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06.03.1998 - 

Experten warnen vor Schwächen in Marketing und Vertrieb

Sparkurs verhilft Novell wieder zu operativem Profit

Für das am 31. Januar 1998 abgeschlossene erste Quartal des neuen Geschäftsjahres gab Novell nun einen Nettogewinn von 14 Millionen Dollar oder vier Cent je Aktie bekannt. Den Umsatz bezifferte die Company mit 252 Millionen Dollar. Damit konnte das Unternehmen erstmals seit dem Amtsantritt von Chairman und CEO Eric Schmidt im April vergangenen Jahres wieder einen operativen Gewinn ausweisen. Nach drei Verlustquartalen in Folge hatte Novell zwar bereits im vierten Quartal 1997 schwarze Zahlen veröffentlicht - allerdings nur, weil finanzielle Rücklagen in Form von Festgeldern in die Bilanz eingebracht wurden.

Novell-Chef Schmidt kommentierte das jüngste Quartalsergebnis verhalten. Man sei in dem Bemühen, "Novell wieder auf Kurs zu bringen, im Zeitplan". Schmidt wiederholte seine These, daß es 18 bis 24 Monate dauern werde, bis die von ihm vergangenes Jahr eingeleitete Restrukturierung greife. Das Unternehmen sei jedoch "wieder eine Marktgröße", beschrieb der CEO das derzeitige Standing seiner Company. Jetzt müsse man allerdings die Schlüsselmärkte "energisch und zielgerichtet mit einem verbesserten Produktportfolio adressieren". Erneut verband Schmidt dabei seine Hoffnung mit der Markteinführung von "Border Manager", "NDS for NT" sowie den zahlreichen Internet-Features für das Produkt-Flaggschiff "Netware".

Aktionäre werfen Schmidt Verharmlosung vor

Diese Einschätzung teilen auch die meisten Analysten. Novell habe sich "gesundgeschrumpft", heißt es. Nun müsse die Company jedoch wieder daran gehen, ihre Umsätze auszuweiten. So konnte der Netzwerkprimus im jüngsten Quartal seine Betriebsausgaben gegenüber dem Schlußquartal 1997 um weitere 20 Millionen auf 192 Millionen Dollar senken; gleichzeitig ist aber auch die Umsatzentwicklung weiter rückläufig. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 1997 hatte das Unternehmen noch Einnahmen in Höhe von 374,8 Millionen Dollar erzielt - 122 Millionen mehr als im jetzt beendeten Berichtszeitraum.

Während Novell den erneuten Umsatzrückgang offiziell mit der schwachen Marktentwicklung in der Region Asien-Pazifik begründet, halten Experten dies für wenig glaubwürdig. Dies um so mehr, als Schmidt selbst unlängst in einem CW-Interview die Auswirkungen der Asien-Krise auf das Novell-Geschäft auf maximal "einige Prozentpunkte" taxiert hatte. Der frühere Sun-Manager habe in Sachen Personalabbau zu heftig mit dem eisernen Besen gekehrt; insbesondere die Sales- und Marketing-Mannschaft sei "ausgeblutet", meinen Insider.

Ungemach könnte Schmidt auch durch eine seit kurzem anhängige Gruppenklage von Aktionären drohen. Die Anteilseigner werfen dem Novell-Management vor, "die offenkundigen Strukturprobleme sowie die dramatisch zurückgehende Nachfrage nach Produkten zu verharmlosen". Auch die Börsianer an der New Yorker Wallstreet sehen Novell noch nicht über dem Berg. Das Unternehmen laufe Gefahr, im Geschäftsjahr 1998 unter die Schwelle von einer Milliarde Dollar Umsatz zu rutschen. Spätestens dann dürfte es, so die Analysten, mit dem Anspruch, Microsoft bei Enterprise Servern weiterhin Paroli zu bieten, vorbei sein.