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05.05.2009

Spaß, solange der Akku reicht

Mit dem "HTC Magic" geht die Invasion der Google-Android-Smartphones in die zweite Runde. Die COMPUTERWOCHE hat den Außerirdischen auf Herz und Nieren getestet.

Nach T-Mobile hat mittlerweile auch Vodafone ein Google-Android-Handy exklusiv im Programm. Durch den Verzicht auf die ausschiebbare Qwertz-Tastatur wirkt das in Weiß oder Schwarz erhältliche HTC Magic deutlich eleganter und leichter als das T-Mobile G1. Das stattdessen verfügbare virtuelle Keyboard ist aber zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, zumal wegen des kapazitiven Touchscreens kein Stift verwendet werden kann. Wählt man in den Einstellungen taktiles und akustisches Feedback aus, steigt die Treffgenauigkeit jedoch enorm.

Schlanker als das erste Google-Handy, ist das HTC Magic mit knapp 16 Millimetern immer noch etwas dicker als das Apple iPhone. Dafür fällt es mit Abmessungen von 113 mal 55 Millimetern jedoch schmäler und kürzer aus. Der Nutzer muss allerdings auch mit einem etwas kleineren 3,2-Zoll-Display mit 320 mal 480 Pixel Auflösung leben.

Die im HTC Magic verbaute Hardware kann man nahezu als Vollausstattung bezeichnen. Das Gerät kommt mit HSPDA (bis 7,2 Mbit/s), WLAN, A(ssisted)-GPS und videofähiger 3,2-Megapixel-Kamera. Außerdem ist der Akku mit 1340 Milliamperestunden nun etwa 20 Prozent größer ausgefallen als beim T-Mobile G1. Allzu hoch sollte der Nutzer seine Erwartungen jedoch nicht stecken: So eignet sich die Autofokus-Kamera mangels Einstellungsmöglichkeiten oder Blitz gerade einmal für Schnappschüsse. Die Akkuleistung wiederum bringt den Anwender mit Müh und Not über den Tag.

Spartanische und unpraktische Software

Als Software ist auf dem HTC Magic die neue Version 1.5 (Cupcake) des Android-Betriebssystems installiert. Das Scrollen durch die Menüs ist damit leicht und nahezu intuitiv möglich, auch der integrierte Webkit-Browser ist – abgesehen von der fehlenden Video-Unterstützung – über größere Zweifel erhaben. Anstelle des vom iPhone genutzten Multitouch stellt Android eine weniger praktische Lupenfunktion zum Aufzoomen der Darstellung bereit. Suboptimal hat Google auch den Übergang der Anzeige von der Vertikalen in die Horizontale und umgekehrt gelöst: Während des Wechsels wird die Darstellung vorübergehend unscharf.

Ungewohnt dürfte für viele auch der Umstand sein, dass sie sich beim ersten Start mit ihrem Google-Account anmelden sollen. Wer die Registrierung ablehnt, kann das HTC Magic aber weiterbenutzen, allerdings ohne Google Mail (mit Push-Funktion), Google Talk und andere perfekt in das Gerät integrierte Applikationen des Internet-Riesen. Auch der Android Market und damit eine der Hauptattraktionen des Smartphones bleibt dem Anonymitäts-Freund versperrt.

Während im Auslieferungszustand nur wenige Anwendungen auf dem HTC Magic vorinstalliert sind, finden sich im Android Market Hunderte von mehr oder weniger nützlichen Anwendungen. Bis dato sind in Deutschland mangels Bezahlplattform anders als in Apples App Store nur kostenlose Applikationen zu finden. Kostenpflichtige Anwendungen können aber außerhalb erworben werden.

Inzwischen gibt es auch die ersten Business-tauglichen Anwendungen für Android. So ermöglicht etwa Dataviz mit "Roadsync" die Synchronisation von Mails und Kontakten aus Exchange/Outlook. Der Hersteller bietet – wie Konkurrent Quickoffice – außerdem ein Programm zum Bearbeiten von Office-Dokumenten an. Für den mobilen Einsatz im Unternehmen ist das HTC Magic allerdings wegen der spärlichen Sicherheitsfunktionen noch nicht bedenkenlos zu empfehlen.

Fazit

Das HTC Magic dokumentiert eindrucksvoll, dass Google Android längst mehr als nur eine weitere Plattform für Smartphones darstellt. Teure Verträge und ein offizieller Verkaufspreis von 570 Euro dürften die Invasion der Androiden aber noch bremsen.