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11.04.2003 - 

Fujitsu Softek und IBM erweitern ihr Angebot

Speichersysteme: Der Fokus wechselt zur Software

MÜNCHEN (kk) - Nach Jahren des Booms entdecken die Hersteller von Speicherhardware langsam den Markt für Verwaltungsprogramme. Unabhängige Softwarehäuser tummeln sich dort schon länger.

Die großen Speicherhersteller EMC, Hitachi, IBM und HP/ Compaq pumpen immer mehr Geld in die Entwicklung von Software zur - möglichst automatisierten - Verwaltung der Datenflut. Langsam verschiebt sich beim Kauf von Speicherhardware der Fokus hin zur Software. "Früher wurde ein Speicher-Array angeschafft und dann die passende Software gesucht, in Zukunft muss neue Hardware zu den vorhandenen Verwaltungsprogrammen passen", prophezeit Nancy Marrone, Analystin beim US-Beratungshaus Enterprise Storage Group. Hardwarehersteller geraten damit in die Bredouille, denn meist sind ihre Management-Programme zunächst für die eigenen Subsysteme gestrickt und unterstützen erst in zweiter Linie Fremdprodukte. Erst die Einigung auf Standards kann hier Abhilfe schaffen. Jüngster und bislang erfolgversprechendster Versuch ist die Verabschiedung der "Storage Management Initiative Specification" (SMI-S) der Herstellervereinigung Snia. Bis die einheitlichen Schnittstellen aber in die bestehenden Produkte implementiert sind, dürften nach Meinung von Branchenkennern noch einige Monate ins Land ziehen.

Nicht die Hardware, sondern die Applikation managen

Die unabhängigen Softwarehäuser haben es da leichter, für ihre Produkte Heterogenität zu garantieren. Sie müssen keine Marktanteile im Hardwaregeschäft verteidigen und erhalten deshalb auch einfacher Zugang zu den begehrten Schnittstellen (APIs), über die die Verwaltungsprogramme die Speicherressourcen managen. Fujitsu Softek ist neben Veritas, Computer Associates und bislang BMC eine der größeren Softwareschmieden auf diesem Gebiet. Die Company hat kürzlich Kunden, die bislang den "Patrol Storage Manager" von BMC einsetzten, einen kostenlosen Umstieg auf das eigene Produkt "Storage Manager" angeboten. BMC will die eigene Software nur mehr bis 2005 unterstützen. Von Softeks Storage Manager kommt jetzt die zweite Generation - Versionsnummer 2.1 - auf den Markt.

Nach Angaben von Jean Banko, Produkt Marketing Manager für SAN Solutions bei Fujitsu Softek, erlaubt die neue Version einen besseren Einblick in die Speicherinfrastruktur eines Unternehmens und eine regelbasierende Automatisierung einiger Administrationsaufgaben. "Im Gegensatz zu den meisten unserer Mitbewerber, die die Speicherressourcen oder gar das einzelne Array in das Zentrum der Verwaltungsaufgaben stellen, rücken wir mit unserem Ansatz die Applikation in den Blickpunkt", erklärte die Managerin. Die Management-Konsole des Softek-Programms zeigt für eine Anwendung, beispielsweise E-Mail, alle Stationen, die sie durchläuft - von den Servern über die Switches bis zu den Subsystemen.

Der generelle Vorteil dieser Herangehensweise sei in der Kostenersparnis zu sehen, da die Infrastruktur auf allen Ebenen besser ausgenutzt werde: "Beispielsweise sind für Datenbanken oft viel zu große Bereiche auf den Servern und Speichern reserviert, die besser genutzt werden könnten." Dazu stellt der Storage Manager "Space Optimizer Modules" bereit. Ab Juni dieses Jahres sollen davon auch Daten unter Novell und OS/400 profitieren, bislang werden außer den Microsoft-Betriebssystemen auch Solaris, HP-UX, AIX, Linux, OS/390 und zOS unterstützt. Der Storage Manager ist ab 39000 Dollar zu haben, das Modul zur Platzoptimierung kostet knapp 800 Dollar.

Virtualisierung auf Basis von Datacore

Schon ab Mai verfügbar ist der "Storage Provisioner 2.1", ein Virtualisierungsprogramm für Storage Area Networks (SANs), das eng mit dem Storage Manager integriert ist. Für die Virtualisierung der Speicherressourcen bedient sich Softek des Know-how von Datacore. Die Company aus Florida sorgt mit ihrer Virtualisierungssoftware "SANsymphony" seit zwei Jahren für Furore. Softek hat sich im vergangenen Jahr die Rechte am Sourcecode des Programms gesichert und um eine eigene grafische Benutzeroberfläche sowie einen Workflow-Manager ergänzt. Letzterer soll die Provisionierungsaufgaben kontrollieren und dokumentieren. Kostenpunkt des Programms: ab 50000 Dollar.

Tivoli enthält jetzt auch ein SRM-Programm

Auch von IBM werden in Kürze Ankündigungen zu Speicher-Management-Software erwartet. So soll Tivoli um 26 neue Funktionen erweitert werden, um die "On-Demand"-Strategie des Unternehmens voranzutreiben. Unter den Neuerungen findet sich der Web-basierende "Storage Resource Manager", der laut IBM der "optimierten Verwaltung von Speicherressourcen dient". Ziel von Big Blues Bemühungen ist es, die Verwaltung der Speicherlandschaft in das System-Management zu integrieren - man hofft dabei auf die große Basis von Tivoli-Anwendern. Die Technik für das Storage Resource Management (SRM) kaufte auch IBM ein: Mitte 2002 wurde das Startup-Unternehmen Trellisoft Inc. übernommen.

Abb: Markt für Speicherverwaltungssoftware

Unternehmen geben immer mehr Geld - mit Ausnahme des vergangenen Jahres - für die Speicherverwaltung aus. Quelle: Gartner Dataquest