haben scheint. Derjenige, der den Zuschlag erhaelt, bekommt immerhin den Zugriff auf die begehrten Wegerechte und die Abwicklung des lukrativen Inhouse-Telecom-Geschaefts der Bahn.

Heftiges Buhlen um die Bahn-Tochter DBKom

"Kein Kommentar zum Thema DBKom" hiess es in Essen und Duesseldorf auf Anfrage der CW. "Weder bestaetigen noch dementieren" wollte ein RWE-Sprecher allerdings sich verdichtende Spekulationen, wonach sich die hiesige Telecom-Szene auf eine weitere sehr ueberraschende Konstellation einstellen darf: ein Joint-venture zwischen RWE Telliance und Viag Interkom, der gemeinsamen Telecom-Tochter von Viag AG und British Telecom. Gelaenge den Essenern dieser Coup, waere nach Ansicht von Experten die kuenftige Wettbewerbslandschaft in Deutschland - unabhaengig von der noch ungeklaerten DBKom- Beteiligung - vorgezeichnet. Neben der Telekom wuerden sich dann zwei Lager, naemlich RWE/Viag/Thyssen/BT beziehungsweise Mannesmann/Vebacom/AT&T, um die Kundschaft streiten.