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07.04.2006

Sparkurs ist schlecht für die Arbeitsmoral

Weniger als 20 Prozent finden Entlassungen und Lohnkürzungen gerecht.

Die Mehrzahl der Befragten beurteilt Entlassungen und Lohnkürzungen als ungerecht, unabhängig davon, ob sie direkt davon betroffen sind. Allerdings habe die Ausgestaltung von Entlassungen und Lohnkürzungen einen starken Einfluss auf das Gerechtigkeitsurteil. Die Akzeptanz von Entlassungen und Lohnkürzungen sei laut IAB deutlich höher, wenn sich das Unternehmen im Vorfeld um die Vermeidung von Härten bemüht habe.

Engagement sinkt

Zentrale Ergebnisse der Studie lauten: Infolge von Entlassungen und Lohnkürzungen sinkt das Engagement für die Firma. Die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen leidet und die Bereitschaft zur Kündigung steigt. Dies gilt bei Entlassungen nur dann, wenn sie als ungerecht empfunden werden. Lohnkürzungen hingegen haben auch dann negative Verhaltenskonsequenzen, wenn sie als gerecht eingeschätzt werden.

Weniger als 20 Prozent der direkt Betroffenen bewerten Entlassungen und Lohnkürzungen als gerecht, wenn sich der Arbeitgeber im Vorfeld nicht um die Vermeidung von Härten bemüht hat und die Mitarbeiter dabei nicht eingebunden waren. Gehörten die Befragten nicht selbst zu den Betroffenen, so verändert dies ihre Einschätzung nur in geringem Ausmaß.

Werden die Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse eingebunden, empfinden 30 Prozent die Maßnahme als gerecht. Wenn der Arbeitgeber Aktivitäten zur Vermeidung gezeigt hat, schätzen rund 40 Prozent die Maßnahmen als gerecht ein. Der Vergleich unterschiedlicher Entlassungsursachen zeigt: Szenarien werden als deutlich gerechter beurteilt, wenn die Entlassungen Folge eines Absatzeinbruchs sind. Wenn der Entlassungsgrund hingegen eine Produktivitätssteigerung ist - verursacht durch die Einführung einer neuen Produktionstechnologie oder aufgrund von Verbesserungsvorschlägen aus der Belegschaft - ist die Akzeptanz erheblich geringer. Damit unterscheiden die Befragten zwischen unternehmensexternen und internen Ursachen und berücksichtigen die Verantwortlichkeit der Unternehmensleitung.

Der Kurzbericht des Nürnberger Instituts steht zum kostenlosen Download bereit unter http://doku.iab.de/kurzber/2006/ kb0106.pdf. (hk)