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26.07.2002 - 

IT-Outsourcing/Vereinheitlichung der Arbeitsumgebung

Spar gibt unliebsame Routinearbeiten ab

Zahlreiche IT-Chefs kämpfen mit Personalengpässen in der Systempflege und -wartung. Dadurch rücken ungeliebte, aber notwendige Routinearbeiten intern ans Ende der Prioritätenliste. Damit sie nicht unerledigt bleiben, hat die Spar Handels-AG einige dieser Wartungstätigkeiten ausgelagert. Von Uwe Engel*

Die Spar Handels-AG hat sich für die Auslagerung der systemseitigen Wartung bestimmter Fremdsoftwareprodukte entschieden. Ein externer Dienstleister, der über Spezialisten mit jahrelanger Erfahrung im Großrechnerumfeld verfügt, überwacht heute die vereinbarte Produkt- und Systemumgebung im Sieben-Tage-Service rund um die Uhr und sichert den stabilen Lauf der Systeme. Die 1952 gegründete Spar zählt mit ihren 24 720 Mitarbeitern und rund sieben Milliarden Euro Umsatz zu den ältesten Handelsketten Deutschlands und zu den größten Anbietern im deutschen Einzel- und Großhandel. Gerade im harten Einzelhandelswettbewerb stellt eine moderne Logistik einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar. Voraussetzung dafür ist der reibungslose Betrieb der IT-Infrastruktur.

Heterogene Systemumgebung

Die Rechenzentren des Unternehmens in Schenefeld und Ellhofen steuern die Belieferung aller 4000 Spar- und Superspar-Filialen bundesweit. Wie in anderen Unternehmen mit langer Entwicklungsgeschichte ist auch hier die IT-Infrastruktur heterogen. Die Systemumgebung setzt sich aus zentralen OS/390- sowie verteilten Unix- und NT-Systemen zusammen, auf denen verschiedene Softwareprodukte wie CA, DB2, DFDSS und andere IBM-Produkte eingesetzt werden. Bei Systemprogrammierern ist daher plattformübergreifendes Know-how von OS/390 bis zu Unix und Microsoft-Betriebssystemen gefragt. Für die elektronische Verarbeitung von Listen werden Produkte der Beta Systems Software AG, Berlin, genutzt. Die Produktion im Rechenzentrum läuft rund um die Uhr, die Batch-Produktion vorwiegend über Nacht, um den Online-Betrieb am Tag nicht zu behindern. Trotz zahlreicher Aufgaben steht für die Betreuung jeweils einer Softwareproduktgruppe nur ein Systemprogrammierer zur Verfügung. Das gilt auch für - in der Beliebtheitsskala oft am Ende stehende - Arbeiten wie etwa Fehlersuche, Anpassung von User Exits oder Produktpflege.

Da neben dem laufenden Betrieb Großprojekte wie die Umstellung auf den Euro geplant und umgesetzt werden mussten, suchte man eine zuverlässige Lösung zur Entlastung der Systemprogrammierung. Diese bestand letztlich im Outsourcing der systemseitigen Wartung an den langjährigen Softwarelieferanten Beta Systems. Damit Wartung und Pflege der Produkte sich so kostengünstig und zuverlässig wie möglich gestalten konnten, musste zunächst die IT-Infrastruktur in Ellhofen und Schenefeld konsolidiert und die Systemumgebung vereinheitlicht werden. Die bis dahin eigenständig arbeitenden Rechenzentren wurden zusammengelegt. Zuvor hatte je ein eigenständiges Produktivsystem die Lieferlager in Süddeutschland (Ellhofen) und Norddeutschland (Schenefeld) mit Listendaten versorgt.

Systeme mussten konsolidiert werden

Trotz identischer Aufgaben der Rechenzentren gab es keine einheitlich geregelte Arbeitsweise. Durch individuelle Vorgehensweisen war beispielsweise eine automatische Durchsicht der Listen nach bestimmten Inhalten am Ende nicht mehr möglich. Ein Zugriff vom Schenefelder auf das Ellhofener System war ebenso kompliziert wie eine zentrale Wartung und Pflege. Nach der Konsolidierung liefen beide Systeme parallel im zentralen Rechenzentrum in Schenefeld.

Nach nur drei Monaten waren die Konsolidierung und der Aufbau einer eigenen Softwareumgebung abgeschlossen. Anschließend begannen die Beta-Datenbanksysteme in der konsolidierten Umgebung zu arbeiten. Die Mitarbeiter des Berliner Softwareherstellers haben die regelmäßige standardisierte Softwarewartung, Präventivmaßnahmen wie das vorsorgliche Einspielen relevanter Programmberichtigungen und andere Routinetätigkeiten übernommen.

So unterschiedlich die Funktionen der Produkte sind, so verschieden ist auch ihr Pflegeaufwand: Während die Datenbank "Beta 92" keine außenwirksamen Produktionsdaten enthält, muss der Betrieb von "Beta 93" intensiver überwacht werden, da Sicherheitsaspekte dort höher bewertet werden und die Anzahl der Benutzer größer ist. Bei einem Hard- oder Softwareausfall würden für Warenlieferungen notwendige Begleitlisten fehlen oder Listen ihre Empfänger nicht rechtzeitig erreichen. Rund um die Uhr steht ein persönlicher Betreuer zur Verfügung, der online notwendige Arbeiten wie die Kontrolle der Log- und Error-Files, der Batch-Utilities und Spool-Bereiche sowie der Beta-Produktdatenbanken ausführen kann.

Unterschiedlicher Pflegeaufwand

Wichtig für das gegenseitige Vertrauen war der Umstand, dass sämtliche Arbeitsschritte gemeinsam geplant und in einem Kundenprofil dokumentiert wurden. Da die Systeme stabil laufen, werden lediglich alle sechs Monate Statusbesprechungen abgehalten. Dabei kommen auch größere Aufgaben wie beispielsweise Produkt-Upgrades zur Sprache. Da wichtige Konzerndaten ohnehin über ein internes Zugangssystem geschützt und nur einem kleinen Kreis von Mitarbeitern zugänglich sind, sind Vorbehalte gegenüber dem Dienstleister unbegründet.

Heute übernimmt der Outsourcing-Partner zahlreiche Routinearbeiten eines Systemingenieurs. Dies entlastet Spars eigene Systemprogrammierer von vielen Aufgaben, sie können sich anderen wichtigen Projekten widmen. Durch das Outsourcing wurde etwa eine Drittel- bis halbe Arbeitskraft ersetzt, die monatlich mit der Systempflege und Wartungsarbeiten beschäftigt wäre. Der Spar-IT-Chef kann nachts ruhig schlafen: Routinearbeiten bleiben nicht liegen. (rs)

*Uwe Engel ist Leiter Systemtechnik Informationsverarbeitung bei der Spar Handels-AG in Schenefeld.

Angeklickt

Damit sich die Wartung und Pflege ihrer Rechenzentren-Anwendungen so kostengünstig und zuverlässig wie möglich gestalten lässt, hat die Handelskette Spar ihre zuvor uneinheitliche Systemumgebung konsolidiert und einige Maintenance-Arbeiten ausgelagert.

Abb: Parallelbetrieb

Aus zwei mach eins: Zwei bis dahin eigenständig arbeitende Rechenzentren wurden zusammengelegt. Quelle: Spar Handels-AG