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Sparwut in deutschen IT-Abteilungen wird zum Risiko

11.07.2006
Deutsche IT-Manager kennen nur eine Priorität: die Kosten ihrer IT-Infrastruktur zu senken. Mit dieser Haltung sind sie allein auf weiter Flur.
27 Prozent der Befragten wollen ihr IT-Infrastrukturbudget in diesem Jahr steigern, 23 Prozent wollen es senken.
27 Prozent der Befragten wollen ihr IT-Infrastrukturbudget in diesem Jahr steigern, 23 Prozent wollen es senken.
Status quo in deutschen Virtualisierungsprojekten.
Status quo in deutschen Virtualisierungsprojekten.

Simples Cost-Cutting bezeichnen 60 Prozent der insgesamt 117 von Accenture und IDC befragten IT-Verantwortlichen aus Deutschland als größte Herausforderung. Es folgen - in unmittelbarem Zusammenhang mit der ersten Priorität - Konsolidierung und Standardisierung der Infrastruktur (51 Prozent). An dritter Stelle stehen mit jeweils knapp 40 Prozent das Modernisieren und bessere Nutzen der vorhandenen IT-Umgebung sowie die richtigen Entscheidungen in Sachen neuer Technologie zu treffen.

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Franzosen glauben an IT

In anderen europäischen Ländern, die in den vergangenen Jahren von der konjunkturellen Entwicklung ebenfalls nicht verwöhnt waren, sieht das ganz anders aus. Italiener und Franzosen wollen vor allem die Service-Levels verbessern, den Wert der IT für das Business anheben sowie die Governance-Strukturen optimieren. Auch das Nachdenken über neue Technologien, also der Prozess der Entscheidungsfindung, genießt einen höheren Stellenwert als bei uns.

Laut Accenture besteht in Deutschland ein unübersehbarer Konflikt zwischen der allgegenwärtigen Sparwut und dem gleichzeitigen Bestreben, den Wert der IT für das Business zu erhöhen. Mehr als die Hälfte der Befragten bekundete, die Performance der IT verbessern zu wollen. Noch größer ist aber die Menge derjenigen, die einfach nur die Kosten senken möchten.

Insgesamt sagten 23 Prozent der Befragten, sie möchten ihr Budget für Infrastruktur (Rechenzentrum, Netzwerke, Hardware, Sicherheit, einschlägige Services) senken, 27 Prozent gehen von einer Steigerung aus und die Hälfte will die Ausgaben einfrieren. Weltweit planen der Studie zufolge dagegen 40 Prozent der Unternehmen, ihre Budgets für Infrastruktur anzuheben. In Frankreich hegen sogar 70 Prozent der Befragten etwaige Pläne.

In der Studie heißt es wörtlich: "Deutsche IT-Verantwortliche laufen Gefahr, ihre IT-Infrastruktur bewahren und den Status Quo lediglich inkrementell verbessern zu wollen. Sie investieren ihre Zeit in Benchmarking und das Verbessern einzelner Prozesse aus Kostensicht anstatt Wege zu finden, damit das gesamte Unternehmen durch IT Vorteile erringen kann." Natürlich sei es richtig, den laufenden Betrieb optimal zu unterstützen. Wenn man dabei aber die Chancen, die sich durch grundsätzliche Modernisierungsmaßnahmen ergäben, außer Acht lasse, stelle dies ein Risiko für das Unternehmen dar.

Keine Strategie

Ideal wäre es, so die Accenture-Studie, eine Infrastruktur zu haben, die flexibel genug für Veränderungen ist, aber stabil genug, um die Betriebskosten gering zu halten. Das sei zurzeit fast nirgendwo der Fall. Die meisten IT-Manager rieben sich an kurzfristigen Aufgaben auf und investierten kaum Zeit, um sich mit strategischen IT-Angelegenheiten zu beschäftigen.

Accenture hat auch gefragt, welche konkreten Aktionen die IT-Verantwortlichen planen, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei wird zwischen kurzfristigen (die nächsten sechs bis zwölf Monate) und langfristigen Maßnahmen (13 bis 36 Monate) unterschieden. Mindestens die Hälfte der Befragten ist demnach kurzfristig mit der Konsolidierung und Standardisierung der Rechenzentren sowie der Plattformen und Betriebssysteme befasst. Ähnlich groß ist das Interesse an einer Einführung des Itil-Frameworks (IT Infrastructure Library) oder eines vergleichbaren Regelwerks zur Organisation von IT-Prozessen.

Längerfristig steht indes für mehr als 40 Prozent der Befragten die Implementierung neuer Infrastrukturprodukte im Mittelpunkt der Bemühungen. Sie ist auf kurze Sicht nur für 17 Prozent der Interviewteilnehmer ein Thema. Binnen drei Jahren will außerdem ein Drittel die IT-Governance verbessern und ein Business Service Management (BSM) einführen, um die IT-Ressourcen näher an die Unternehmensziele heranzuführen.

Virtualisierungs-Muffel

Während die Accenture-Untersuchung auf internationaler Ebene ergab, dass Konzerne in großem Stil Virtualisierungstechniken einsetzen, um so ihre Rationalisierungsziele zu erreichen, schrecken die Deutschen davor zurück. Entsprechende Initiativen im Server-, Speicher- oder Netzwerkumfeld sind weit seltener geplant als in anderen Ländern - die Untersuchung macht die extremen Budgetzwänge dafür verantwortlich.

"Möglicherweise gibt es in der Industrie Aufklärungsbedarf, welche potenziellen Vorteile Virtualisierung in Rechenzentrumsumgebungen bietet", mutmaßen die Urheber der Studie. Vor dem Hintergrund, dass die Unternehmen konsolidieren und ihre Ressourcen besser nutzen wollen, um die Kosten zu senken, sei es seltsam, dass Virtualisierung so wenig verbreitet sei. (hv)