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11.07.2003 - 

Für 1,3 Milliarden Dollar in Aktien

Speicherkonzern EMC übernimmt Legato Systems

MÜNCHEN (CW) - Mit der Akquisition von Legato Systems für 1,3 Milliarden Dollar will EMC seine Stellung im Markt für Speichersoftware stärken. Zudem kaufte der Konzern die Rechte an der Produktlinie "Patrol Storage Manager" von BMC.

Mit der Ankündigung, Legato Systems zu übernehmen, hat EMC Anfang der Woche einen kleinen Coup gelandet und zudem den Konsolidierungsprozess im IT-Markt weiter vorangetrieben. Neben der Vertriebsmannschaft ist EMC vor allem an Legatos Kundenstamm interessiert. Das Softwarehaus soll als eigenständige Division von seinem bisherigen Chef David Wright weitergeführt werden, hieß es in einer Stellungnahme. Das Motiv für die Transaktion sei das Wachstumspotenzial, das der Markt für Speichersoftware auch in Zukunft biete.

Die Übernahme wird komplett in Aktien abgewickelt, wobei Legato-Investoren für jeden ihrer Anteile 0,9 EMC-Papiere erhalten. Gemessen am Schlusskurs vom 7. Juli bedeutet dies ein Gesamtvolumen von 1,3 Milliarden Dollar sowie einen Aufpreis von 16 Prozent - was nicht eben viel ist. Legato-Investoren müssen dem Deal ebenso wie die Kontrollbehörden noch zustimmen. Laut EMC soll die Transaktion im vierten Kalenderquartal 2003 abgeschlossen sein.

Bereits im vergangenen Februar waren erste Gerüchte zu hören, dass Legato verkauft werden soll. Als aussichtsreichster Kandidat galt schon damals der Speicherriese EMC, dessen CEO Joseph Tucci kurz zuvor "einige Softwareakquisitionen" angekündigt hatte. Diese sollten aus der mit 5,7 Milliarden Dollar gefüllten Kriegskasse finanziert werden.

Mit der Legato-Übernahme sichert sich EMC den Zugriff auf eine große Vertriebsabteilung sowie mehr als 30000 Kunden. Mittelfristig soll der Anteil der Softwareumsätze an den Gesamteinnahmen steigen, da sich die Speicherhardware zunehmend zur Massenware mit geringen Gewinnmargen entwickelt. Differenzierungspotenzial sehen Analysten und Marktbeobachter vor allem in den Tools, mit denen die Speicher gesteuert werden. Im ersten Quartal des Jahres belief sich der Anteil der Umsätze mit plattformunabhängigen Speicherwerkzeugen bei EMC auf gerade einmal sieben Prozent.

Legato, die Nummer drei im Markt für Backup- und Recovery-Tools, stand seit geraumer Zeit unter starkem finanziellen Druck. In den vergangenen vier Quartalen entwickelte sich zwar der Umsatz positiv, insgesamt konnten etwa 280 Millionen Dollar eingenommen werden. Jedoch summierte sich der Nettoverlust im gleichen Zeitraum auf 184 Millionen Dollar. Erst im Mai hatte die Company angekündigt, rund fünf Prozent der Arbeitsplätze abzubauen.

Seit dem Jahr 2000 hat EMC diverse kleine Anbieter von Speichersoftware geschluckt, vor einer Woche schließlich wurden die Rechte an der Produktlinie Patrol Storage Manager von BMC übernommen. Das Tool soll eingestellt und durch das hauseigene "Control Center" ersetzt werden. Außerdem gingen die Unternehmen eine Marketing- und Technologiekooperation ein. Der Preis für den Vertragsabschluss wurde nicht genannt.

Gleichzeitig gab EMC vorläufige Zahlen für das zweite Quartal 2003 bekannt, das am 30. Juni abgeschlossen wurde. Der Umsatz beträgt demnach rund 1,475 Milliarden Dollar, der Nettogewinn pro Aktie soll die vorher in Aussicht gestellten drei Cent treffen oder sogar um einen Cent übersteigen. (ajf)