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16.11.1990 - 

Sun startet neue Workstation-Offensives

Sparc-Station-2-Modelle warten hoher Grafikleistung auf

MÜNCHEN (jm) - Mit der "Sparc-Station-2"-Rechnerfamilie baut Sun Microsystems seine Produktpalette im gehobenen Leistungsbereich aus. Gleichzeitig senkte der Hersteller die Preise für seine Workstations und Server um etwa acht Prozent.

Die von Sun-Gründer und Sparc-Entwickler Andreas von Bechtolsheim (siehe auch Interview in der kommenden CW-Ausgabe) in München vorgestellte Rechnerfamilie legt bereits beim Einstiegsmodell Sparc-Station 2 eine nahezu doppelte Rechenleistung gegenüber dem bisherigen Topmodell Sparc-Station 1 + vor, bei einem Preis von knapp 33 000 Mark mit einer 207-MB-Festplatte und 19-Zoll-Farbmonitor.

Die neuen Rechner positioniert Sun vor allem im Arbeitsfeld technischer Anwendungen. Mit ausgewiesenen 21 Specmarks Rechenleistung (28 MIPS/ 4,2 Mflops) und in der Basiskonfiguration mit einem 2D-Grafikbeschleuniger ausgestattet, sieht der RISC-Workstation-Hersteller Einsatzgebiete vor allem in den Bereichen der mechanischen Konstruktion und der 3D-Modellierung. Wer besonders rechenintensive Anwendungen auf einem Sparc-Station-2-Rechner "fährt", kann diesem durch zwei zusätzliche, unterschiedlich leistungsstarke 3D-Grafikprozessoren Beine machen.

Auf dem Grundmodell aufbauend, entwickelte Sun die Grafik-Workstations "Sparc-Station 2GS" (etwa 50000 Mark) und "Sparc-Station 2GT" (110 000), die vor allem in Hochleistungsumgebungen ihren Platz finden sollen, sowie den "Sparcserver 2" für Datenbank-Serverfunktionen.

Allen Modellen gemein ist die in CMOS-Technologie ausgelegte Sparc-Prozessor-Implementation von Cypress mit einer 40-Megahertz-Taktrate, der der Sparc Compliance Definition 1.0 (SCD) entspricht. Er gewährleistet so völlige Kompatibilität zu allen kompatiblen Systemen. anderer Hersteller; über 2100 Sparcware-Lösungen von Fremdanbietern stehen dem Anwender damit auf den vorgestellten Systemen zur Verfügung.

Alle neuen Rechner nutzen auch die gleiche DIN A4 große CPU-Platine, auf der neben der Zentraleinheit ein Fließkomma-Prozessor, Ethernet- und SCSI-Anschlüsse, serielle Schnittstellen, der Arbeitsspeicher sowie ein Audio-Port zusammengefaßt sind. Zum Standard-Lieferumfang gehört auch die Unterstützung der Netzwerk-Protokolle NFS, TCP/IP, PC-NFS und Tops. Außerdem kündigte von Bechtolsheim an daß im 1. Quartal 1991 Schnittstellen zu Token-Ring und FDDI für den SBus verfügbar seien.

Sun packt jedem Modell seine grafische Benutzerschnittstelle "Open Look" bei, die man darüber hinaus mit diversen Softwarewerkzeugen wie einem Mail-Tool und einem Datei-Manager ausstaffiert hat. Die Rechner laufen unter Suns Betriebssystem "Sun-Os", das kompatibel zu Unix System V, Release 4, ist. Die aktuelle Version ist nach Unternehmensangaben optimiert worden und ermöglicht einen höheren Datendurchsatz und eine schnellere Installation. Die Geräte verfügen über ein DOS-kompatibles 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk und drei SBus-Steckplätze. Der standardmäßig mit 16 MB ausgestattete Arbeitsspeicher läßt sich auf maximal 96 MB erweitern, die interne höchste Festplattenkapazität liegt bei 414 MB, extern lassen sich Massenspeicher bis zu 7,6 GB ansprechen.

IBMs Rechner spielt in einer anderen Klasse

In den "Sparc-Server 2" bauten die Sun-Entwickler zwei zusätzliche SCSI-Bus-Controller mit einem Datendurchsatz von 5 MB pro Sekunde ein, mit denen sich der Platten-I/O steigern läßt. Wie Sun-Manager Curtis S. Wozniak vor der Presse meinte, ist IBMs neuer RISC/6000-Server Modell 550 Konkurrent zur eigenen Maschine. Allerdings muß Big Blues Rechner sowohl von der Leistung (54 Specmarks) als auch vom Preis (293 000 Mark) einer anderen Klasse zugeordnet werden. Der Anwender kann den Server zudem mit einem 0,25-Zoll-Bandlaufwerk mit 150 MB Kapazität, einem ebensolchen 8-mm-Speichermedium mit 2,3 GB Fassungsvermögen oder einer Sunspezifischen CD-ROM-Einheit konfigurieren. Das Server-Modell, das in dem TPCB-Benchmark-Test 51 Transaktionen pro Sekunde erreichte, kostet etwa 54 000 Mark.

Nachdem man bereits im vergangenen Jahr mit seinen GX-Modellen dedizierte Grafikrechner präsentierte, unterstreicht der Marktführer für RISC-basierte Workstation-Systeme mit zwei neuen Maschinen, da er das 3D-Grafikmarktsegment sehr ernst nimmt. Die "Sparc-Station 2GS" bearbeitet in "Sunphigs"- und "XGL"-Anwendungen bis zu 150 000 3D-Vektoren und 20 000 z-gepufferte, gouraudschattierte Polygone pro Sekunde. Doppel-Pufferung für fließende Animation, Depth-Cueing, Picking sowie die Darstellungsmöglichkeit von bis zu acht getrennten Lichtquellen sind weitere Leistungskriterien des kleineren Sun-Grafikrechners.

Die leistungsstärkste Modellvariante für Grafikverarbeitung stellt die "Sparc-Station 2GT" dar: Gegenüber dem GS-System erhöhten die Sun-Entwickler die Grafikverarbeitungsgeschwindigkeit durch Einsatz eines Grafikbeschleunigers, der in einem vom Rechnerchassis getrennten Towergehäuse untergebracht ist, um den Faktor 5 und verbesserten die Darstellungsqualität.

Zu den Extras des GT-Rechners gehört ein Hardware-Anti-Aliasing, womit sich die Darstellung von Kanten verbessern und der Realitätseindruck der Gesamtdarstellung optimieren läßt. Eine weitere Innovation ist Suns virtueller Display-ListenBeschleuniger (DLX). Der Chip verwaltet Grafik-Datenbanken und entlastet so die CPU. Die Sparc-Station 2 GT verwendet eine 108-Bit-Grafik-Engine, mit der komplexeste Echtfarb-3D-Modelle bearbeitet werden können.

Die Sparc-Station 2 mit 16-Zoll-Farbbildschirm, Grafikbeschleuniger GX und 16 MB Arbeitsspeicher wird etwa 42 000 Mark kosten. Aufgrund der Preissenkungen braucht der Anwender für eine Sparc-Station SLC jetzt nur noch knapp 11 000 Mark und für eine Sparc-Station IPC mit Farbmonitor, 8 MB Arbeitsspeicher, Floppy-Disk-Laufwerk und 207-MB-Festplatte nur noch etwa 22 000 Mark zu zahlen.