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14.06.2002 - 

Speichernetze/Trotz fehlender Standards lassen sich Kosten sparen

Speicher-Management - der Datenflut Herr werden

In früheren Jahren haben sich die Daten im Unternehmen jährlich etwa verdoppelt. Heute kämpfen viele Unternehmen mit einem Wachstum um den Faktor acht. Dabei stellt die Anschaffung der entsprechenden Speicherkapazitäten wegen der sinkenden Hardwarepreise nur einen Teil des Problems dar. Den Löwenanteil der Total Cost of Ownership machen mit bis zu 55 Prozent die Kosten für die Administration aus. Von Jürgen Schelbert*

Der Hauptgrund für die hohen Verwaltungsaufwendungen sind die komplexen Speicherlandschaften, die in den Unternehmen im Laufe der Jahre entstanden sind. Typischerweise setzen Firmen eine Vielzahl von Unix- und Windows/NT-Servern ein, von denen jeder eigene, dezentrale Speicherkomponenten besitzt (Direct Attached Storage = DAS). Meist verfügen diese Speicherplattformen über jeweils eigene Administrationswerkzeuge - eine einfache und kostengünstige globale Verwaltung wird damit unmöglich.

Eine Neuordnung der Speicherinfrastruktur eröffnet erhebliche Einsparungspotenziale. Im Zentrum der Überlegungen sollte die Vereinfachung des Speichermanagements liegen. Ziel ist es, möglichst viele Speicheraufgaben von einer zentralen Plattform aus zu verrichten und, wenn möglich, zu automatisieren.

Konsolidierung für einfacheres Speicher-Management

Da derzeit noch keine "Allround-Software" existiert, die alle Speichersysteme am Markt verwalten könnte, führt der Weg zum effektiven Management über eine Konsolidierung der Speichersysteme. Dabei brauchen oftmals keine neuen Geräte angeschafft zu werden. Stattdessen ersetzen Upgrades den Neukauf, oder bereits vorhandene SAN-fähige Subsysteme werden einfach übernommen. So kann zum Beispiel IBMs ESS Enterprise Storage System ("Shark") problemlos von SCSI auf die für ein SAN notwendigen Fibre-Channel-Anschlüsse umgerüstet werden (DAS to SAN migration).

Zur Überwachung und Steuerung der konsolidierten Infrastruktur werden die entsprechenden Management-Tools, etwa von Tivoli, CA oder HP, als zentrale Konsole eingesetzt. Diese Tools übernehmen über SNMP (Simple Network Management Protocol-) Interfaces das Monitoring aller Speicherkomponenten. Aus den Überwachungswerkzeugen heraus lassen sich die Management-Applikationen für die einzelnen Komponenten starten.

Unter anderem erreicht die zentrale Plattform alle über LAN oder WAN angeschlossenen Disk-Subsysteme. Über die jeweils zugehörige Management-Software werden beispielsweise RAID-Level, Cache-Größen und Plattengruppen gesteuert. Gleichzeitig bietet die Oberfläche Zugriff auf eine Vielzahl von Informationen über alle im SAN eingebundenen Bandbibliotheken. Daten über Inhalt, Aktualität und Lagerungsort der einzelnen Tapes sind über Tape-Management-Software zentral abrufbar. Damit können einzelne Bänder klar bestimmten Bereichen, Servern oder Applikationen zugeordnet und effektiver eingesetzt werden. Die Neubeschaffung von Tapes kann auf Basis von Informationen über den Gesamtbestand an Bändern vorausschauend geplant werden, vorhandene Kapazitäten werden durch Tape- und Library-Pooling effizienter genutzt.

In dezentralen Systemen ist das Backup sehr zeitaufwändig. Für die verschiedenen Speicherkomponenten werden oftmals unterschiedliche Backup-Tools, zum Beispiel von Legato oder Veritas, eingesetzt und separat konfiguriert. Zudem beansprucht jeder Speicher seinen eigenen Pfad im Netzwerk. Bei einer Datensicherung über ein einheitliches Tool dagegen ist nur eine einmalige Konfiguration notwendig. Außerdem erhält über das "Shared-Storage"-Prinzip, das mittlerweile von den meisten Backup-Tools unterstützt wird, jeder Rechner Zugriff auf jedes Bandlaufwerk im SAN. Der Vorteil dabei ist, dass mehrere Rechner auf dasselbe Bandlaufwerk zugreifen und die Bänder besser ausgelasten werden. Umgekehrt kann ein Rechner auch mehrere Tape-Laufwerke gleichzeitig ansteuern, um Daten innerhalb kürzester Zeit zu sichern und ein kleines Backup-Fenster optimal auszunutzen.

Standards für ein einheitliches Management

Die größten Probleme für die Vereinfachung des Speicher-Managements entstehen vor allem in heterogenen Systemlandschaften. IDC hat herausgefunden, dass in zentralen heterogenen Umgebungen die Kosten des Speicher-Managements immer noch 35 Prozent des Gesamtvolumens betragen. In konsolidierten Umgebungen reduziert sich dieser Anteil auf 15 Prozent. Denn trotz verschiedener Versuche, einheitliche Management-Schnittstellen zu schaffen, gibt es noch keinen Standard, über den die Speichergeräte aller Hersteller angesprochen werden könnten. So hat zum Beispiel Sun mit seiner Jiro-Initiative bislang vergeblich versucht, eine einheitliche Administrationsschnittstelle zu etablieren. Derzeit arbeiten die Mitglieder der Storage Networking Industry Association (SNIA) an der Vollendung der Programmierschnittstelle "Common Information Model" (CIM), die noch in diesem Sommer verabschiedet werden soll. Hersteller wie IBM, Brocade, Hitachi und andere haben sich bereits zu den Management-Schnittstellen der SNIA bekannt. Diese offenen und weithin anerkannten Standardschnittstellen werden künftig die Grundlage für ein einheitliches Management auch von heterogenen Systemlandschaften darstellen.

Solange einheitliche Standards noch nicht in Produkten verfügbar sind, sollten Unternehmen darauf achten, im Zuge der Speicherkonsolidierung eine möglichst homogene Storage-Landschaft zu schaffen. Den Herausforderungen des Speichermanagements kann innerhalb einer solchen Infrastruktur am besten begegnet werden. (kk)

*Jürgen Schelbert ist Storage Solutions Marketing Manager EMEA Central Region bei IBM Deutschland in Mainz.

Angeklickt

Die komplexen Speicherlandschaften ziehen einen Wust an Verwaltungsaktivitäten nach sich. Eine Neuordnung der Speicherinfrastruktur sollte deshalb zum Ziel haben, möglichst viele Aufgaben von einer zentralen Plattform aus erledigen zu können. In einer homogenen Storage-Landschaft lassen sich Speicherfunktionen einfacher automatisieren.