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29.08.2003 - 

Gartner: DRAM-Markt zieht an

Speicherchips werden deutlich teurer

MÜNCHEN (CW) - Es geht wieder aufwärts, zumindest mit den Speicherpreisen. Gartner erwartet im Gesamtjahr einen Anstieg der weltweiten Umsätze um rund ein Fünftel gegenüber 2002.

Die Not leidende Branche der Chiphersteller scheint endlich die Talsohle durchschritten zu haben - oder zumindest eine weitere Talsohle von vielen. Im Bereich Speicherchips, den Dynamic Random Access Memories oder kurz DRAMs, war der Preisverfall in den vergangenen Jahren besonders groß, denn hier trafen Überkapazitäten auf eine stark schrumpfende Nachfrage. Anbieter wie Samsung, Micron, Infineon oder Hynix, die nur mit Beihilfen der südkoreanischen Regierung liquide bleiben konnten, haben turbulente Zeiten hinter sich - sie waren es gewohnt, ihre Halbleiter phasenweise unter den Produktionskosten zu verkaufen.

Doch in diesem Jahr soll der Verfall gebremst sein, prognostizieren die Marktbeobachter von Gartner. Der Durchschnittspreis eines Riegels mit dem Speichervolumen von 256 MB werde im laufenden Quartal um 20 Prozent steigen, legt man die Kosten von April bis Juni zugrunde. Das ist zwar wenig, gemessen an den historischen Höchstständen, aber immerhin ein Anfang.

Da die DRAM-Preise seit Mitte des zweiten Quartals angezogen haben, sagt Gartner ein Umsatzwachstum im Gesamtjahr von 22 Prozent auf 18,9 Milliarden Dollar voraus. Hierfür verantwortlich sind neben der leicht steigenden Nachfrage nach PCs die aufgebrauchten Bestände und die Tatsache, dass einige DRAM-Lieferanten auf die Fertigung von Flash-Speichern umgestiegen sind, die etwa in Mobiltelefonen zum Einsatz kommen. Im zweiten Quartal stagnierte der DRAM-Markt laut Gartner verglichen mit dem Vorjahreszeitraum bei einem Volumen von 3,7 Milliarden Dollar. Die wahre Trendwende spielt sich demnach im laufenden Berichtszeitraum ab: Mit einem Umsatz von 5,1 Milliarden Dollar erwarten die Analysten eine Zunahme gegenüber dem dritten Quartal 2002 von knapp 38 Prozent.

Steigende Speicherpreise sind hingegen Gift für die PC-Hersteller, die sich gegenwärtig - kurz vor dem neuen Schuljahr in den USA - wieder einmal einen rabiaten Preiskampf liefern. Alternativ können die OEMs die Preise der Geräte anheben und dabei psychologische Schwellen überschreiten, oder aber bei den verbauten Komponenten sparen - etwa bei Speicherriegeln, wenn statt 512 MB nur 256 MB ins Motherboard gesteckt werden. Diese Marktbewegungen haben in den letzten Jahren den DRAM-Konsolidierungsprozess angeheizt.

Aufgrund der herrschenden Unsicherheit bezüglich der Nachfrage im Markt warnte Gartner vor überzogenen Hoffnungen. Vor allem sollten die DRAM-Hersteller nicht den Fehler machen, zu viel Kapazität abzustellen, da daraufhin die Preise wieder zusammenbrechen würden. Die Balance von Angebot und Nachfrage sei noch sehr fragil. (ajf)