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15.02.2002 - 

Klassische IT-Dienstleister übernehmen das SSP-Geschäft

Speichervermieter geben auf

MÜNCHEN (CW) - Mit großen Erwartungen seitens der Investoren, Initiatoren und der Marktforscher startete Anfang 2000 eine Vielzahl von Storage-Service-Providern (SSPs). Mittlerweile hat sich Ernüchterung eingestellt: Die Kunden sind zurückhaltend, die Anbieter defizitär und die Aussichten für reine SSPs trübe.

Storagenetworks gilt als Pionier der SSP-Branche. Das Unternehmen startete 1998 gut ausgestattet mit Risikokapital und mit der einfachen, aber bestechenden Idee, Speicherplatz zentral zu installieren und an Kunden zu vermieten, die via Netzanbindung auf ihre Daten zugreifen konnten. Diesem Ansatz folgten zwischen Oktober 1999 und März 2000 mindestens zehn weitere Startups. Insgesamt gab es laut den Marktforschern von IDC zeitweilig bis zu 15 reine SSPs, und allesamt haben sehr viel Geld in Speicherressourcen investiert.

Die neuen SSPs startenRisikokapitalgeber zu finden schien damals kein Problem zu sein, denn dem SSP-Modell lag die von Marktforschern bestätigte Annahme zugrunde, dass der Speicherbedarf im Zuge des Internet-Booms und der zunehmenden Durchdringung der Unternehmen mit IT-Ressourcen enorm steigen werde, die Anwender selbst jedoch mit der Verwaltung, Pflege und Betrieb der Speicherinstallationen überfordert seien. Tatsächlich wächst die Nachfrage nach Storage-Produkten nach wie vor, und sehr wohl stöhnen die Anwender unter der Last der Administration ihrer Speichersysteme. Getäuscht haben sich die SSPs und ihre Financiers allerdings in der Bereitschaft der Kunden, ihre Daten externen Dienstleistern zu übergeben - die bestand allenfalls unter den mittlerweile vielfach gescheiterten Internet-Startups.

Dennoch ist das Modell, Speicher zu vermieten, keinesfalls zu Grabe getragen. "Entdecken sie die neuen SSPs", fordert Doug Candle, Analyst bei IDC auf. Gemeint sind Unternehmen wie IBM Global Services, EDS, Bell South, Qwest und AT&T, die mittlerweile die SSP-Idee aufgreifen. Ihre Hoffnung ruht darauf, dass die Anwender weniger Hemmungen haben, ihre Daten etablierten und finanziell abgesicherten Dienstleistern anzuvertrauen. Zudem, so der Plan, werden Angebote wie Storage on Demand nicht als Einzelprodukte sondern innerhalb von umfassenden Servicepaketen verkauft.

In dieses von IDC gezeichnete Bild fügt sich das kürzlich von Storagenetworks veröffentlichte Abkommen mit EDS über den Verkauf von Speichersoftware "Storos" ein. EDS wird die vom SSP-Pionier entwickelte Management-Software in den Datenzentren einführen. Die Lösung soll der Verwaltung der eigenen Storagesysteme und der Speicherressourcen, die vor Ort beim Kunden installiert sind, dienen. Damit besetzt der EDS ein Marktsegment, in dem auch Storagenetworks Kunden anspricht.

Denn Storagenetworks hat in seiner jungen Geschichte einen enormen Wandel vollzogen. Das in Waltham, Massachusetts, ansässige Unternehmen versuchte, nachdem das Vermieten von Speicher erfolglos blieb, ebenso wie andere SSPs Mehreinnahmen etwa durch neue Managed-Services und Systemintegration zu erzielen. Nun, da Storagenetworks eben diese Software an EDS verkauft, ist das Unternehmen im Produktgeschäft angelangt.

Geholfen hat die Neuausrichtung des Geschäfts bislang wenig: Zwar stieg der Umsatz von 48,2 Millionen Dollar im Jahr 2000 auf nun 123,6 Millionen Dollar, doch ebenso wuchs der Schuldenberg: Im letzten Jahr summierten sich die laufenden Verluste auf 224 Millionen Dollar, im Jahr zuvor waren es 124 Millionen Dollar. Anderen SSPs geht es kaum besser: Arsenal Digital, Storability, Storageway, Sanrise und Storage@ccess haben Mitarbeiter entlassen und Niederlassungen geschlossen. IDC sieht daher für die reinen SSPs nur noch eine Rolle: Technik- oder Servicelieferant für die großen IT-Dienstleister. Einmal mehr, so scheint es, ist Storagenetworks Pionier im SSP-Markt. (jha)

Abb: Die Entwicklung im Speichermarkt

In allen Segmenten des Speichermarktes wächst der Bedarf. Die Speichervermieter können davon nicht profitieren, zu groß sind die Vorbehalte der Anwender Daten außer Haus zu geben. Quelle: Gartner Dataquest