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24.04.1992 - 

Upgrade-Lieferant verlangt Entschädigungszahlung

Speicherhersteller EMC wirft der IBM Verleumdungsabsichten vor

HOPKINTON/STAMFORD (CW) - Das Hickhack zwischen der International Credit Corp. (ICC) und den Lieferanten von Speicheraufrüstungen verläßt zunehmend die sachliche Ebene.

Jetzt ist eine Verleumdungsklage des Memory-Anbieters EMC Corp. gegen IBMs Leasingtochter anhängig. Ausgangspunkt der Prozeßwelle ist eine Klage vom Februar 1991: IBM hatte damals EMC beschuldigt, Originalspeicher aus ICC-Leasingmaschinen ausgebaut und die Teile verkauft oder verleast zu haben.

Dagegen verlangte man, daß ein Rechner am Leasingende mit denselben - nicht nur mit den gleichen - Teilen zurückgegeben werde, die er am Anfang aufwies. EMC stellte einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens. Dieser wurde kürzlich von einem Bezirksrichter in Massachusetts abgewiesen.

ICC verschickte daraufhin eine Mitteilung an die Presse, in der das Unternehmen den Gerichtsbeschluß als Sieg feierte. Außerdem behauptete IBMs Finanzierungstochter, in einem Fall seien die von EMC anstelle des IBM-Originalspeichers eingebauten Memories gefälscht gewesen. Das habe man erst kürzlich feststellen können. Die Aktien von EMC fielen an den beiden darauffolgenden Tagen um 1 1/3 Punkte.

Das Serviceunternehmen fühlt sich durch den ICC-Text verleumdet und nahm die Veröffentlichung zum Anlaß, ebenfalls vor den Kadi zu ziehen. Der Fälschungsvorwurf sei "offenkundig unzutreffend", so EMC. Überdies weise der IBM-Pressetext einen "diffamierenden Sprachgebrauch" auf - Beispiele wurden nicht genannt - und verfolge damit den Zweck, "dem Ansehen von EMC größtmöglichen Schaden zuzufügen". Dafür wolle man finanziell entschädigt werden. Das Unternehmen betonte, der Austausch von Speicherteilen sei seit mehr als 20 Jahren gängige Praxis. Am Leasingende würden die Maschinen mit Ersatzteilen vom Hersteller der ursprünglichen Memories in den Originalzustand zurückversetzt.

Auch in Deutschland geht die IBM mittlerweile gegen Lieferanten von Speicheraufrüstungen vor - auf dem Umweg über die Anwender. Diese wurden in Briefen an ihre Vorstände und die DV-Chefs vor die Wahl gestellt, entweder nur Originalspeicher von IBM zu verwenden oder ihre Wartungsansprüche aus Pauschalverträgen mit dem Hersteller zu verlieren (vgl. CW Nr. 10 vom 6. März 1992, Seite 1: "Nur Originalteile ...").