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28.08.1981

Speichergröße, Wortlänge und Preis teilen ein:Grenzen zwischen Rechnern verschwimmen

DV-Führungskräfte, Programmierer und auch Beobachter der Computer-Szene neigen dazu, alles zu definieren und zu klassifizieren - vor allem die Computer. Doch hier sind Trennungslinien zwischen den verschiedenen Größen- und Leistungsklassen schwer zu ziehen.

Minicomputer unterscheiden sich von großen Rechnern nicht per Defenitionen, sondern durch Qualifikationsmerkmale. David Anthony, Projekt-Schriftleiter von Auerbachs Computer Technology Reports, Thomas O Connell, beigeordneter Schriftleiter für Universal-Minicomputer, und Earle Spamer, Assistent-Schriftleiter für Computersysteme, haben sich zu diesem Thema in der Computerworld vom 27. Juli 1981 geäußert.

Bestimmt erinnern sich manche alte DV-Hasen an die Bewunderung, die seinerzeit der IBM 1401, diesem ehrwürdigen Relikt vergangener Tage, zuteil wurde. Eine Einstufung der 1401 in eine Klassifikation heutiger Computer wäre gar nicht mehr möglich. Von der Architektur her wäre die 1401 wohl zur Klasse der größeren konventionellen Rechner zu zählen, hinsichtlich der Leistung könnte sie sich aber mit keinem heutigen Mini messen. Und die heutigen mittleren und großen Rechner werden mit Sicherheit von den Systemen von morgen in jeder Hinsicht übertroffen.

Bedienung und Wartung von Computern haben früher hochqualifiziertes Personal und besondere Umweltbedingungen verlangt. Nirgends vollzieht sich der technische Wandel so rasch wie hier. Durch die Verbesserungen in der Software-Technik können heute auch Benutzer mit Computern umgehen, die keine besondere Vorbildung mitbringen und für manche Maschinen braucht man nicht einmal das Maschinenschreiben gelernt zu haben. Viele, Computer arbeiten heute im normalen Büromilieu und beziehen ihren Strombedarf aus der Steckdose.

Die Hersteller von Minicomputern bieten in der Regel abgepackte Konfigurationen an, während bei größeren Rechnern alles separat in Rechnung gestellt wird. Diese Feststellung gilt zwar allgemein, doch taugt sie keinesfalls als Unterscheidungsmerkmal, da es sich lediglich um eine lieferantenspezifische Verkaufspolitik handelt.

Mit den Speicherkapazitäten scheint man Computer weit besser klassifizieren zu können. Nach unseren Feststellungen haben Mikrocomputer bis zu 512 KB, Minicomputer bis zu 4 MB, Superminis bis zu 8 MB und größere Rechner bis zu 32 MB und mehr. Diese Angaben sind zwar Verallgemeinerungen, scheinen aber verläßlich zu sein.

Durch Angabe von Zyklus- und Zugriffszeiten könnte man wohl zwischen Minis und größeren Rechnern unterscheiden, wenn es in diesen Datenbereichen nicht soviel Überlappung geben würde. Die Unterschiede in der internen Geschwindigkeit zwischen Minis und größeren Rechnern werden erst in die richtige Perspektive gerückt, wenn man sich vorstellt daß die Minis in der Regel hinsichtlich der Speicherkapazitäten und Zugriffsbreiten beschränkter sind als größere Rechner.

Die E/A-Konfigurationen sind bei Minis und Rechnern gleichermaßen vielseitig und können sehr flexibel genutzt werden. Allgemein eignen sich Minis nicht als Hostrechner zum Distributed Processing, sehr gut aber zur interaktiven Verarbeitung. Demgegenüber werden die größeren Rechner in der Regel nicht interaktiv eingesetzt, sie eignen sich aber gut als Hostrechner in Netzwerken und zur Stapelverarbeitung. Auch die E/A-Kanäle und Kommunikationseinrichtungen variieren innerhalb der Mini- und Rechnerkategorien, so daß keine eindeutige Klassifizierung möglich ist. Auch hier ist der Systementwurf ein Schlüsselfaktor. Dagegen wird oft die Preisklasse als Trennungslinie zwischen Minis und größeren Rechnern angewandt. Sie wird oft bei 200 000 Dollar gezogen. Man muß dabei aber berücksichtigen, daß sich Preise oft ändern und daß sie von technologischen Fortschritten sowie von der Wirtschaftslage und vom Wettbewerb abhängen. Durch eine einzige Preisänderung können heutige größere Rechner zu Minicomputern von morgen werden. Unter einem Maschinenwort versteht man eine Folge von Bits Zeichen oder Bytes, die als eine Einheit betrachtet werden und von den Befehlen zusammenhängend verarbeitet werden. Allgemein gilt, daß mit steigender Systemgröße die Wortlänge zunimmt. Konventionelle Minis sind 16-Bit-Maschinen, während größere Rechner 32 Bit und mehr haben. Viele heutige Minis haben Wortlängen von 32 Bit, es gibt auch welche mit 24 Bit, die Qualifikationsmerkmale sind aber Zugriffsbreite und Zykluszeit. Ein Minicomputer kann zwar dieselbe Wortlänge wie ein größerer Rechner haben, doch hat der letztere ein höheres Pro-Zyklus-Verhältnis von Geschwindigkeit zu Datenzugriff. Das heißt: Ein größerer Rechner mit derselben Datenstruktur wie ein Mini kann einen höheren internen Datendurchsatz haben, indem mehr Daten während eines Maschinenzyklus durch die CPU und den Speicher fließen als beim Mini.

Zwischen Minis, Superminis und größeren Rechnern sind die Unterschiede noch weiter verwischt. Für die mittlere Klasse gelten dieselben Variablen wie für die beiden anderen und mit den gleichen, aber weniger klar definierten Einschränkungen. Man sieht das deutlich am Marktgeschehen, wo ein Mini durch die Systeme identifiziert werden kann, gegen die er für den Wettbewerb konzipiert worden ist.

In einem Preisbereich zwischen 100 000 und 200 000 Dollar angesiedelt und mit einem erheblichen Grad von technischer Perfektion steht der Supermini je nach der Marktstrategie des Herstellers im Wettbewerb mit größeren Minis oder mit kleineren bis mittleren konventionellen Rechnern. Schließlich müssen noch einige bestimmte Kriterien einbezogen werden um ein System als Mini, Supermini oder größeren Rechner einzustufen. Die genannten drei Klassen werden durch die folgenden erkennbaren Kriterien gekennzeichnet:

þMinicomputer sind 16-Bit-Maschinen mit einem Hauptspeicher von 512 KB bis 4 MB und einem Verkaufspreis um 100 000 Dollar.

þSuperminis sind 16- oder 32-Bit-Maschinen mit einem Hauptspeicher von 4 bis 8 MB, aber mit Datenzugriffsbreiten und Zykluszeiten, die unter denen von größeren Rechnern in entsprechender Konfiguration liegen. Ihr Verkaufspreis liegt um 200 000 Dollar.

þGrößere Rechner sind 32-Bit-Maschinen mit einer Hauptspeichergröße von mehr als 8 MB und einem Verkaufspreis von mehr als 200 000 Dollar.

(Aus Computerworld vom 27. Juli 1981, übersetzt von Hans J. Hoelzgen, Böblingen.)